EU er­öff­net Ver­fah­ren ge­gen Un­garn we­gen NGO-Ge­setz

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - POLITIK -

BRÜSSEL (rtr) Die EU-Kom­mis­si­on hat ein Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren ge­gen Un­garn er­öff­net we­gen ei­nes Ge­set­zes zu Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, die aus dem Aus­land fi­nan­ziert wer­den. „Wir ha­ben das neue Ge­setz gründ­lich ge­prüft und sind zu dem Schluss ge­langt, dass es nicht im Ein­klang mit dem EU-Recht steht“, er­klär­te der Vi­ze­chef der Kom­mis­si­on, Frans Tim­mer­m­ans.

Die von Un­garn vor­ge­se­he­nen Auf­la­gen für die Re­gis­trie­rung, Be­richt­er­stat­tung und Ver­öf­fent­li­chung sei­en dis­kri­mi­nie­rend und be­las­te­ten die be­trof­fe­nen Or­ga­ni­sa­tio­nen was „ih­ren gu­ten Ruf“an­ge­he so­wie ver­wal­tungs­tech­nisch. Ins­be­son­de­re in das Recht auf Ver­ei­ni­gungs­frei­heit wer­de ein­ge­grif­fen.

Das be­an­stan­de­te Ge­setz sieht nach An­ga­ben der Kom­mis­si­on vor, dass sich be­stimm­te Grup­pen nicht­staat­li­cher Or­ga­ni­sa­tio­nen, die um­ge­rech­net jähr­lich mehr als 24.000 Eu­ro an Gel­dern aus dem Aus­land er­hal­ten, als „vom Aus­land un­ter­stütz­te Or­ga­ni­sa­tio­nen“re­gis­trie­ren las­sen müs­sen. Auch müs­se dies in sämt­li­chen Ver­öf­fent­li­chun­gen, auf Web­sites und Pres­se­ma­te­ri­al ver­merkt wer­den. Zu­dem müss­ten sie bei den un­ga­ri­schen Be­hör­den spe­zi­fi­sche An­ga­ben zu den Gel­dern aus dem Aus­land ma­chen. Wenn die Auf­la­gen nicht er­füllt wer­den, dro­hen Sank­tio­nen. Tim­mer­m­ans sag­te, die Zi­vil­ge­sell­schaft sei „das Ge­rüst un­se­rer de­mo­kra­ti­schen Ge­sell­schaf­ten. Des­halb darf sie in ih­rem Wir­ken nicht über Ge­bühr ein­ge­schränkt wer­den.“

Die un­ga­ri­schen Be­hör­den er­hiel­ten ei­nen Mo­nat Zeit, auf das so­ge­nann­te Auf­for­de­rungs­schrei­ben zu re­agie­ren.

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