USA Bo­rus­sen: weit weg, aber nah dran

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON KARS­TEN KEL­LER­MANN

Jen­seits des At­lan­tik gibt es vie­le Glad­bach-Fans. 30 von ih­nen ha­ben sich 2015 zu ei­nem Fan­klub zu­sam­men­ge­tan. In Chats dis­ku­tie­ren sie Bo­rus­sia- und Fuß­ball­the­men. Es gibt auch rea­le Tref­fen. Doch die We­ge sind lang.

Frü­her war Da­vid Krings ganz nah dran an Bo­rus­sia. Sein Va­ter ist ge­bür­ti­ger Glad­ba­cher und durf­te einst so­gar auf dem Ra­sen des Bö­kel­bergs ein biss­chen ki­cken. Die Fa­mi­lie des Va­ters hat­te ein Haus ne­ben dem des Opas des Ex-Bo­rus­sen Mar­cel Ke­te­la­er. „Ket­te“und Da­vid spiel­ten mal „Him­mel und Höl­le“. Krings ist schon im­mer Glad­bach-Fan. Aus sei­ner Lie­be ist aber ei­ne Fern­be­zie­hung ge­wor­den. Denn er lebt in Schenec­ta­dy im USBun­des­staat New York. Ent­fer­nung zum Bo­rus­sia-Park: 5860 Ki­lo­me­ter.

Gleich­wohl lebt Krings sei­ne Bo­rus­sia-Pas­si­on. Und jen­seits des At­lan­tik gibt es nicht we­ni­ge Gleich­ge­sinn­te. Men­schen, die wie er die Rau­te im Her­zen ha­ben. Und was pas­siert, wo zwei oder drei oder mehr Bo­rus­sen ver­sam­melt sind? Sie grün­den ei­nen Fan­klub. Das hat Krings im Som­mer 2015 ge­tan mit Da­ni­el McDer­mott aus Lo­well, Mas­sa­chu­setts. McDer­mott hat­te un­ter „Fans in al­ler Welt“auf Bo­rus­si­as In­ter­net­sei­te nach Bo­rus­sen in den USA ge­sucht und Krings ge­fun­den.

Krings schrieb ei­nen Brief an Bo­rus­si­as Fan­be­treu­er, bat um die Ge­neh­mi­gung, ei­nen of­fi­zi­el­len Fan­klub zu grün­den. Er be­kam po­si­ti­ve Post aus der Hei­mat sei­ner El­tern in­klu­si­ve „ma­ny black-whi­te-gre­en gree­tings“und ei­nem „Zer­ti­fi­kat, das sagt, dass wir ak­zep­tiert sind“, be­rich­tet Hun­ter Fau­ci, ei­nes der Mit­glie­der. Er kommt aus High­land im Bun­des­staat New York. „Vie­le un­se­rer Mit­glie­der ha­ben deut­sche Wur­zeln“, teilt Fau­ci mit. Und vie­le le­ben an der US-Ost­küs­te. Doch nicht al­le. So tren­nen die Mit­glie­der Karl Ga­rant (Walt­ham, Mas­sa­su­chets) und Vic­tor Char­nets­ky (Ri­ver­si­de, Ka­li­for­ni­en) 4100 Ki­lo­me­ter Luft­li­nie. Zwi­schen Micha­el Kordts Hei­mat­ort Port St. Lu­cie in Flo­ri­da und Cal­ga­ry (Ka­na­da), wo Joe Cos­ta lebt, lie­gen 3900 Ki­lo­me­ter. „Dar­um sind un­se­re Fan­klub-Tref­fen meis­tens on­line“, sagt Fau­ci. Da wer­den in Chats auf der In­ter­net­sei­te der USA Bo­rus­sen Bo­rus­sia- und Fuß­ball-The­men dis­ku­tiert. Auch wenn die USA Bo­rus­sen weit weg sind, sind sie nah dran an ih­rem Ver­ein.

Doch es gibt auch „rea­le“Tref­fen. Wie in der ver­gan­ge­nen Sai­son in „Wolff’s Bier­gar­ten“in Schenec­ta­dy. Da schau­ten sich die USA Bo­rus­sen das Der­by ge­gen Köln an. „Lei­der ha­ben wir durch das Frei­stoß­tor von Mar­cel Ris­se ver­lo­ren. Wir hat­ten den­noch ei­ne gu­te Zeit“, ver­si­chert Fau­ci. Für Fans in der Fer­ne sind die so­zia­len Netz­wer­ke wich­tig. „Das Ziel ist es, die Bo­rus­sen-Kul­tur in den USA zu ver­brei­ten. Das geht am bes­ten über die so­zia­len Me­di­en. Wir fol­gen Bo­rus­si­as eng­lisch­spra­chi­gem Twit­ter-Ac­count und su­chen den Kon­takt eng­lisch­spra­chi­gen Bo­rus­sia-Fans“, so Fau­ci.

Dass die Glad­ba­cher Spie­ler aus den USA hat­ten und ha­ben, wie Ka­sey Kel­ler oder ak­tu­ell Fa­bi­an John­son, „ist hilf­reich, um Bo­rus­sia hier be­kannt zu ma­chen“, meint Fau­ci. Der Klub hat ei­nen On­line-Shop in den USA er­öff­net, der US-Sen­der Fox hat die Rech­te an Bun­des­li­ga­Spie­len er­wor­ben. „Der Markt für Bo­rus­sia wächst“, glaubt Fau­ci. Den USA Bo­rus­sen (und den an­de­ren Fan­klubs und Fans in Nord­ame­ri­ka) wä­re es ein Fest, Bo­rus­sia dort mal live spie­len zu se­hen. „Al­lein we­gen Fa­bi­an John­son wä­re das In­ter­es­se hier groß, nicht nur bei Bo­rus­sen. Es wä­re ein gu­ter Mar­ke­ting-Schach­zug des Klubs“, ver­mu­tet Fau­ci.

Er­freut hat er zur Kennt­nis ge­nom­men, dass Hol­ly­wood-Schau­spie­ler Vig­go Mor­ten­sen Glad­bach mag. „Es wä­re na­tür­lich toll, wenn er Mit­glied bei uns wer­den wür­de. Je­der Bo­rus­se aus den USA oder Ka­na­da ist will­kom­men“, sagt er. Web­sei­te: usa­bo­rus­sen.ddns.net

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