„Chef­trai­ner ver­lässt den FC Gym Rhein­dah­len“

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON MA­RI­ON LISKEN-PRUSS

Das Gym­na­si­um schick­te sei­nen Schul­lei­ter Rai­ner Kühn mit ei­ner lau­ni­gen Ver­ab­schie­dung in den Ru­he­stand.

RHEIN­DAH­LEN Schul­lei­ter Rai­ner Kühn hat­te sich ei­ne kur­ze Ver­ab­schie­dung ge­wünscht. Her­aus­ge­kom­men war ei­ne eben­so fest­li­che wie kurz­wei­li­ge Fei­er­stun­de mit 14 Pro­gramm­punk­ten. „Wir hät­ten noch den gan­zen Nach­mit­tag wei­ter Pro­gramm ma­chen kön­nen“, sag­te die stell­ver­tre­ten­de Schul­lei­te­rin Chris­ti­na Pie­pers in ih­rem Gruß­wort. Doch schließ­lich ha­be sich das Kol­le­gi­um auf Re­den und Auf­trit­te kon­zen­triert, die die Schwer­punk­te der Schu­le und des zu­künf­ti­gen Pen­sio­närs ab­bil­den: Bei der Schu­le sind das die sport­li­che Aus­rich­tung und die Mu­sik. Was im Pro­gramm als Re­de des Leh­rer­ra­tes an­ge­kün­digt war, ent­pupp­te sich dann als lau­ni­ge Thea­ter­ein­la­ge. „Was wä­re, wenn Rai­ner Kühn wie ur­sprüng­lich ge­plant Hüt­ten­we­sen stu­diert hät­te?“, lau­te­te die Fra­ge­stel­lung. Wie er als Berg­werks­di­rek­tor ver­ab­schie­det wor­den wä­re, ha­ben dann vier Leh­rer­kol­le­gen in brau­nen Ar­beits­an­zü­gen, mit Helm und Gru­ben­lam­pe nach­ge­stellt.

Zu­vor hat­te Tho­mas Dud­da von der Be­zirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf Rai­ner Kühn of­fi­zi­ell in den Ru­he- stand ver­ab­schie­det. Er war in Ver­tre­tung der Re­gie­rungs­schul­di­rek­to­rin Ka­rin Abts-Job er­schie­nen und trug die Re­de vor, die sie be­reits vor­be­rei­tet hat­te: In Form ei­ner Sport­be­richt­er­stat­tung setz­te sie da­rin das Gym­na­si­um Rhein­dah­len mit dem FC Gym Rhein­dah­len gleich und den Schul­lei­ter mit dem Chef­trai­ner. Wo­bei der FC Gym Rhein­dah­len im Ver­gleich zu den Fuß­ball­clubs der Um­ge­bung auch auf­grund sei­nes Chef­trai­ners bes­tens ab­schnitt.

Be­son­ders be­ein­druck­ten dann die mu­si­ka­li­schen Dar­bie­tun­gen der Schü­ler und die Ju­do-Ein­la­ge von Lau­ra und Li­sa Hil­ler, die sich in Ju­do­an­zü­ge ge­klei­det ge­gen­sei­tig auf der Büh­ne auf die Mat­te war­fen, dass es nur so krach­te – und für atem­lo­se Mo­men­te in der voll be­setz­ten Au­la sorg­ten. Dort sa­ßen ne­ben Ver­tre­tern der Be­zirks­re­gie­rung auch El­tern und Schü­ler so­wie Ver­wand­te und ehe­ma­li­ge Kol­le­gen von Rai­ner Kühn.

Seit 15 Jah­ren war er Leh­rer am Gym­na­si­um Rhein­dah­len, da­von die letz­ten zehn Jah­re als Schul­lei­ter. Auf­ge­wach­sen in Duis­burg, stu­dier­te er Bio­lo­gie und Geo­gra­fie in Köln. Sei­ne freie Zeit wer­de er zu­künf­tig sei­nen En­keln und sei­nen fünf Kin­dern wid­men, die von Ham­burg bis Wi­en weit ver­streut woh­nen, ver­riet er. Wor­auf sich be­son­ders die En­kel­kin­der freu­en dürf­ten: Er will auch sei­ne Märk­lin-Ei­sen­bahn wie­der auf­bau­en. Wäh­rend in der Au­la das Leh­rer­kol­le­gi­um noch „Schön war die Zeit“von Freddy Quinn sang, be­rei­te­ten die Schü­ler der Q1 im Foy­er die Ge­trän­ke vor. „Es ist scha­de, dass er geht. Er ist ein gu­ter Schul­lei­ter ge­we­sen“, lau­te­te ih­re ein­hel­li­ge Mei­nung. In den letz­ten Ta­gen hat er sich von je­der Klas­se ver­ab­schie­det. Und dann ist da noch die Sa­che mit dem Han­dy: „Wenn mir mein Han­dy im Un­ter­richt ab­ge­nom­men wur­de, ha­be ich ge­hofft, dass es Herr Kühn ist, der es mir zu­rück­gibt“, er­zähl­te ei­ner der Schü­ler: „Weil er im­mer freund­lich und gnä­dig war.“Nach­fol­ge­rin wird wohl die Stell­ver­tre­te­rin Chris­ti­na Pie­pers.

„Wenn mir mein Han­dy ab­ge­nom­men wur­de, ha­be ich ge­hofft, dass es Herr Kühn ist, der es mir

zu­rück­gibt“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.