„Ne­ärsch­broo­ker“mit Lie­der aus „de jo´e al­de Tiet“

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON AN­GE­LA WILMS-ADRI­ANS

NEERSBROICH Es war ei­ne klei­ne Be­geg­nung am Ran­de des Fuß­ball­plat­zes, aber ab­so­lut ty­pisch für den Rhei­ni­schen Abend bei den Sport­freun­den Neersbroich: „Wie iss et“, frag­te da ei­ner den an­de­ren im Ton­fall des Nie­der­rhei­ners und war schon mit­ten drin in der Mun­d­art, noch ehe das Pro­gramm mit „De Ne­ärsch­broo­ker“be­gon­nen hat­te. In den Lie­dern der hei­mi­schen Mu­sik­grup­pe gibt die Mun­d­art den Ton an. Die ist ein Hob­by von Gregor Mer­tens, seit Jah­ren Vor­stands­mit­glied der Neers­broi­cher Sport freun­de. Mit sei­nen Mit­strei­tern band er ei­ner lieb ge­wor­de­nen Tra­di­ti­on fol­gend wie­der ein­mal ei­nen üp­pi­gen Strauß an alt ver­trau­ten Lie­dern, wie sie einst zum Bei­spiel Jo­han­nes Heck ver­fasst und Dirk Hes­pers ge­sun­gen ha­ben. Das Be­kann­te er­gänz­ten „De Ne­ärsch­brok­ker“um ei­ge­ne Me­lo­di­en und Tex­te in Mun­d­art.

Die Zu­hö­rer ge­nos­sen bis in die Nacht hin­ein Re­per­toire und Ge­sel­lig­keit auf der Ter­ras­se beim Ver­eins­haus. Ku­li­na­risch ab­ge­stimmt auf das mu­si­ka­li­sche Lo­kal­ko­lo­rit war ei­ne rheinische Erb­sen­sup­pe. Da Mit­sin­gen er­wünscht war, be­kam ein je­der Be­su­cher ein di­ckes Lie­der­heft, um we­nigs­tens zu den Re­frains von Lie­dern, wie „Sch­nib­bels­kook“, „Dä Dör­pels­kall“und „Dat Jüpp­ke von Ne­äsch­brook“ein­zu­stim­men. Ein Mun­d­art-Quiz lud ein, das ei­ge­ne Re­per­toire an rhei­nisch herz­haf­ten Schimpf­wör­tern zu tes­ten und ei­nen von drei Prä­sent­kör­ben zu ge­win­nen. Mer­tens war in der fünf­köp­fi­gen Band Front­sän­ger, Mo­de­ra­tor und Über­set­zer. Er er­zähl­te et­wa vom „Op­pa“, der im­mer vor dem zu Bett ge­hen sag­te: „Je­pischt, je­puppt, je­weh­wa­tert – de Trep er­op nam Bett“. Der Aus­spruch schien ei­ni­gen Be­su­chern be­kannt zu sein. Mer­tens und die an­de­ren Ne­ärsch­broo­ker hat­te er zu Text und Me­lo­die in­spi­riert. Beim Lied über den to­ten Vo­gel, den „Mä­er­lin­ger“, schwang Me­lan­cho­lie mit. Bes­tens ka­men die le­bens­er­fah­re­nen so­wie wit­zi­gen und auch def­ti­gen Nuan­cen der Mun­d­art zur Gel­tung. Syl­via Wei­gel, in Neersbroich zu­hau­se, ge­riet ins Schwär­men: „Das ist hier ein schö­ner Sprach­ge­brauch, der Hei­mat und All­tags­epi­so­den aus­drückt. Man kann sich in die Zeit zu­rück­ver­set­zen. Was hier ab­läuft, ist ein Ju­wel und ei­ne tol­le Mu­sik.“

FO­TO: HANS-PE­TER REICHARTZ

Sie be­geis­ter­ten ihr Pu­bli­kum beim Rhei­ni­schen Abend der Sport­freun­de Neersbroich: die Mu­si­ker von „De Ne­ärsch­broo­ker“.

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