Ein Tag ganz in den Far­ben des Re­gen­bo­gens

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON AN­GE­LA WILMS-ADRI­ANS

Pin­ke Hü­te, Drag Queens – und erns­te The­men im far­ben­fro­hen Ge­wand: Beim drit­ten Chris­to­pher Street Day auf dem Park­platz Gracht gab es Kund­ge­bun­gen und ein quietsch­bun­tes Rah­men­pro­gramm glei­cher­ma­ßen. Ein wich­ti­ges The­ma war dies­mal die Ehe für al­le.

Trau­ben von Luft­bal­lons bün­del­ten sich farb­lich zum Spek­trum des Re­gen­bo­gens, längst Sym­bol von Viel­falt und des Chris­to­pher Street Days. Un­ter die­sen Far­ben hat­te sich ein Teil des Park­plat­zes an der „Gracht“in ei­nen Fest­platz ver­wan­delt. Hier warb der Chris­to­pher Street Day (CSD) Mön­chen­glad­bach mit Kund­ge­bun­gen für das viel­fäl­ti­ge Mit­ein­an­der al­ler Men­schen, un­ab­hän­gig von ih­rer se­xu­el­len Ori­en­tie­rung. Von hier aus star­te­te die De­mons­tra­ti­on durch Rhe­ydt, und hier wur­de nach dem po­li­ti­schen Teil aus­gie­big mit bun­tem und viel­fäl­ti­gem Rah­men­pro­gramm ge­fei­ert. Dirk Bren­del war als Mit­glied der KG „Le­cke­re Je-

Mar­kus Schnor­ren­berg cken“und beim CSD als Drag Queen ge­kom­men. Es sei für ihn ein wich­ti­ger Tag, sagt er und be­ton­te sei­ne Hoff­nung auf Ak­zep­tanz und To­le­ranz durch die nun drit­te Mön­chen­glad­ba­cher Auf­la­ge des Chris­to­pher Street Days. Das über­grei­fen­de Mot­to hieß „Un­se­re Al­ter­na­ti­ve heißt Lie­be“. Be­reits tags zu­vor wa­ren auf dem Rhe­ydter Markt­platz die Re­gen­bo­gen­fah­nen ge­hisst wor­den. Zum Markt­platz und spä­ter wie­der zu­rück zur „Gracht“führ­te auch die De­mons­tra­ti­on. Ein­ge­reiht hat­ten sich auch Mar­co Gru­ber und sei­ne Mit­strei­ter von der Kam­pa­gne „Her­zens­lust“. Sie wa­ren aus Düsseldorf an­ge­reist und setz­ten mit pin­ken Ho­sen und Hü­ten ei­nen wei­te­ren Farb­ak­zent. Mit den De­mons­trie­ren­den zog auch die Glad­ba­cher Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Yük­sel (SPD).

„Wir wol­len auf­merk­sam ma­chen, auf Miss­stän­de und auf un­se­re Rech­te hin­wei­sen. Die Ehe für al­le ist ver­ab­schie­det, doch es gibt noch Dis­kri­mi­nie­rung am Ar­beits­platz und in der Ge­sell­schaft. Wir wol­len auch über den Tel­ler­rand von Deutsch­land hin­weg­se­hen“, sag­te CSD-Vor­sit­zen­der Mar­kus Schnor­ren­berg. Auf der Büh­ne gab er sich zum po­li­ti­schen Teil im Dia­log mit der Vor­sit­zen­den Na­di­ne John-Reu­en kämp­fe­risch. Sie kri­ti­sier­ten et­wa, dass Fol­ter und Ver­fol­gung von Schwu­len, Les­ben und Trans­se­xu­el­len in et­li­chen Län­dern nicht The­ma des G-20-Gip­fels ge­we­sen wä­ren. An­ders als im ver­gan­ge­nen Jahr ver­zich­te­ten sie auf ei­ne Po­di­ums­dis­kus­si­on mit po­li­ti­schen Ab­ge­ord­ne­ten. „Wir wol­len kei­ne schö­nen Ver­spre­chun­gen im Wahl­jahr, son­dern ein Han­deln nach der Wahl“, rief John-Reu­en. Die Schirm­herr­schaft hat­ten Ca­ro­li­na Brauck­mann und Ge­org Roth von der Lan­des­fach­be­ra­tung Gleich­ge­schlecht­li­che Le­bens­wei­sen in der Se­nio­ren­ar­beit NRW über­nom­men.

Roth ver­sprach für Ent­schä­di­gun­gen de­rer zu kämp­fen, die we­gen ih­rer se­xu­el­len Ori­en­tie­rung nicht ver­ur­teilt, aber be­nach­tei­ligt wur­den. Brauck­mann warb: „Mischt euch ein. Die Bünd­nis­ar­beit macht viel Spaß“. Die KG „Le­cke­re Je­cken“war mit ei­nem In­for­ma­ti­ons­stand ver­tre­ten. Pe­ter Breu­er, Sän­ger des Kult-Tri­os Le­cker’ LaLaBoys, schau­te über den Platz. „Der ist für den CSD sehr schön, zwar et­was ab vom Zen­trum, doch das Kon­zept ist gut, al­le In­fo­stän­de sind gut ein­seh­bar“lob­te er. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te So­zi­al­de­zer­nen­tin Dör­te Schall die Schirm­herr­schaft für den CSD über­nom­men. Die­ses Mal war sie in An­spie­lung auf das neue Ehe­ge­setz als Braut ge­kom­men.

Gü­lis­tan

„Wir wol­len auf Miss­stän­de und un­se­re

Rech­te hin­wei­sen“

CSD-Vor­sit­zen­der

FO­TOS (3): DET­LEF ILGNER

In Rhe­ydt wur­de ge­fei­ert, de­mons­triert und auch ge­sam­melt: Der Mann mit dem weiß ge­schmink­ten Ge­sicht und der Non­nen­tracht ge­hört zum „Or­den der Schwes­tern der Per­pe­tu­el­len In­dul­genz“. Er war mit der Sam­mel­büch­se un­ter­wegs und setzt sich für Aids-Prä­ven­ti­on ein.

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