Wenn das Le­ben aus dem Lot ge­rät

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - MEDIEN -

Der ZDF-Film „He­di Schneider steckt fest“er­zählt von der Fra­gi­li­tät des Glücks und der Lie­be.

BER­LIN (dpa) Im Le­ben von He­di (Lau­ra Ton­ke) herrscht Cha­os. Eben noch ist sie durch Frank­furt ge­ra­delt, dann bleibt sie mit dem Fahr­stuhl ste­cken. Doch sie nimmt es mit Hu­mor und plau­dert lo­cker mit dem Not­dienst. In Pa­nik ge­rät sie aber kur­ze Zeit spä­ter und aus­ge­rech­net beim Sex mit ih­rem Mann Uli. Denn plötz­lich glaubt He­di zu ster­ben, und ihr Le­ben und das ih­rer Klein­fa­mi­lie ge­rät kom­plett aus den Fu­gen.

Die tur­bu­len­te Ge­schich­te kam 2015 ins Ki­no, im Jahr dar­auf hat Lau­ra Ton­ke (43) den Deut­schen Film­preis für die bes­te weib­li­che Haupt­rol­le be­kom­men. Das ZDF bringt „He­di Schneider steckt fest“nun ins Fern­se­hen. Zu se­hen ist der Film heu­te in der Rei­he „Shoo­ting Stars – Jun­ges Ki­no im Zwei­ten“.

Und das Cha­os geht wei­ter: Plötz­lich irrt He­di nachts durch die Stadt, treibt ei­nen Ver­käu­fer in ei­ner Zoo­hand­lung zur Ver­zweif­lung, bis sie schließ­lich ein klei­nes Ka­nin­chen kauft. Dann läuft sie Uli (Hans Löw) auf ei­ne Par­ty nach, nach­dem sie zu vie­le An­ti­de­pres­si­va ge­schluckt hat, und er­bricht sich prompt bei ei­nem Par­ty­gast aufs Hemd.

Re­gis­seu­rin Son­ja Weiss er­zählt die­se Ge­schich­te in „He­di Schneider steckt fest“mit viel Ge­duld und viel Hu­mor. Sie zeigt, wie das Le­ben ei­ner fröh­li­chen Fa­mi­lie zer­bricht, er­zählt von der Fra­gi­li­tät des Glücks und der Lie­be und auch von der Ver­lo­ren­heit ei­ner Ge­ne­ra­ti­on. He­di ist um die 40 und weiß noch nicht so recht, wo sie hin­will. Sie be­ginnt ei­nen Job in ei­ner Rei­se­agen­tur, im­mer freund­lich, aber oh­ne gro­ßen Ehr­geiz.

He­di macht sich ih­re Welt, wie sie ihr ge­fällt, oh­ne da­mit je­man­dem zu scha­den. Das Le­ben scheint ein Spiel, so wie die krea­ti­ven Rol­len­spie­le mit ih­rem klei­nen Sohn Finn. „Wir müs­sen Ge­duld ha­ben“, sagt Uli im­mer wie­der, wenn er sich ge­ra­de mal wie­der ei­ne neue The­ra­pie an­ge­le­sen oder He­di ei­ne Über­do­sis ih­rer Pil­len ein­ge­wor­fen hat, die ihr of­fen­sicht­lich un­be­grenzt zur Ver­fü­gung ste­hen.

Dass der klei­ne Sohn da­bei zu kurz kommt, ver­wun­dert nicht. Dass die Klein­fa­mi­lie mit ih­rer Selbst­the­ra­pie nicht so recht wei­ter­kommt, auch nicht. Mit „Okay“reagiert Uli auf je­de wei­te­re Es­ka­pa­de He­dis. Da­bei ist nichts okay.

FO­TO: ZDF

Uli (Hans Löw) und He­di (Lau­ra Ton­ke) kämp­fen um ih­re Lie­be. Zer­bricht sie an He­dis Er­kran­kung? Auch der klei­ne Sohn der bei­den kommt durch die Kri­se zu kurz.

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