ANA­LY­SE

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - STIMME DES WESTENS -

Bei den Re­pu­bli­ka­nern herrscht Frust über die ma­ge­re Re­gie­rungs­bi­lanz des Prä­si­den­ten, und die Russ­land­Af­fä­re lässt die Un­ter­stüt­zung wei­ter schwin­den. Ei­nen mög­li­chen Nach­fol­ger ha­ben die Kri­ti­ker schon im Blick.

den Ef­fekt, pol­ter­te vor we­ni­gen Ta­gen Trey Gow­dy, ein auf­stre­ben­der Ab­ge­ord­ne­ter aus South Ca­ro­li­na. Es müs­se Schluss sein mit dem kol­lek­ti­ven Ge­dächt­nis­schwund im Or­bit Trumps. Je­mand sol­le al­le, die mit der Kam­pa­gne zu tun hat­ten, in ei­nem Raum ver­sam­meln und Kl­ar­text re­den. „Von der Zeit, in der ihr ‚Dok­tor Schi­wa­go‘ ge­se­hen habt, bis zu dem Mo­ment, in dem ihr mit ei­nem Kerl na­mens Bo­ris Wod­ka ge­trun­ken habt – ihr schreibt das al­les auf, und dann über­ge­ben wir es dem Son­der­er­mitt­ler.“

Nur man­gelt es nicht an Par­tei­freun­den, die Trump noch im­mer für sei­nen Coup be­wun­dern. Er hat ih­nen neue Wäh­ler­schich­ten er­schlos­sen, frus­trier­te Ar­bei­ter in Rust-Belt-Staa­ten, die zu­vor Oba­ma den Zu­schlag ge­ge­ben hat­ten. Trumps Ba­sis zu ver­grau­len, wä­re auch des­halb ris­kant. Das er­klärt die Zu­rück­hal­tung ei­nes Paul Ryan, des Spre­chers des Re­prä­sen­tan­ten­hau­ses, der im kon­ser­va­ti­ven Kos­mos als der Mann der Zu­kunft gilt. Es er­klärt, war­um sich bis­lang kein Se­na­tor wirk­lich aus der De­ckung wagt.

John McCain kä­me da­für in­fra­ge. Neu­lich saß er in ei­ner Sy­nago­ge im Zen­trum Wa­shing­tons, in der häu­fig po­li­ti­sche Dis­kus­si­ons­aben­de statt­fin­den. Der Jour­na­list Le­on Wie­sel­tier gab ei­ne Steil­vor­la­ge nach der an­de­ren, McCain aber woll­te kei­ne ver­wer­ten. „Wir hat­ten noch nie ei­nen Prä­si­den­ten, der so we­nig wuss­te“, sag­te Wie­sel­tier und frag­te, ob der Se­na­tor sich des­halb nicht auch Sor­gen ma­che. Nun, er sor­ge sich um ein Ame­ri­ka, das so tief ge­spal­ten sei wie lan­ge nicht, ant­wor­te­te der 80-Jäh­ri­ge. „Für mich sind Sie das Ge­wis­sen der Partei“, sta­chel­te ihn sein Ge­sprächs­part­ner von Neu­em an. Wor­auf McCain er­wi­der­te, dass es ge­ra­de nicht so ein­fach sei mit der „Grand Old Par­ty“. Die durch­lau­fe noch im­mer ei­ne Schock­pha­se, nach­dem der Po­li­tik-Ama­teur Trump 2016 all die Ge­setz­ten an den Rand ge­drängt ha­be. Im Üb­ri­gen ge­be es mit ei­nem neu­en Prä­si­den­ten, der sich erst hin­ein­fin­den müs­se ins Amt, fast im­mer Pro­ble­me. Es klang nicht so, als woll­te McCain in der Rol­le Ho­ward Ba­kers zum Auf­stand bla­sen. Noch nicht je­den­falls.

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