Bald wie­der Ho­ckey-Haupt­stadt?

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - REISE&ERHOLUNG - VON ANDRE­AS GRUHN

Rund um den Ho­ckey­park soll ein na­tio­na­les Leis­tungs­zen­trum mit über­dach­tem Trai­nings­platz und Gäste­haus ent­ste­hen. Der Deut­sche Ho­ckey-Bund will dort sei­ne Na­tio­nal­mann­schaf­ten trai­nie­ren las­sen. Die EWMG wä­re Ei­gen­tü­mer.

Ei­ne end­gül­ti­ge Ent­schei­dung ist noch nicht ge­fal­len, aber die Plä­ne sind so kon­kret wie nie. Und sie sind seit En­de ver­gan­ge­ner Wo­che erst­mals in De­tails ein­seh­bar: Rund um den Ho­ckey­park im Nord­park soll Deutsch­lands wich­tigs­tes Leis­tungs­zen­trum für Ho­ckey ent­ste­hen. Ei­nes, in dem die acht Na­tio­nal­mann­schaf­ten des Deut­schen Ho­ckey-Bun­des (DHB) das gan­ze Jahr über bei Lehr­gän­gen Feld­ho­ckey trai­nie­ren kön­nen. Da­zu sol­len ein über­dach­ter Trai­nings­platz in ei­ner Art Frei­luft­hal­le so­wie ein Gäste­haus („Bo­ar­ding­haus“) auf ei­nem 4200 Qua­drat­me­ter gro­ßen Grund­stück ver­mut­lich ne­ben dem Fi­nanz­amt ent­ste­hen. Das geht aus Aus­schrei­bun­gen für Gut­ach­ter­leis­tun­gen her­vor, die die Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft Mön­chen­glad­bach (EWMG) nun ver­öf­fent­licht hat. Der Deut­sche Ho­ckey-Bund (DHB) und die Stadt­toch­ter be­stä­tig­ten die Plä­ne.

„Die Idee ei­nes Leis­tungs­zen­trums ha­ben wir schon lan­ge“, sag­te Hei­no Knuf, Di­rek­tor Leis­tungs­sport des DHB, un­se­rer Re­dak­ti­on. Aber erst jetzt steht sie kurz vor Um­set­zung. Die acht Na­tio­nal­mann­schaf­ten des DHB sol­len den Kom­plex für Lehr­gän­ge nut­zen, aber auch die Lan­des­ver­bän­de, die Lehr­kom­mis­si­on des DHB und die Sport­för­der­grup­pe der Bun­des­wehr sind als Nut­zer des Zen­trums vor­ge­se­hen.

Vor­aus­set­zung für den Bau des Leis­tungs­zen­trums ist aber die Zu­stim­mung des Auf­sichts­ra­tes der EWMG. Wie EWMG-Chef Ul­rich Schück­haus sag­te, hal­te er es auch für sinn­voll, das Pro­jekt dem Pla­nungs- und Bau­aus­schuss vor­zu­stel­len. Das soll schnell nach der Som- mer­pau­se ge­sche­hen. Denn soll das Leis­tungs­zen­trum recht­zei­tig En­de 2019 (dann be­ginnt die Vor­be­rei­tung für die Olym­pi­schen Spie­le 2020 in To­kio) fer­tig wer­den, müss­ten die För­der­mit­tel bei Land (Sport­stät­ten­för­de­rung) und Bund in die­sem Jahr be­an­tragt wer­den. „Und die sind ab­so­lu­te Vor­aus­set­zung“, sag­te Schück­haus. Bei den Aus­schrei­bun­gen, die jetzt ver­öf­fent­licht wur­den, han­delt es sich um vor­be­rei­ten­de Pla­nungs­ar­bei­ten, um ei­nen „ge­neh­mi­gungs­fä­hi­gen An­trag“zu be­kom­men. Die Hö­he der Kos­ten ist noch nicht klar, Schück­haus rech­net aber mit ei­nem „ho­hen ein­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag“, von dem ein Groß­teil Bund und Land über­neh­men sol­len. „Wir wol­len in­ves­tie­ren, oh­ne den städ­ti­schen Haus­halt zu be­las­ten“, so Schück­haus.

Die EWMG soll Ei­gen­tü­mer der neu­en An­la­gen sein, für das Gäste­haus soll ein Päch­ter als Be­trei­ber ge­sucht wer­den, der die Vor­ga­ben von DHB und EWMG er­füllt. Wo­mög­lich bräuch­te es auch über die Ho­ckey-Na­tio­nal­spie­ler hin­aus Nut­zer des Ge­bäu­des, um es wirt­schaft­lich be­trei­ben zu kön­nen. In den Aus­schrei­bun­gen heißt es et­wa, auch an­de­re sport­be­geis­ter­te Gäs­te könn­ten dort orts­nah un­ter­ge­bracht wer­den. Die Aus­schrei­bun­gen sind be­reits sehr de­tail­liert, da­rin ist die Re­de, wo „Back­of­fice“, Spei­se­raum mit Kü­chen­be­reich, Se­mi­nar- und Be­spre­chungs­räu­me und um­fang­rei­che Tech­nik­flä­chen un­ter­ge­bracht wer­den sol­len.

Die Plä­ne sind auch vor dem Hin­ter­grund in­ter­es­sant, weil hin­ter den Ku­lis­sen noch im­mer um den Kauf des Spar­kas­sen­park ge­bo­ten wird. Das Sta­di­on ge­hört der EWMG. Be­trei­ber Micha­el Hil­gers wür­de den Kom­plex ger­ne über­neh- men – aber auch Fuß­ball-Bun­des­li­gist Bo­rus­sia hat­te In­ter­es­se an­ge­mel­det.

Da­mit macht sich die Sport­art Ho­ckey an dem Stand­ort erst­mals seit Jah­ren wie­der be­merk­bar, der lan­ge Zeit das Eti­kett „Ho­ckey­Haupt­stadt“für sich re­kla­miert hat­te. In der Öf­fent­lich­keit war das mit Sport­för­der­mit­teln des Lan­des ge­bau­te Ho­ckey­sta­di­on zu­letzt aber vor al­lem als deutsch­land­weit er­folg­rei­che Open-Air-Spiel­stät­te für na­tio­na­le und in­ter­na­tio­na­le Mu­sik­stars be­kannt.

FO­TO: THEO TITZ

Oben links im Bild, hin­ter der Haupt­tri­bü­ne des Sta­di­ons, soll der neue Trai­nings­platz ent­ste­hen. Und ein Are­al auf ei­ner Flä­che un­ten rechts (nicht auf dem Bild) ist Fa­vo­rit für das Gäste­haus.

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