Flücht­lings­in­itia­ti­ven in Jü­chen sol­len sich ver­net­zen

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - REISE&ERHOLUNG - VON GUNDHILD TILLMANNS

Der Asyl­kreis Hoch­neu­kirch regt ei­ne en­ge­re Ver­net­zung mit den drei wei­te­ren Grup­pen an, die Flücht­lin­gen in Jü­chen hel­fen.

JÜ­CHEN Vier grö­ße­re Initia­ti­ven von Eh­ren­amt­lern küm­mern sich in Jü­chen um Flücht­lin­ge. Dies sind der Asyl­kreis Hoch­neu­kirch, das Ca­fé Wel­co­me in Jü­chen, die evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­de Kel­zen­berg und ei­ne Initia­ti­ve in Bed­bur­dyck. Vom Asyl­kreis Hoch­neu­kirch geht jetzt ei­ne Initia­ti­ve aus, die­se vier Krei­se noch mehr zu bün­deln, um die Hil­fe noch ef­fek­ti­ver ge­stal­ten zu kön­nen. Die Ge­mein­de Jü­chen in­for­miert die Eh­ren­amt­ler zwar bei ih­ren Run­den Ti­schen über die Si­tua­ti­on der Flücht­lin­ge. Der Asyl­kreis Hoch­neu­kirch wünscht sich dar­über hin­aus aber noch wei­te­re Sy­ner­gie­ef­fek­te, et­wa in sol­chen Fra­gen wie ei­ner dro­hen­den Ab­schie­bun­gen und der Ver­mitt­lung von Rechts­bei­stän­den.

Ga­bi Vo­cke von der Bed­bur­dy­cker Hel­fer­initia­ti­ve un­ter­stützt das An­sin­nen aus Hoch­neu­kirch: „Sich aus­zu­tau­schen, ist das Cle­vers­te, was man ma­chen kann“, sagt sie. Es müs­se nicht je­der Hel­fer er­neut mit „sei­nem“Flücht­ling be­stimm­te Fra­gen in den Äm­tern klä­ren, wenn ein sol­ches Pro­ze­de­re zen­tral hin­ter­legt wer­den kön­ne.

Der Kel­zen­ber­ger Flücht­lings­hel­fer Jörg Mat­zig­keit er­lebt be­reits ei­ne gu­te Ver­net­zung der Initia­ti­ven durch die In­te­gra­ti­ons­stel­le der Ge­mein­de, vor al­lem auch mit den So­zi­al­ar­bei­te­rin­nen in der Flücht­lings­un­ter­kunft an der Jü­li­cher Stra- ße. „Die­ses An­ge­bot lie­ße sich na­tür­lich auch noch ver­tie­fen“, sagt er. Wie ei­ner Ko­ope­ra­ti­on der vier Flücht­lings­in­itia­ti­ven „auf kur­zem Weg“funk­tio­nie­ren könn­te, kann der Asyl­kreis Hoch­neu­kirch an­hand sei­nes ei­ge­nen Sys­tems vor­ma­chen: So or­ga­ni­sie­ren sich die Hel­fer in Hoch­neu­kirch in Whats­App-Grup­pen und be­trei­ben ei­ne ei­ge­ne Face­book-Grup­pe „Asyl­hil­fe Jü­chen“. Dort ver­öf­fent­li­chen sie re­gel­mä­ßig ih­re Ak­ti­vi­tä­ten, spre­chen da­mit wei­te­re po­ten­ti­el­le Mit­ar­bei­ter an und lei­ten auch Ar­gu­men­ta­ti­ons­hil­fen aus an­de­ren Netz­be­rei­chen wei­ter. Gleich­zei­tig soll die­se Platt­form al­len Hilfs­grup­pen in der Ge­mein­de als „schwar­zes Brett“zur ge­gen­sei­ti­gen In­for­ma­ti­on die­nen.

„Die di­gi­ta­le Darstel­lung un­se­rer Ar­beit in den Print- und On­li­ne­me­di­en trägt ent­schei­dend zur Re­du­zie­rung des Kon­flikt­po­ten­ti­als im hie­si­gen Raum bei“, heißt es vom Asyl­kreis Hoch­neu­kirch, des­sen An­sprech­part­ner aus ei­nem be­son­de­ren Grun­de öf­fent­lich nicht mehr mit ih­ren Na­men ge­nannt wer­den möch­ten. Denn sie se­hen sich Be­dro­hun­gen, auch im In­ter­net, aus­ge­setzt. Zu­dem ist in Hoch­neu­kirch die po­li­ti­sche Si­tua­ti­on nach dem teil­wei­se sehr ho­hen Ab­schnei­den der AfD bei den jüngs­ten Land­tags­wah­len ei­ne ganz be­son­de­re.

Der Asyl­kreis Hoch­neu­kirch lässt sich in sei­nen Ak­ti­vi­tä­ten für die Flücht­klin­ge aber nicht ein­schüch­tern. Er stellt al­ler­dings fest, dass sich die Struk­tu­ren lang­sam än­dern. Die meis­ten Sy­rer, Ira­ker und So­ma­li­er sei­en in­zwi­schen in In­te­gra­ti­ons­kur­sen, Prak­ti­ka oder gar Aus­bil­dun­gen. Aus die­ser Grup­pe be­tei­lig­ten sich auch schon ei­ni­ge flei­ßig in Sport- und an­de­ren Ver­ei­nen. Die­je­ni­gen, die le­dig­lich den Sta­tus “Dul­dung” ha­ben, sei­en nach wie vor in den Deutsch­kur­sen des Asyl­krei­ses. Et­wa 30 Flücht­lin­ge aus Schwarz­afri­ka, Af­gha­nis­tan und der Mon­go­lei, die noch kei­ne An­er­ken­nung ha­ben, be­su­chen ak­tu­ell die Deutsch­kur­se in Hoch­neu­kirch. Für al­le Flücht­lin­ge, mög­li­cher­wei­se bald auch Jü­chen, Kel­zen­berg und Bed­bur­dyck, bie­tet der Asyl­kreis sei­ne the­men­be­zo­ge­nen In­for­ma­ti­ons­aben­de im Bas­e­ment-Club an. Dort wa­ren jüngst zwei Po­li­zei­be­am­te zu Gast. Sie in­for­mier­ten über die Ge­wal­ten­tei­lung in Deutsch­land so­wie die Auf­ga­ben, Rech­te und Pflich­ten der Po­li­zei.

IHR THE­MA?

Dar­über soll­ten wir mal be­rich­ten? Sa­gen Sie es uns! mg@rhei­ni­sche-post.de 02161 244-250 RP Mön­chen­glad­bach rp-on­li­ne.de/whats­app 02161 244-269 Au­ßer­dem er­rei­chen Sie Re­dak­teu­rin Ruth Wied­ner-Ru­no heu­te von 11 bis 12 Uhr un­ter Te­le­fon 02161 244-278.

Zen­tral-Re­dak­ti­on

Te­le­fon: E-Mail: (Abon­ne­ment, Ur­laubs- und Zu­stell­ser­vice) Te­le­fon: 0211 505-1111 On­li­ne: www.rp-on­li­ne.de/Le­ser­ser­vice E-Mail: le­ser­ser­vice

@rhei­ni­sche-post.de Te­le­fon: On­li­ne: E-Mail: 0211 505-2880 re­dak­ti­ons­se­kre­ta­ri­at @rhei­ni­sche-post.de

Le­ser­ser­vice

An­zei­gen­ser­vice

0211 505-2222 www.rp-on­li­ne.de/an­zei­gen me­dia­be­ra­tung @rhei­ni­sche-post.de

Ser­vice­Punkt

First Rei­se­bü­ro, Bis­marck­stra­ße 23-27., 41061 Mön­chen­glad­bach

FO­TO: D. ILGNER

Noch bis Sonn­tag gel­ten im Kor­schen­broi­cher Hal­len­bad die al­ten Ta­ri­fe: Nach den Fe­ri­en zah­len Ba­de­gäs­te 20 be­zie­hungs­wei­se 50 Cent mehr.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.