Är­ger um Ki­ta-Plät­ze: Po­li­tik be­schließt vor­erst nur den Aus­bau für 2018

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES -

Mön­chen­glad­bach hat zu we­ni­ge Plät­ze in den Kin­der­ta­ges­stät­ten, um al­le Fa­mi­li­en be­die­nen zu kön­nen. Für die 7056 Kin­der im Al­ter von drei bis sechs Jah­ren ste­hen zu­nächst ein­mal nur 6285 Be­treu­ungs­plät­ze zur Ver­fü­gung. Das ent­spricht ei­ner Ver­sor­gungs­quo­te von 89,1 Pro­zent. Ei­ne El­tern­um­fra­ge er­gab aber, dass 95,3 Pro­zent ei­nen Be­treu­ungs­platz für den drei- bis sechs­jäh­ri­gen Nach­wuchs wün­schen. Rech­net man die Un­ter-Drei­jäh­ri­gen hin­zu, feh­len in der Stadt so­gar gut 1000 Ki­taPlät­ze. Par­ken­de Lkw in ab­ge­le­ge­nen Stra­ßen und Stadt­tei­len sind ein im­mer grö­ßer wer­den­des Pro­blem. In Wick­rath et­wa füllt sich das dor­ti­ge Ge­wer­be­ge­biet je­den Abend mit Brum­mis, die dort par­ken, weil der Fah­rer ras­ten muss. Am Rön­ne­ter­ring par­ken eben­falls je­den Abend vie­le Lkw, die nicht al­le den um­lie­gen­den Ge­wer­be­be­trie­ben zu­zu­ord­nen sind. In Mongs­hof be­zie­hungs­wei­se Sas­serath be­schwe­ren sich die An­woh­ner in­zwi­schen auch über den Müll, den die Lkw-Fah­rer hin­ter­las­sen. Chris­ti­ne Klu­dasch aus Klei­nen­broich hat­te sich bei der Stadt be­schwert, dass sie ih­ren Hof an der Von-St­auf­fen­berg-Stra­ße 11 bis 15 nicht ge­fahr­los ver­las­sen kön­ne. Das Pro­blem: Par­ken­de Au­tos be­hin­dern di­rekt an ih­rer Hof-Ein­fahrt die Sicht auf die Stra­ße. Oft sei es schon zu brenz­li­gen Si­tua­tio­nen ge­kom­men. Mehr­fach sei­en Fahr­rad­fah­rer schon ge­gen den Kot­flü­gel ih­res Au­tos ge­fah­ren. Aus Klu­daschs Sicht könn­te ein Tem­po­li­mit die­se Pro­ble­me zwar nicht lö­sen, aber zu­min­dest be­wir­ken, dass es auf der Stra­ße si­che­rer zu­geht. In der ers­ten Run­de konn­te 2011 El­tern kein Platz in der Wunsch-Ki­ta an­ge­bo­ten wer­den. Es folg­ten ent­spre­chen­de Ab­sa­gen. Im Mo­ment lau­fen die Nach­ver­mitt­lun­gen von Plät­zen in al­ter­na­ti­ven Ein­rich­tun­gen. Ei­ne ent­spre­chen­de Nach­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on ließ die Stadt ges­tern un­be­ant­wor­tet. El­tern ha­ben ei­nen Rechts­an­spruch auf ei­nen Ki­ta-Platz für Über-Drei­jäh­ri­ge, wenn auch nicht un­be­dingt für die Wunsch-Ki­ta. Wenn Müt­ter oder Vä­ter oh­ne Ki­ta-Platz für das Kind we­ni­ger ar­bei­ten kön­nen, könn­ten sie die Stadt auf Scha­den­er­satz ver­kla­gen. Das Pro­blem liegt nicht bei den Städ­ten und Kom­mu­nen, son­dern bei Bund und Land. Weil der Lkw-Ver­kehr im­mer wei­ter zu­nimmt, reicht der Platz auf den Rast­plät­zen an den Au­to­bah­nen nicht aus. Die Fah­rer wei­chen des­halb auf al­ter­na­ti­ve Stand­or­te aus. Am Rön­ne­ter­ring re­agier­te die Stadt mit ei­ner et­was ab­son­der­li­chen Maß­nah­me: Weil die par­ken­den Lkw in die Stra­ße hin­ein­ra­gen, wur­den die so ge­nann­ten An­ge­bots­strei­fen für Fahr­rad­fah­rer ent­fernt. Nach ei­nem An­woh­ner-Tref­fen an der Von-St­auf­fen­berg-Stra­ße in Klei­nen­broich, an der auch Ver­tre­ter der Kor­schen­broi­cher Stadt­ver­wal­tung teil­ge­nom­men hat­ten, zeig­te sich die Stadt mit dem Vor­schlag der An­woh­ner ein­ver­stan­den, die Stra­ße in ei­ne Tem­po-30-Zo­ne um­zu­wan­deln. „In An­be­tracht der ört­li­chen Si­tua­ti­on sind wir mit ei­ner Re­du­zie­rung der Ge­schwin­dig­keit auf 30 Ki­lo­me­ter pro St­un­de ein­ver­stan­den“, sag­te der Tech­ni­sche Bei­ge­ord­ne­ter Ge­org On­kel­bach. Das Ju­gend­amt leg­te im Früh­jahr ei­ne de­tail­lier­te Aus­bau­pla­nung für die kom­men­den sechs Jah­re vor. Ins­ge­samt war der Aus­bau von 28 neu­en Ein­rich­tun­gen und fünf Er­wei­te­rungs­bau­ten bis zum Jahr 2023 ge­plant. Die Kos­ten da­für kal­ku­lier­te die Käm­me­rei auf 61 Mil­lio­nen Eu­ro. In der Po­li­tik schlos­sen sich lan­ge Be­ra­tun­gen über die­se Pla­nung an. Die Be­zirks­ver­tre­tun­gen stimm­ten zu, die Aus­schüs­se und der Rat aber letzt­lich nur sehr ein­ge­schränkt. Streit­punkt ist die Fi­nan­zie­rung: Die CDU will Ide­en aus der Käm­me­rei ha­ben.

Par­ken­de Lkw ver­stop­fen Glad­ba­cher Ge­wer­be­ge­bie­te – Stra­ßen NRW will Rast­plät­ze aus­bau­en

Grund­sätz­lich feh­len in NRW et­wa 1000 Lkw-Stell­plät­ze an Au­to­bah­nen. Die Rast­plät­ze in der Nä­he von Mön­chen­glad­bach sol­len laut Lan­des­be­trieb Stra­ßen NRW aber aus­ge­baut wer­den, sag­te Spre­cher Gre­gor Hü­ter. Am Rast­hof Clo­er­bruch (A 52) wol­le man En­de 2018 in Bau ge­hen, auf der Rast­stät­te Geis­müh­le (A 57) sei der Spa­ten­stich für den Jah­res­wech­sel vor­ge­se­hen. Die Park­plät­ze der Rast­stät­te Vier­win­den (A 46) be­fin­den sich am An­fang des Pl­an­fest­stel­lungs­ver­fah­rens, und in Nie­ven­heim (A 57) wird noch ge­baut. „Jetzt sol­len die Fach­be­hör­den dar­über be­ra­ten. Die Um­wand­lung der Stra­ße in ei­ne 30er-Zo­ne se­hen vie­le An­woh­ner als ei­ne Art Kom­pro­miss“, fasst Chris­ti­ne Klu­dasch den Sach­stand zu­sam­men. Fast al­le An­woh­ner, die an der Ver­samm­lung En­de März teil­ge­nom­men ha­ben, hät­ten ei­ge­ne Pro­ble­me in Sa­chen Von-St­auf­fen­berg­Stra­ße vor­ge­tra­gen, ei­ne Lö­sung für al­le fehl­te bis­her. „Das mit der 30er-Zo­ne löst un­se­re Pro­ble­me nicht di­rekt. Aber sie macht uns An­woh­nern viel­leicht das Ei­n­ord­nen in den Ver­kehr leich­ter“, sagt sie. Die Fahr­rad­strei­fen am Rön­ne­ter­ring sind ent­fernt, weil die Stadt die Fahr­rad­fah­rer nicht in fal­scher Si­cher­heit wie­gen woll­te. Stra­ßen NRW baut zwar Rast­stät­ten aus, aber auch das ver­ur­sacht Pro­ble­me: An der Au­to­bahn 57 et­wa wird die ver­grö­ßer­te Rast­stät­te Nie­ven­heim erst En­de des Jah­res und da­mit ein hal­bes Jahr spä­ter als ge­plant fer­tig, weil die Bau­fir­ma zu lang­sam ar­bei­te, so Stra­ßen NRW.

Ei­ne 30er-Zo­ne soll Ver­kehrs­pro­ble­me an der Von-St­auf­fen­berg-Stra­ße in Klei­nen­broich lö­sen

Wann die Stra­ße zu­min­dest ab­schnitts­wei­se in ei­ne 30er-Zo­ne um­ge­wan­delt wer­den könn­te, steht of­fen­bar noch nicht fest; die Stadt ar­bei­tet aber dar­an. Zwi­schen­zeit­lich hat­ten sich An­woh­ner be­reits ge­fragt, ob über­haupt et­was von dem um­ge­setzt wird, was bei der Bür­ger­ver­samm­lung vor Ort be­spro­chen wur­de. An­woh­ne­rin Chris­ti­ne Klu­dasch: „Wir ha­ben bis­her nichts von der Stadt ge­hört.“

Mags flickt Loch an der Urft­stra­ße

Eis­kel­ler-Ka­nal wie­der vol­ler Was­ser

ARCHIVFOTO: AN­JA TINTER

Bau­stel­le Ki­ta-Aus­bau: Die Stadt hat rund 1000 Plät­ze zu we­nig.

FO­TO: -WI

Un­über­sicht­lich: Chris­ti­ne Klu­dasch hofft auf mehr Si­cher­heit durch Tem­po 30.

ARCHIVFOTO: RO­LAND FUN­KE

Rön­ne­ter­ring: Der Rad­weg wur­de ent­fernt, da dort Lkw par­ken.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.