Die Fle­xi­blen sor­gen für mehr Al­ter­na­ti­ven

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - SPORT LOKAL - VON KARS­TEN KELLERMANN

Es gibt zwei feh­len­de Punk­te in Fa­bi­an John­sons Vi­ta. Zu­min­dest, wenn es nach dem klei­nen Schau­bild geht, auf dem das Por­tal „trans­fer­markt.de“die Po­si­tio­nen nach­hält, die Bo­rus­si­as Ame­ri­ka­ner schon ge­spielt hat. Neun Punk­te sind zu se­hen, nur die für den Tor­hü­ter und den In­nen­ver­tei­di­ger feh­len. Doch ganz rich­tig ist die Sta­tis­tik nicht. „Ich war frü­her in der Ju­gend auch In­nen­ver­tei­di­ger. Und in der Bay­ern-Aus­wahl war ich mal im Tor, als der Kee­per aus­ge­fal­len ist. Das war aber in ei­nem Freund­schafts­spiel“, be­rich­tet John­son. So kann man sa­gen: John­son kann al­les auf dem Fuß­ball­feld.

Fle­xi­bel, po­ly­va­lent, va­ria­bel, breit auf­ge­stellt – es gibt im Fuß­ball vie­le Vo­ka­beln, die Spie­ler wie John-

Durch und durch ist er ein Fach­mann der Leichtathletik: Die­ter Wolf vom 1. FC Mön­chen­glad­bach fei­ert heu­te sei­nen 80. Ge­burts­tag. Er kann es nicht las­sen und ist im­mer noch für die Leichtathletik eh­ren­amt­lich tä­tig: Die Po­si­ti­on des Leich­ath­le­tik-Fach­war­tes im Stadt­sport­bund Mön­chen­glad­bach hat er schon 15 Jah­re in­ne. 42 Jah­re lei­tet er die Leicht­ath­le­tik­ab­tei­lung beim 1. FC Mön­chen­glad­bach. Be­reits 47 Jah­re ist er dort als Leichtathletik-Trai­ner im Ein­satz – und brach­te es da­bei bis zum höchs­ten Trai­ner­schein: der A-Li­zenz.

Sie­ben Jah­re war er Mehr­kampf­wart und acht Jah­re Kreis­ju­gend­vor­sit­zen­der des Leicht­ath­le­tik­krei­ses Nie­der­rhein-West. Die­ter Wolf brach­te vie­le Sport­ler zu son be­schrei­ben. Und es gibt im Staa­te Bo­rus­sia reich­lich Pro­fis, auf die sie zu­tref­fen. „Wir ha­ben vie­le Spie­ler, die di­ver­se Po­si­tio­nen spie­len kön­nen“, sagt Trai­ner Die­ter He­cking. Und er ist ge­willt, das weid­lich zu nut­zen – auch, um da­mit den Kon­kur­renz­kampf zu schü­ren. „Der Trai­ner will sich noch mehr Al­ter­na­ti­ven schaf­fen. Er hat uns klar ge­sagt, was er er­war­tet. Jetzt gibt je­der Gas, um sich zu zei­gen“, sagt Jo­nas Hof­mann. Elf Plät­ze gibt es im Team, und wenn der ei­gent­li­che Pos­ten an­der­wei­tig ver­ge­ben ist, murrt nie­mand, wenn er an an­de­rer Stel­le da­bei ist.

Hof­mann ist nicht ganz so breit auf­ge­stellt wie John­son, doch er hat im­mer­hin schon sechs Po­si­tio­nen ge­spielt: rech­tes und lin­kes Mit­tel­feld, Rechts- und Links­au­ßen, Zeh­ner oder hän­gen­de Spit­ze. Nun in Ruhm und Eh­re, die an Kreis-, Lan­des-, West­deut­schen, Deut­schen, Eu­ro­pa- und Welt­meis­ter­schaf­ten teil­nah­men. Zwei eng­li­sche Ath­le­ten be­rei­te­te er in Zu­sam­men­ar­beit mit ih­ren Heim­trai­nern mit Er­folg auf Olym­pia und Welt­meis­ter­schaf­ten vor: den Ku­gel­sto­ßer Marc Proc­tor und den Bob­fah­rer Alec Leon­ce.

Sei­ne Leis­tun­gen und be­son­de­ren Ver­diens­te um den Sport wür­dig­te die Stadt Mön­chen­glad­bach, der Sport­sport­bund Mön­chen­glad­bach, der Lan­des­ver­band Nord­rhein und der Deut­sche Leichtathletik-Ver­band je­weils mit der gol­de­nen Eh­ren­na­del. Der Sport be­glei­tet ihn mit viel Freu­de und Ar­beit. Und das tat er be­son­ders ger­ne: Jun­ge Ath­le­ten lang­fris­tig auf­bau­en und ihr Ta­lent för­dern. RP Glad­bach kommt die sieb­te Al­ter­na­ti­ve da­zu: Sech­ser. Beim Test in Wup­per­tal spiel­te er vor der Ab­wehr. Als „Um­schü­ler“will sich Hof­mann in­des nicht „zu 100 Pro­zent se­hen, denn der Trai­ner sieht mich auch noch auf dem Flü­gel“, sagt er. Die Trai­nings­ein­hei­ten be­le­gen das. Da spiel­te er links vor Fa­bi­an John­son. Für den ist die tem­po­rä­re Ver­set­zung nach hin­ten links ein „back to the roots“, auch wenn es in Glad­bach für ihn Neu­land ist, weil er fast im­mer of­fen­siv spiel­te. „Man merkt schon, dass die Lauf­we­ge und die tak­ti­schen An­for­de­run­gen an­de­re sind“, sagt er.

Auch To­bi­as Strobl ist sehr po­ly­va­lent. Sechs Po­si­tio­nen hat er schon ge­spielt, so ist es ver­merkt. Eben weil er so fle­xi­bel ist, gibt es Men­schen, die sa­gen: „To­bi Strobl wird im­mer im Ka­der sein.“Doch ge­hört er zu de­nen, die schnell mal über­se­hen wer­den, wenn vor­ab Auf­stel­lun­gen er­son­nen wer­den. So war es schon in Hof­fen­heim und so ist es auch in Glad­bach. Doch dann ist Strobl plötz­lich da­bei, wenn es los­geht. Der­zeit probt Die­ter He­cking die Drei­er­ket­te, und Strobl „macht das auf der mitt­le­ren Po­si­ti­on sehr gut“, sagt der Trai­ner. Zu­mal wenn „Ko­lo“noch ge­hen soll­te, was ja wei­ter im Raum steht, dann wä­re Strobl al­so ei­ne ab­so­lu­te Al­ter­na­ti­ve für die Ab­wehr.

Er, John­son, Hof­mann, aber auch To­ny Jantsch­ke, der in der De­fen­si­ve fast je­den Job schon ge­macht hat, ge­hö­ren ne­ben­bei auch in die Ka­te­go­rie „ver­läss­li­che Spie­ler“– sie sind da, wenn man sie braucht. Für John­son ge­hört das für Team­spie­ler da­zu. „Ich ste­he auch hin­ter dem Team, wenn ich mal nicht spie­le“, sagt er. „Na­tür­lich är­gert man sich trotz­dem, wenn man nicht da­bei ist“, schiebt er nach. Da­her scha­det es nicht, fle­xi­bler zu sein. Das stei­gert die Wahr­schein­lich­keit, da­bei zu sein.

Die­ter Wolf wird 80 Jah­re alt

FO­TO: PÄFFGEN

Fle­xi­bles Duo: Fa­bi­an John­son (hin­ten) und Jo­nas Hof­mann (r.).

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