Neue Nut­zung für Dy­rup-Ge­län­de

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON JAN SCHNETTLER

2008 gab es dort ein Ga­s­un­glück, bei dem 107 Men­schen ver­letzt wur­den.

Es war vor bei­na­he neun Jah­ren, am 16. Au­gust 2008: Bei ei­nem Brand in der Lack­fa­brik Dy­rup in Güd­derath schal­te­te sich ei­ne au­to­ma­ti­sche Lösch­an­la­ge ein, aus der ei­ne hoch­gif­ti­ge Koh­len­di­oxid-Wol­ke ent­wich. 107 Men­schen wur­den ver­letzt – et­li­che von ih­nen fie­len in Ohn­macht und muss­ten me­di­zi­nisch be­treut wer­den. Noch am Tag des Un­glücks mach­te sich ein Teil der da­mals 65 Mit­ar­bei­ter auf den Weg und klin­gel­te an Haus­tü­ren, um sich per­sön­lich zu ent­schul­di­gen, drei Wo­chen spä­ter wur­den An­woh­ner zu ei­nem Tag der of­fe­nen Tür ein­ge­la­den. Da­nach wur­de es still um die deut­sche Toch­ter des dä­ni­schen Far­ben- und Holz­schutz­mit­tel­her­stel­lers. 2011 wur­de Dy­rup vom ame­ri­ka­ni­schen Un­ter­neh­men PPG In­dus­tries über­nom­men, die deut­sche Fir­ma ver­schmolz 2012 mit der Bochu­mer PPG Coa­tings Deutsch­land Gm­bH.

Nun gibt es ei­ne neue Nut­zung für das Dy­rup-Ge­län­de. Wie das Mün- che­ner Mak­ler- und Be­ra­tungs­un­ter­neh­men Lo­gi­vest mit­teil­te, hat es im Al­lein­auf­trag der PPG De­co bei der Trans­ak­ti­on der 7500 Qua­drat­me­ter gro­ßen Lo­gis­ti­k­im­mo­bi­lie be­ra­ten. Neu­er Ei­gen­tü­mer ist dem­nach ein mit­tel­stän­di­sches Un­ter­neh­men aus dem Be­reich Lo­gis­tik und Trans­port, das na­ment­lich nicht ge­nannt wer­den möch­te. Es soll je­doch aus der Re­gi­on stam­men.

Die­ses Un­ter­neh­men, hieß es wei­ter, wer­de an dem Stand­ort die Lo­gis­tik für ei­nen na­ment­lich eben­falls nicht ge­nann­ten Kun­den aus dem Be­reich Far­ben­groß­han­del ab­wi­ckeln. Über den Kauf­preis wur­de Still­schwei­gen ver­ein­bart. Am Ran­de mit be­glei­tet ha­be Lo­gi­vest auch die Wirt­schafts­för­de­rung, sagt Ge­schäfts­füh­rer Ul­rich Schück­haus.

„Plus­punkt der Lie­gen­schaft ist, dass es sich um ei­ne WGK-fä­hi­ge Lo­gis­tik­hal­le zur La­ge­rung was­ser­ge­fähr­den­der Stof­fe han­delt“, sagt Tho­mas Schmidt, Ge­schäfts­füh­rer der Lo­gi­vest NRW Gm­bH – die Ab­kür­zung WGK steht da­bei für Was­ser­ge­fähr­dungs­klas­se. „Denn die Ge­neh­mi­gungs­pro­zes­se für die La­ge­rung von Ge­fahr­stof­fen ge­stal­tet sich zu­neh­mend schwie­ri­ger.“Die Lo­gis­ti­k­im­mo­bi­lie liegt auf ei­nem mehr als 46.000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Grund­stück, wo­bei 29.670 Qua­drat­me­ter noch nicht be­baut sind und als Er­wei­te­rungs­flä­chen zur Ver­fü­gung ste­hen. Das Ge­län­de weist al­ler­dings ein mar­kan­tes Ge­fäl­le auf.

FO­TO: WFMG

Das ehe­ma­li­ge Ge­län­de der Fir­ma Dy­rup in Güd­derath.

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