Är­ger um Blu­men­kü­bel

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - RHEINISCHE LANDPARTIE -

FO­TO: WILBERT SCHIFFELER Ein­gang ei­nes Lan­de­lo­kals oder in­ner­halb der Be­stuh­lung. Er­zürn­te Gäs­te wand­ten sich dar­auf­hin mit Schrei­ben an die Ver­wal­tung und ver­öf­fent­lich­ten die Ant­wort im so­zia­len Netz­werk Face­book. Da­rin lehnt das Bau­de­zer­nat mit Ver­weis auf die gül­ti­ge Gestal­tungs­richt­li­nie ei­ne Son­der­nut­zungs­er­laub­nis ab. Wind­schutz, Trenn­wän­de, Ein­frie­dun­gen und Be­grü­nungs­ele­men­te im Be­reich des Markt­plat­zes und der Markt­stra­ße sei­en schließ­lich da­mals be­wusst für un­zu­läs­sig er­klärt wor­den – und zwar nach ei­nem um­fas­sen­den Be­tei­li­gungs­ver­fah­ren. Die Stei­ge­rung des Stadt­bil­des durch den Um­bau „So­zia­le Stadt Rhe­ydt“und die Auf­ent­halts­qua­li­tät gel­te es zu schüt­zen und zu stär­ken.

Das fin­det Gas­tro­nom Ha­rald Ger­s­tung auch – nur ge­hö­ren für ihn Blu­men­kü­bel da­zu. Das will er auch er­neut deut­lich ma­chen. Denn der Be­schluss des Ra­tes von 2015 sieht vor, dass die Gestal­tungs­richt­li­nie nach zwei Jah­ren noch ein­mal eva­lu­iert wird. Po­li­tik und Ver­wal­tung wol­len dann fest­stel­len: Was hat die Richt­li­nie ge­bracht? Dass die Rhe­ydter In­nen­stadt deut­lich hoch­wer­ti­ger er­scheint, zwei­felt nie­mand an. Den­noch drän­gen Po­li­ti­ker wie Ge­wer­be­trei­ben­de dar­auf, die Richt­li­nie zu­min­dest um ei­ne Öff­nungs­klau­sel zu er­gän­zen, um über Son­der­lö­sun­gen dis­ku­tie­ren zu kön­nen. Dar­auf ver­stän­dig­te sich An­fang des Jah­res auch ei­ne Run­de mit Ver­tre­tern aus der Po­li­tik, Händ­lern, Ci­ty­ma­na­ge- ment, der In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer und Gas­tro­no­men. Bar­ba­ra Gers­mann (SPD), Be­zirks­vor­ste­he­rin des Stadt­be­zirks Süd, sagt: „Ich hal­te es für rich­tig, mehr mög­lich zu ma­chen.“Zu­min­dest ein Wind­schutz in der Op­tik des Stadt­mo­bi­li­ars soll für Gas­tro­no­men auf dem Markt mög­lich sein. „Wir sind doch Rhein­län­der!“Al­ler­dings lässt sie auch Zwei­fel an der Gestal­tung mit Blu­men­kü­beln. Der Tech­ni­sche Bei­ge­ord­ne­te Gre­gor Bo­nin hat­te dem An­fang des Jah­res in der Be­zirks­ver­tre­tung Süd auch ei­ne Ab­sa­ge er­teilt mit den Wor­ten, die Kü­bel zeig­ten, dass „in­di­vi­du­el­le ge­stal­te­ri­sche Ge­schmä­cker nicht zu­gleich all­ge­mein ver­träg­lich sind und den ge­stal­te­ri­schen Ge­samt­kon­text un­be­rück- sich­tigt las­sen“. Gers­mann geht da­von aus, dass in der Prü­fung im Herbst und Win­ter auch Bür­ger sich noch ein­mal zu Wort mel­den kön­nen – sei es bei ei­ner Dis­kus­si­on oder mit­tels schrift­li­cher Ein­ga­be. „Dann sol­len sich aber auch al­le Bür­ger be­tei­li­gen, die auf Face­book das gro­ße Wort schwin­gen“, sagt Gers­mann. Dies sei vor zwei Jah­ren nicht der Fall ge­we­sen.

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