Ver­meint­li­ches Raub-Op­fer fehlt vor Ge­richt – Frei­spruch

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - RHEINISCHE LANDPARTIE - VON IN­GRID KRÜ­GER

Der Kauf­mann aus Bel­gi­en war dem Pro­zess vor dem Land­ge­richt oh­ne Ent­schul­di­gung fern­ge­blie­ben.

Zu Pro­zess­be­ginn vor dem Schöf­fen­ge­richt war zu­nächst nur der 51jäh­ri­ge Mann aus Meer­busch ge­kom­men. Der zwei­te An­ge­klag­te, ein 48-jäh­ri­ger Fla­me mit ma­rok­ka­ni­schen Wur­zeln, war der Ver­hand­lung erst ein­mal fern ge­blie­ben. Nach an­dert­halb St­un­den Pau­se kam er dann doch. Der Pro­zess konn­te be­gin­nen. Aber er stand un­ter kei­nen gu­ten Vor­zei­chen. Denn der 49-jäh­ri­ge Mann aus Bel­gi­en, der die An­ge­klag­ten an­ge­zeigt hat­te, war dem Pro­zess fern­ge­blie­ben, ob­wohl man ihm frei­es Ge­leit ver­spro­chen hat­te. Der Staats­an­walt warf den bei­den An­ge­klag­ten räu­be­ri­sche Er­pres­sung mit Frei­heits­be­rau­bung vor.

Der Meer­bu­scher und der 49-Jäh­ri­ge, der dem Pro­zess fern­ge­blie­ben war, hat­ten laut An­kla­ge zu­sam­men Ge­schäf­te ab­ge­wi­ckelt. Am 26. Au­gust 2013 tra­fen sich die bei­den Män­ner in ei­ner Woh­nung in Mön­chen­glad­bach. Un­be­kann­te Mit­tä­ter sol­len da­mals den Raum in der Woh­nung ver­schlos­sen ha­ben. Laut An­kla­ge soll der 51-Jäh­ri­ge von dem Bel­gi­er 27 000 Eu­ro ge­for­dert ha­ben. Die Sum­me schul­de ihm der Kauf­mann. In die Woh­nung kam da­mals noch der aus Ma­rok­ko stam­men­de Mit-An­ge­klag­te und for­der­te von dem Bel­gi­er eben­falls Geld, et­wa 4000 Eu­ro. Der Bel­gi­er ha­be er­klärt, er kön­ne die Schul­den nicht zah­len. Dann soll der 48-jäh­ri­ge An­ge­klag­te ei­ne Pis­to­le vom Ka­li­ber neun Mil­li­me­ter ge­zeigt ha­ben. Nun sol­len die An­ge­klag­ten von dem Bel­gi­er die Her­aus­ga­be sei­nes La­den­schlüs­sels von sei­nem Ge­schäft in Na­mur ver- langt ha­ben. Die An­ge­klag­ten sol­len sich den La­den- und Au­to­schlüs­sel ge­nom­men und dann das Ge­schäft des Bel­gi­ers aus­ge­räumt ha­ben. Die Beu­te sei ein Pfand für die Schul­den ge­we­sen, kein Raub. Al­les sei ein­ver­nehm­lich ge­sche­hen, so die An­ge­klag­ten. Der Meer­bu­scher hat­te da­mals ei­ne Arm­band­uhr eben­falls als Pfand ge­ge­ben. Sie sei wert­voll. Tat­säch­lich war die Uhr ge­fälscht und völ­lig wert­los.

Das Ge­richt ver­las ei­ne Aus­sa­ge des nicht er­schie­ne­nen Zeu­gen bei der Po­li­zei. Da­rin gab es Hin­wei­se, dass das Aus­räu­men des bel­gi­schen Ge­schäf­tes in Na­mur mög­li­cher­wei­se im Ein­ver­neh­men er­folgt war. Am En­de wa­ren die Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten über­zeugt, dass den An­ge­klag­ten die Ta­ten nicht oh­ne Zwei­fel nach­zu­wei­sen sei­en. Im­mer­hin hat­te die bel­gi­sche Staats­an­walt­schaft Mit­tei­lun­gen erst spät ge­schickt. Das Schöf­fen­ge­richt sprach die An­ge­klag­ten auf Kos­ten der Staats­kas­se vom Vor­wurf des Rau­bes frei. Schließ­lich sei der aus Ma­rok­ko stam­men­de Bel­gi­er trotz förm­li­cher La­dung nicht ge­kom­men.

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