Ka­len­der­blatt 22. Ju­li 1099

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FO­TO: AKG-IMAGES

Ur­ban II. hat­te 1095 zum Kreuz­zug ge­ru­fen. Je­ru­sa­lem soll­te zu­rück­er­obert wer­den. Rit­ter aus Frank­reich, Deutsch­land und Si­zi­li­en hat­ten sich auf­ge­macht, um den Wil­len des Paps­tes zu er­fül­len. Ei­ner von ih­nen war Gott­fried von Bouil­lon, der ge­mein­sam mit sei­nen Brü­dern Eusta­che und Bal­du­in 1096 aus Loth­rin­gen auf­brach. Gott­fried soll­te der ers­te Herr­scher über das Kö­nig­reich Je­ru­sa­lem wer­den, das die Kreuz­fah­rer nach der Ero­be­rung im Som­mer 1099 grün­de­ten. Die Kö­nigs­wür­de selbst je­doch schlug der Kreuz­fah­rer aus. Sie wi­der­sprach sei­nem Ver­ständ­nis von Je­ru­sa­lem als hei­li­ger Stät­te. An­statt zum Kö­nig ließ er sich am 22. Ju­li 1099 zum „Ad­vo­ca­tus Sanc­ti Se­pul­ch­ri“er­nen­nen, zum Be­schüt­zer des Hei­li­gen Gr­a­bes. Ge­nannt wur­de er meist ein­fach „Prin­ceps“. Gott­fried herrsch­te et­wa ein Jahr. In die­ser Zeit muss­te er sein Reich vor den An­grif­fen der vor­her herr­schen­den Fa­ti­mi­den aus Ägyp­ten schüt­zen. 1100 starb Gott­fried von Bouil­lon, sein Nach­fol­ger wur­de sein Bru­der Bal­du­in. Die­ses Mal war die Zeit of­fen­bar reif für ei­nen Kö­nig von Je­ru­sa­lem. Bal­du­in ließ sich in Beth­le­hem krö­nen, das eben­falls zum Ter­ri­to­ri­um des Kö­nig­reichs ge­hör­te. Un­ter Bal­du­in wur­de das Reich sta­bi­ler, er fand ei­nen Aus­gleich mit den Mus­li­men. Of­fi­zi­ell be­stand das Kö­nig­reich Je­ru­sa­lem bis 1291. Schon 1187 hat­ten je­doch die Trup­pen Sa­la­dins die Stadt Je­ru­sa­lem zu­rück­er­obert.

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