Das lan­ge War­ten an der „Haupt­post“

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON ANDRE­AS GRUHN

Der Er­satz für das ge­schlos­se­ne Post-Cen­ter an der Lür­ri­per Stra­ße sorgt für Är­ger: Der An­drang ist oft so groß, dass sich lan­ge Schlan­gen bis auf die Stra­ße bil­den. Die Post ver­spricht Ver­bes­se­run­gen – ab En­de Au­gust.

Jür­gen Schram­ke hat­te es nicht be­son­ders ei­lig, als er sein Pa­ket bei der Post ab­ho­len woll­te. Aber fast ei­ne St­un­de War­te­zeit hat­te er dann doch nicht ein­ge­plant. Er stell­te sich ans En­de der War­te­schlan­ge der Post-Fi­lia­le an der un­te­ren Hin­den­burg­stra­ße in Bahn­hofs­nä­he, die an je­nem Sams­tag vor zwei Wo­chen bis an die Ecke des Eu­ro­pa­plat­zes reich­te. Und das sind et­wa 30 Me­ter. Bei den War­ten­den wuchs der Är­ger. „Das kann doch nicht die Haupt­post ei­ner Groß­stadt sein“, schimpft Schram­ke. „So ei­ne War­te­schlan­ge, an der kaum Fahr­rä­der und Fuß­gän­ger vor­bei­kom­men, muss doch von der Po­li­zei auf­ge­löst wer­den.“

Jür­gen Schram­ke ist nicht der Ein­zi­ge, der sich des­halb beim Bürgermonitor un­se­rer Re­dak­ti­on be­schwert hat. Auch Le­se­rin Ma­ri­on Müsch war­te­te 45 Mi­nu­ten – und ei­nen Teil da­von drau­ßen vor der Tür im Re­gen. „Lie­ber nicht da­hin ge­hen, wenn man nicht un­be­dingt muss“, sagt sie. Nur: Die we­nigs­ten Kun­den ha­ben auch ei­ne Wahl.

Denn wer ein Pa­ket ab­ho­len will, kann sich die Fi­lia­le in der Re­gel nicht aus­su­chen. Der Lo­gis­ti­ker DHL hin­ter­lässt im Brief­kas­ten ei­ne Be­nach­rich­ti­gung und be­nennt den Ab­ho­lungs­ort, wenn nie­mand die Lie­fe­rung ent­ge­gen­neh­men konn­te. Im Post­jar­gon spricht man von ei­ner „be­nach­rich­tig­ten Lie­fe­rung“. Die Post­fi­lia­le an der Hin­den­burg­stra­ße gibt es erst seit An­fang Ja­nu­ar. Die Part­ner­fi­lia­le in ei­nem Schreib­wa­ren­ge­schäft, im­mer­hin mit drei Kun­den­schal­tern, er­setz­te das Post­bank- Fi­nanz­cen­ter an der Lür­ri­per Stra­ße. Das war für vie­le Glad­ba­cher jahr­zehn­te­lang die „Haupt­post“, ob­wohl es so et­was ei­gent­lich gar nicht mehr gibt. Weil die­se Fi­lia­le in der In­nen­stadt und Hard­ter­b­roich ei­ne gro­ße An­woh­ner­zahl ab­deckt, ist auch der An­drang ent­spre­chend groß. Die drei Kun­den­schal­ter kön­nen das kaum auf­fan­gen, was vor­her die grö­ße­re Fi­lia­le im ge­schlos­se­nen Post­bank-Kun­den­cen­ter ab­ge­ar­bei­tet hat­te. Das weiß auch die Post.

„Wir ha­ben ein ho­hes Auf­kom­men an be­nach­rich­tig­ten Lie­fe­run­gen“, sagt Brit­ta Töll­ner, zu­stän­di­ge Spre­che­rin der Deut­sche Post DHL Grup­pe in Düs­sel­dorf. „Wir wol­len den An­drang in der Fi­lia­le an der Hin­den­burg­stra­ße ent­zer­ren.“Des­halb sol­len die be­nach­rich­ti­gen Lie­fe­run­gen ab dem 21. Au­gust wahl­wei­se auch nach Lür­rip in die Fi­lia­le an der Neus­ser Stra­ße ge­hen.

Die Fi­lia­le im Fi­nanz­cen­ter an der Lür­ri­per Stra­ße war zu Jah­res­be­ginn ge­schlos­sen und mit der am Bis­marck­platz zu­sam­men­ge­legt wor­den. Die wird dem­nächst ans obe­re En­de der Hin­den­burg­stra­ße um­zie­hen in das La­den­lo­kal, in dem frü­her das Be­klei­dungs­ge­schäft „New Yor­ker“un­ter­ge­bracht war. Wie Post­bank-Spre­cher Ralf Palm mit­teil­te, ist die Er­öff­nung der neu­en Rä­um­lich­kei­ten am an­de­ren En­de der Fuß­gän­ger­zo­ne im Sep­tem­ber ge­plant. Dann sol­len die Um­bau­ar­bei­ten ab­ge­schlos­sen sein. Auch dort wer­den wie­der Post-Di­enst­leis­tun­gen an­ge­bo­ten. Ci­ty­ma­nage­ment und um­lie­gen­de Ge­schäf­te lo­ben das Vor­ha­ben als Fre­quenz­brin­ger für die schwä­cheln­de obe­re Hin­den­burg­stra­ße. Kun­den kri­ti­sier­ten an dem Stand­ort, er lie­ge mit­ten in der Fuß­gän­ger­zo­ne – sei al­so mit dem Au­to schwer er­reich­bar.

FO­TO: AN­GR

Die War­te­schlan­ge an der Post reicht meist bis auf den Geh­weg.

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