Im Rausch der Far­ben

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON AN­GE­LA WILMS-ADRIANS

Das „Ho­li-Gaudy“-Fes­ti­val im Nord­park lock­te Tau­sen­de jun­ge Leu­te an. Sie be­war­fen sich mit bun­ten Farb­pul­vern und fei­er­ten ei­ne Par­ty nach Art des in­di­schen Früh­lings­fes­tes. Vor al­lem 16- bis un­ter 30-Jäh­ri­ge hat­ten Spaß.

Weiß war die an­ge­sag­te Far­be – doch nur vor dem „Ho­li Gaudy“auf dem Mes­se­ge­län­de im Nord­park. Das von jun­gen Men­schen zur Schau ge­tra­ge­ne Meer an wei­ßen TShirts, Klei­dern und Ho­sen ent­pupp­te sich bald als Mo­ment­auf­nah­me: Groß­zü­gig in die Luft ge­wor­fe­ne Farb­pul­ver ver­wan­del­ten Men­schen und Din­ge in bi­zar­re Farb­spie­le.

Für Mön­chen­glad­bach war es die fünf­te Auf­la­ge des „Ho­li Gaudy“-

„ich will hier mit Freun­den et­was

Neu­es er­le­ben“

La­ra Leh­mann

Fes­ti­val­be­su­che­rin

Fes­ti­vals, das sei­nen Ur­sprung im far­ben­fro­hen in­di­schen Früh­lings­fest hat. Im Ur­sprungs­land wird ei­nen Tag lang los­ge­löst von Al­ter und ge­sell­schaft­li­chen Schran­ken ge­mein­sam ge­fei­ert. Da­bei wird bun­tes Pul­ver, das „Gul­al“, in die Luft ge­wor­fen. Die hie­si­ge Ver­si­on des far­ben­fro­hen Spek­ta­kels lock­te vor al­lem die 16- bis Un­ter-30-Jäh­ri­gen an, und die wa­ren in Scha­ren ge­kom­men. Ulf St­ein­ecke vom Ver­an­stal­ter Di­gi­nights be­rich­te­te, dass zu je­dem „Ho­li-Gaudy“2000 bis 3000 Be­su­cher kom­men.

Sie wol­len Par­ty im Far­ben­rausch. In Mön­chen­glad­bach gab es da­zu Mu­sik mit den DJs Vo­lu­me, Ho­me­af­fairs, Plas­tik Funk, Caps­ter, Tim­bo und dem in­di­schen DJ Za­eps­ter. Farb­pul­ver konn­ten vor Ort er­wor­ben wer­den, was auch reich­lich ge­tan wur­de. Oli­via Jas­pers ta­xier­te durch ei­ne schrill grü­ne Son­nen­bril­le er­war­tungs­froh das Ge­län­de un­ter frei­em Him­mel. „Ich bin hier, weil das Wet­ter gut und das Fes­ti­val nicht zu groß ist, und na­tür­lich we­gen der vie­len Far­ben im In­dian Style“, er­zähl­te die 24-Jäh­ri­ge. Ge­kom­men war sie in der Cli­que und in Weiß, so auch die 20-jäh­ri­ge Lau­ra Leh­mann, die gut ge­launt be­ton­te: „Ich will hier mit Freun­den et­was Neu­es er­le­ben, und die Far­ben sind schon das Geils­te.“Wie die meis­ten ver­zich­te­ten die bei­den Frau­en auf ei­nen Over­all, um die ei­ge­ne Klei­dung zu schüt­zen. „Das soll man schon se­hen“, stell­te Micha­el Tschö­ke in Er­war­tung der farb­li­chen Ver­wand­lung fest. Na­tür­lich trug er Weiß, um da­mit ei­ne idea­le Ba­sis für die schril­len Spu­ren der Farb­pul­ver zu ha­ben. Eben­so sa­hen es Pier­re Kau­manns und Leo­nas Gro­ßer (bei­de 17), die sich gut mit Farb­pul­ver­beu­teln ein­ge­deckt hat­ten. „Ich steh auf die Mu­sik hier. Wenn man mit Freun­den un­ter­wegs ist, ist es so­wie­so im­mer rich­tig“, so Pier­re.

Halb­stün­dig wur­den Count­downs zum all­ge­mei­nen Farb­wer­fen durch­ge­ge­ben. Dann war die Luft er­füllt von leuch­ten­dem Rot und Oran­ge, tie­fem Blau und Vio­lett. Die Far­ben ver­misch­ten sich zum bun­ten Spek­trum, wur­den vom Wind als Ne­bel fort­ge­tra­gen und reg­ne­ten auf die Kör­per. Nicht je­der moch­te war­ten, al­so wur­de auch zwi­schen­durch kräf­tig pul­ve­ri­siert, zu­wei­len paar­wei­se, um Ton in Ton-Ef­fekt zu ge­win­nen, wie auch im groß­zü­gi­gen Schwung über Köp­fe hin­weg. So glich man­cher nach­her ei­nem Avat­ar oder Fa­bel­we­sen. In­mit­ten der Lust auf Far­be klang hier und da der „Sum­mer of Love“an: Et­li­che Mäd­chen und Frau­en hat­ten sich Blu­men ins Haar ge­steckt.

FO­TO: DET­LEF ILGNER

Halb­stün­dig wur­den die Count­downs zum all­ge­mei­nen Farb­wer­fen durch­ge­ge­ben.

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