Im Bun­ten Gar­ten san­gen jun­ge und al­te Gäs­te mit den „Boo­re“

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES -

CHRIS­TI­AN OS­CAR GAZSI LAKI BUN­TER GAR­TEN „Rut, rut, rut, rut sin de Ru­se“in bes­ter köl­scher Ma­nier, heißt es ei­gent­lich nur in der Ses­si­on – ei­gent­lich. „De Boo­re“, bes­ser ge­sagt „Boo­re“denn das „De“ha­ben sie im Lau­fe der Zeit ver­lo­ren, gibt es aber auch jen­seits der Kar­ne­vals­zeit. Mit ih­ren Lie­dern tref­fen sie nicht nur den Ge­schmack der Je­cken, auch au­ßer­halb Kölns, nein, sie schwim­men auf ei­ner Wel­le, die es durch­aus auf Grill­par­tys oder Bal­ler­mann-Fe­ten schafft. Sie sind vi­el­leicht mit der Zeit – sa­gen wir mal – hip­per ge­wor­den. Nicht zu­letzt durch den re­la­tiv neu­en (seit 2012), recht jun­gen, Front­mann Hen­drik „Hein” Brock – sie tra­gen jetzt üb­ri­gens Le­der­ho­sen. Wenn Boo­re ih­re ei­ge­nen Songs sin­gen, klingt es schon mal auch nach El Are­nal. Bei­spiels­wei­se bei „Gut, dass du kein En­gel bist“, das auf mar­kan­te Wei­se Merk­ma­le je­ner Schla­ger trifft, die ger­ne als Mallor­ca-Hits ti­tu­liert wer­den. Viel Kölsch – nicht das Ge­tränk - ist in die­sem Fall nicht mehr vor­han­den, oder?

Der NEW-Mu­sik­som­mer, der die ma­le­ri­sche Kon­zert­mu­schel hin­ter der Kai­ser-Fried­rich-Hal­le mit ver­schie­dens­ten Stil­rich­tun­gen von Un­ter­hal­tungs­mu­sik be­spie­len möch­te, bie­tet für je­den Ge­schmack et­was. Mit Boo­re be­dient man den kölsch-rhein­län­disch ge­stimm­ten Mit­sing­wil­li­gen. Von de­nen es wirk­lich vie­le gibt, denn der Bun­te Gar­ten war mit ei­ner aus­ge­spro­chen bun­ten Viel­zahl an Jung und Alt be­völ­kert, die sich ei­ne schö­ne Zeit mach­ten – trotz des wech­sel­haf­ten Wet­ters. Ex­pli­zit un­ter dem Ti­tel „ne köl­sche Mit­sing­vor­mit­tag“ging es aber nicht nur um die „Bau­ern“. Be­vor sie als Gan­zes den Schwenk weg von tra­di­tio­nel­le­ren Kar­ne­vals-Hits zu ih­ren Gu­te-Lau­ne-Schla­gern voll­zo­gen, gab es noch ei­nen Streif­zug durch be­kann­te Lie­der an­de­rer Bands. So­zu­sa­gen als Vorband, un­plug­ged – nur mit Gi­tar­ren­be­glei­tung durch „Jörg“–, mo­ti­vier­te Front­mann „Hein“sein Pu­bli­kum zum Sin­gen, Klat­schen, Schun­keln. Und zeig­te, wie eng ver­bun­den er mit der köl­schen Tra­di­ti­on auch ist. Kar­ne­vals­stim­mung im Som­mer – das geht! Wie im­mer wur­de auch dies­mal für ei­nen gu­ten Zweck ge­sam­melt. 2082,65 Eu­ro spen­de­te das Pu­bli­kum für die Stif­tung für Kin­der und Ju­gend­li­che in Ei­cken. Der 2004 durch ka­tho­li­sche Kir­chen­ge­mein­den ge­grün­de­te – al­ler­dings über­kon­fes­sio­nel­le – Ver­ein, be­müht „sich um Er­zie­hung und Bil­dung nach christ­li­chen Wert­maß­stä­ben um bes­se­re Zu­kunfts­chan­cen für al­le zu schaf­fen“.

Ei­ne schö­ne Sa­che, wenn bei gu­ter Lau­ne auch Platz für die gu­te Tat ist.

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