Meh­dorn be­treut jetzt Start-ups

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - WIRTSCHAFT -

Der eins­ti­ge Bahn-Chef mit dem rus­ti­ka­len Stil wird 75 Jah­re alt.

BER­LIN (dpa) Im Som­mer ver­bringt er die meis­te Zeit in Süd­frank­reich. Dort be­sitzt er mit sei­ner Frau ein Haus und ei­nen klei­nen Wein­berg, vier Hekt­ar groß. Ab und zu ist Hart­mut Meh­dorn auch in Ber­lin. Ein biss­chen hat der frü­he­re Bahn­chef da be­ruf­lich noch zu tun. „Ich be­treue drei klei­ne Start-ups in Ber­lin“, er­zählt er. Wel­che Un­ter­neh­men das sind, will er aber nicht ver­ra­ten. „Man soll erst ga­ckern, wenn das Ei ge­legt ist.“

Meh­dorn ist ei­gent­lich seit zwei Jah­ren im Ru­he­stand. „Es geht mir gut“, sagt er. Er kommt end­lich zum Le­sen. So neh­me er sich mal ei­nen Phi­lo­so­phen vor, „an dem ich mich ab­ar­bei­te“. Oder er heu­ert auf ei­nem Se­gel­boot an der Mit­tel­meer­küs­te an. „Ein ei­ge­nes Boot ha­be ich nicht mehr, aber die su­chen im­mer Leu­te für ih­re Mann­schaf­ten.“

Ma­cher wur­de er ge­nannt, streit­lus­ti­ges Rau­bein aber auch. Ma­na­ger dür­fen noch Pa­tri­ar­chen sein, als die Kar­rie­re des Ma­schi­nen­bau­ers 1964 be­ginnt. Meh­dorn geht zu Air­bus, wech­selt zu Hei­del­ber­ger Druck­ma­schi­nen. Bun­des­weit brei­ter be­kannt wird er 1999 als Bahn­Chef. Er trimm­te die Staats­bahn auf Ge­winn. Der Bör­sen­gang aber miss­lang, auch weil die Fi­nanz­kri­se da­zwi­schen­kam. Bei Air Ber­lin ge­lingt ihm das Kunst­stück, den Groß­in­ves­tor Eti­had an Bord zu ho­len. Doch trotz der ara­bi­schen Fi­nanz­sprit­zen steckt die Air­line bis heu­te tief in der Kri­se. Im März 2015 wur­de Meh­dorn Chef der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft Ber­lin Bran­den­burg – doch er schaff­te es nicht, die Kri­se bei­zu­le­gen und den Flug­ha­fen zu er­öff­nen. Im Mai 2016 leg­te er al­le Äm­ter nie­der. Zu­vor hat­te ihn ei­ne Me­di­ka­men­ten-Un­ver­träg­lich­keit auf die In­ten­siv­sta­ti­on ge­zwun­gen.

Der mit ei­ner Fran­zö­sin ver­hei­ra­te­te Ma­na­ger be­wun­dert Na­po­le­on. Den ein­zi­gen Feh­ler des Feld­herrn sieht er im Krieg­füh­ren. Am 31. Ju­li fei­ert er sei­nen 75. Ge­burts­tag. Da wer­de er ir­gend­wo in Deutsch­land oder Frank­reich un­ter­wegs sein, sagt Meh­dorn – und be­stimmt nicht er­reich­bar.

FO­TO: DPA

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