Haft­stra­fe für Be­trei­ber der Dis­ko­thek „Pra­da“

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - REISE&ERHOLUNG - VON GA­BI PE­TERS

In den Rä­um­lich­kei­ten, in de­nen die Hells An­gels zwei Par­tys fei­er­ten, wur­den Am­phet­ami­ne im gro­ßen Stil ver­kauft.

We­gen un­er­laub­ten Dro­gen­han­dels be­zie­hungs­wei­se we­gen der Bei­hil­fe sind die bei­den Ge­schäfts­füh­rer der mitt­ler­wei­le ge­schlos­se­nen Dis­ko­thek „Pra­da“in Rhe­ydt ver­ur­teilt wor­den. P. (27) er­hielt ei­ne Ge­samt­frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren und vier Mo­na­ten. A. (42) wur­de zu ei­ner Haft­stra­fe von zwei Jah­ren ver­ur­teilt, die zur Be­wäh­rung aus­ge­setzt wur­de. Das be­stä­tig­te der Spre­cher des Land­ge­richts Mön­chen­glad- bach, Rai­mond Rött­ger, un­se­rer Re­dak­ti­on.

Die Dis­ko­thek „Pra­da“an der Bon­nen­broi­cher Stra­ße war vor al­lem in die Schlag­zei­len ge­ra­ten, weil die Mönchengladbacher Hells An­gels in den Räu­men zwei gro­ße Par­tys fei­er­ten. Zur letz­ten hat­ten die Ro­cker Rot­licht­kö­nig Bert Wol­lers­heim ein­ge­la­den. Da­mals hieß die Dis­ko­thek noch „Ka­bel­werk“und war ge­ra­de frisch sa­niert wor­den. Un­ter an­de­rem wa­ren dort teu­re Brand­schutz­ar­bei­ten er­le­digt wor- den, oh­ne die es kei­ne Ge­neh­mi­gung für die Par­ty ge­ge­ben hät­te.

Wie Ge­richts­spre­cher Rött­ger be­rich­tet, wa­ren die Dis­ko­the­ken­be­trei­ber mit ih­ren Be­triebs­kon­zep­ten nicht be­son­ders er­folg­reich. We­der die Tech­no-Ver­an­stal­tun­gen im „Ka­bel­werk“noch die mas­sen­taug­li­che­ren Ver­an­stal­tun­gen mit DJs, Live­mu­sik und Show­stern­chen (die Neu­er­öff­nung wur­de mit TV-Mo­del Gi­na-Li­sa Loh­fink ge­fei­ert) sol­len ge­nug Ein­nah­men ge­bracht ha­ben. Wie aus den Ge­richts­ak­ten her­vor- geht, hat­ten sich bei P. Schul­den in Hö­he von 150.000 Eu­ro an­ge­häuft. Wo­mög­lich ent­schlos­sen sich die bei­den da­her, in der Dis­co Am­phet­ami­ne her­zu­stel­len und zu ver­kau­fen. Im Mai ver­gan­ge­nen Jah­res soll A. zwei Li­ter Am­phet­amin-Öl bei ei­nem hol­län­di­schen Lie­fe­ran­ten be­stellt ha­ben. „Von da an wur­de in re­la­tiv kur­zen Ab­stän­den wei­te­rer Grund­stoff be­sorgt, um dar­aus Am­phet­ami­ne her­zu­stel­len“, be­rich­tet Rött­ger. Bis zu ih­rer Fest­nah­me sol­len die bei­den min­des­tens acht Li­ter Am­phet­amin-Öl mit un­ter­schied­li­chem Wirk­stoff­ge­halt (bis zu 20 Pro­zent) be­sorgt, zum Teil wei­ter­ver­ar­bei­tet und ver­kauft ha­ben.

Im Mai 2016 wa­ren bei der Po­li­zei die ers­ten Hin­wei­se auf ei­nen mög­li­chen Dro­gen­ver­kauf in der Dis­co „Pra­da“ein­ge­gan­gen. Die Er­mitt­lun­gen be­gan­nen und führ­ten im Ok­to­ber schließ­lich zu ei­ner Durch­su­chung der Par­ty­räu­me, bei der die Po­li­zei 1,3 Li­ter Am­phet­amin-Öl fand und si­cher­stell­te. Die Be­trei­ber ka­men in Un­ter­su­chungs­haft.

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