IN­TER­VIEW DEICH­KIND „Deich­kind hat im Rhein­land im­mer gut funk­tio­niert“

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES -

PORKY Bei mir ist es oft so, dass ich durch die Stadt ge­he und den­ke, ich hät­te kei­nen Bo­den un­ter den Fü­ßen. Aber wenn ich dann zu den Jungs kom­me, dann fühl ich mich ein­fach si­cher. Manch­mal so­gar mehr als zu­hau­se. Gibt’s beim Kon­zert im Au­gust denn wie­der ein Schlauch­boot, mit dem ihr ins Pu­bli­kum glei­tet? PORKY Ja, klar. Wir zie­hen al­le Re­gis­ter. Aber es ist im Grun­de die al­te Show, die wir bis­her ge­spielt ha­ben, fei­len aber na­tür­lich im­mer wei­ter, da­mit es noch bes­ser wird. Mit wie viel Aus­stat­tung reist ihr? PORKY Vier Trucks und zwei Dop­pel­de­cker­bus­se. PHIL­IPP Noch nicht ganz U2-mä­ßig, aber wir ar­bei­ten dran. Beim letz­ten Kon­zert in Mön­chen­glad­bach habt ihr ei­nen Ho­ckey- schlä­ger als Er­in­ne­rung an den Ho­ckey­park ge­schenkt be­kom­men – habt ihr den noch? PORKY Aber na­tür­lich. Der steht bei uns im Bü­ro. Seid ihr vor Auf­trit­ten ei­gent­lich noch ner­vös? PHIL­IPP Ja. Am An­fang der Tour macht man sich schon Ge­dan­ken, ob et­was schief­lau­fen könn­te. Ir­gend­wann ist man im Pro­gramm drin, aber das ist dann nicht mehr so schlimm wie zu Be­ginn. Wie fer­tig seid ihr nach ei­ner Show? PORKY Man ist ei­gent­lich eher wach. Er­schöpft auch, aber eher eu­pho­risch. Das Ge­fühl nach der Show ist ei­gent­lich das Bes­te am Job. Jetzt seid ihr seit 20 Jah­ren ei­ne Band – gibt es ir­gend­ei­nen Zeit­punkt, wo ihr sagt: Das war’s jetzt? PHIL­IPP Man denkt das ei­gent­lich im­mer nach je­dem Al­bum. Es ist schon viel Rei­se­rei. PORKY Wir sind auch die ers­te Ge­ne­ra­ti­on, die mit dem Gen­re al­tert… Fühlt ihr euch al­so als Be­glei­ter die­ser Ge­ne­ra­ti­on und wenn die ir­gend­wann nicht mehr ist, ist Schluss? PORKY Im Grun­de ja, wir al­tern mit. Ich weiß noch, als wir uns er­schro­cken ha­ben. Ge­ra­de ist man noch nor­mal und auf ein­mal ist man äl­ter… Wor­an macht ihr das fest? PORKY An grau­en Bär­ten. Aber im Grun­de fühlt man sich gleich. Die Le­bens­er­war­tung steigt ja auch, bis 80 oder so… Hat­tet ihr ei­gent­lich schon mal ei­nen 80-jäh­ri­gen Fan im Pu­bli­kum? PHIL­IPP Ich hab da schon mal je­mand Äl­te­ren ge­se­hen. PORKY Wir ha­ben aber so­wie­so vie­le Ge­ne­ra­tio­nen im Pu­bli­kum. Hat sich das mit dem wach­sen­den Er­folg ge­än­dert? PHIL­IPP Ja, im­mer mehr. Wo­bei das ers­te Al­bum schon recht er­folg­reich war, und die Leu­te, die da zu den Kon­zer­ten ka­men, sind mit uns ge­al­tert. Da­mals wa­ren wir 20, und jetzt kom­men die im­mer noch. Was wünscht ihr euch für die Zu­kunft? Was wollt ihr un­be­dingt noch ma­chen? PORKY Ich wür­de gern mal auf Ku­ba auf­tre­ten. Man hat mir ge­sagt, dort herr­sche so ei­ne At­mo­sphä­re wie in…

PHIL­IPP …der So­wjet­uni­on… PORKY ...ne, wie in Ber­lin An­fang der 90er, das wür­de ich ger­ne er­le­ben. Ich glau­be, das ist rich­tig le­ben­dig.

PHIL­IPP Oder nach Chi­na. Al­so geht’s euch eher um die At­mo­sphä­re, nicht dar­um, das Olym­pia­sta­ti­on in Ber­lin voll zu be­kom­men? PORKY Das ist eher zweit­ran­gig, ja.

Dan­ke für das Ge­spräch.

FO­TO: JAN BONK

Beim Auf­tritt im Strand­haus des Spar­kas­sen­parks hat­te Sän­ger Phil­ipp Grü­te­ring kürz­lich ei­nes sei­ner ex­tra­va­gan­ten Büh­nen-Out­fits an.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.