Nur über Sys­tem­treue kann der TVK Er­folg ha­ben

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - SPORT LOKAL - VON GE­ORG AMEND

HAND­BALL Es ist so ei­ne Sa­che mit ers­ten Ein­drü­cken. Sie gel­ten als ent­schei­dend, spie­geln aber nie das kom­plet­te Bild. Dass Dritt­li­gist TV Korschenbroich sein ers­tes Test­spiel mit 17:31 (10:19) ge­gen Ein­tracht Ha­gen ver­lo­ren hat, zeigt das deut­lich. In der Ver­fas­sung von Mon­tag­abend war der TVK si­cher nicht Dritt­li­ga-taug­lich. Doch war es erst die zwei­te Ein­heit mit Ball ei­nes kom­plett neu­for­mier­ten Teams – nur die Tor­hü­ter Max Jä­ger und Fe­lix Krü­ger stan­den in der Vor­sai­son für Korschenbroich auf dem Par­kett – und der Geg­ner als Zweit­li­ga-Auf­stei­ger ein gro­ßes Ka­li­ber, deut­lich ein­ge­spiel­ter und kör­per­lich über­le­gen. Er­klä­run­gen für die Nie­der­la­ge.

Es wur­de aber auch er­sicht­lich, dass Trai­ner Ron­ny Ro­gaw­s­ka viel Ar­beit vor sich hat, und dass das Ziel in der neu­en Sai­son nicht an­ders als Klas­sen­er­halt lau­ten kann. Quan­ti­ta­tiv sind die Abgänge zwar durch zehn Zugänge er­setzt wor­den, qua­li­ta­tiv aber nicht. Ein­zig Si­mon Bock auf halb­rechts über­zeug­te mit acht To­ren, vom Rest kam noch viel zu we­nig. Das ist zwar zu die­sem Zeit­punkt nicht ver­wun­der­lich, gibt aber Hin­wei­se. Da ist es nur ein ge­rin­ger Trost, dass in Stef­fen Brink- hu­es und Aa­ron Jen­nes noch zwei Ak­teu­re fehl­ten, die in der Vor­sai­son be­reits für den TVK spiel­ten, denn bei­de müs­sen eben­falls in nun kur­zer Zeit wei­te­re gro­ße Schrit­te in ih­rer Ent­wick­lung ma­chen: Brink­hu­es braucht als Tor­jä­ger aus dem lin­ken Rück­raum mehr Selbst­ver­trau­en, Jen­nes als Ab­wehr­hü­ne mehr Prä­senz als nur sei­ne kör­per­li­che mit mehr als zwei Me­tern Län­ge. Und auch die Zugänge müs­sen sich rasch ent­wi­ckeln.

Ro­gaw­s­ka steht in sei­ner sechs­ten Sai­son als Coach des TVK vor sei­ner größ­ten Her­aus­for­de­rung. Der ehe­ma­li­ge Erst- und Zweit­li­ga-Trai­ner muss­te noch nie ei­nen sol­chen Um­bruch meis­tern. Selbst, als er in Düs­sel­dorf sei­ner­zeit mal Zugänge in­te­grie­ren muss­te, wa­ren das meist ge­stan­de­ne Spie­ler, de­nen er vie­le Grund­la­gen nicht mehr ein­trich- tern muss­te. Das ist nun an­ders. Ro­gaw­s­ka weiß, dass sein Team in der neu­en Sai­son nicht nur ei­ne der jüngs­ten, son­dern auch kör­per­lich un­ter­le­ge­ne­ren Mann­schaf­ten sein wird. „Da wird si­cher­lich was feh­len“, sagt er. „Aber das müs­sen wir dann spie­le­risch aus­glei­chen. Wir müs­sen hin­ten an­fan­gen und uns dann Schritt für Schritt nach vor­ne ar­bei­ten.“

Was es da­zu braucht, ist ein Sys­tem – das hat der Dä­ne. Was aber noch wich­ti­ger ist: Die Spie­ler müs­sen es be­fol­gen. Und zwar 60 Mi­nu­ten in je­der Par­tie. Die in­di­vi­du­el­le Qua­li­tät wird in der neu­en Sai­son beim TVK nicht hoch ge­nug sein, um Spie­le zu ent­schei­den. Um­so wich­ti­ger ist Sys­tem­treue im Kol­lek­tiv. Nur so kann es Er­folg ge­ben. Der Klas­sen­er­halt wä­re ein sol­cher. Das hat der ers­te Ein­druck ge­zeigt.

FO­TO: TVK

Fa­bi­an Bleckat, Erik Ham­pel, Fe­lix Krü­ger, Si­mon Bock, Gert­jan Bon­ga­erts, Phil­ipp Schnei­der, Ju­li­an Mum­me, Max Jä­ger, Mathis Pötzsch, Lu­ca Bohr­mann, Ath­le­tik­trai­ner Mir­ko Luft und Coach Ron­ny Ro­gaw­s­ka (von links).

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.