Kauf­hofs Är­ger mit Kre­dit­ver­si­che­rer

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - WIRTSCHAFT -

Die Kre­dit­li­mits der Lie­fe­ran­ten von Ga­le­ria Kauf­hof wur­den dras­tisch ge­kürzt.

DÜS­SEL­DORF (mba) Ga­le­ria Kauf­hof hat ges­tern Un­ru­he in der Tex­til­bran­che aus­ge­löst: Der Kre­dit­ver­si­che­rer Eu­ler Her­mes kürz­te Lie­fe­ran­ten der Köl­ner Wa­ren­haus­ket­te die Kre­dit­li­mits, wie das Fach­ma­ga­zin „Tex­til-Wirt­schaft“be­rich­tet. Nach In­for­ma­tio­nen der in Frank­furt er­schei­nen­den Zeit­schrift hat die Kre­dit­ver­si­che­rung die Ga­ran­tie­zu­sa­gen für Lie­fe­run­gen an Kauf­hof dras­tisch zu­rück­ge­nom­men.

Bei Un­ter­neh­men wie Eu­ler Her­mes ver­si­chern Her­stel­ler das Ri­si­ko ih­rer Lie­fe­run­gen an Han­dels­un­ter­neh­men. Kann der Händ­ler die Lie­fe­rung nicht be­zah­len, springt die Kre­dit­ver­si­che­rung ein. Ei­ne plötz­li­che Sen­kung des Kre­dit­li­mits wie im ak­tu­el­len Fall gilt für ge­wöhn­lich als Hin­weis auf ein ge­stie­ge­nes Ri­si­ko bei dem Un­ter­neh­men.

So pla­ne Eu­ler Her­mes, nur noch für 20 bis 25 Pro­zent des Lie­fer­um­fangs auf­zu­kom­men. Das hat die „Tex­til-Wirt­schaft“dem Be­richt zu­fol­ge bei meh­re­ren Tex­til-Lie­fe­ran­ten er­fah­ren. Auch an­de­re Un­ter­neh­men wa­ren be­trof­fen – bei ih- nen fie­len die Ein­schnit­te je­doch ge­rin­ger aus.

Es ist bis­lang un­klar, ob der Aus­lö­ser für die Kre­dit­li­mit­kür­zung das ope­ra­ti­ve Ge­schäft von Ga­le­ria Kauf­hof oder die La­ge des Ei­gen­tü­mers Hud­son’s Bay Com­pa­ny (HBC) ist. Das ka­na­di­sche Han­dels­un­ter­neh­men hat­te Kauf­hof vor knapp zwei Jah­ren über­nom­men und ex­pan­diert schnell in Eu­ro­pa.

„Um Ga­le­ria Kauf­hof müs­sen wir uns trotz­dem erst­mal kei­ne Sor­gen ma­chen. Der Mut­ter­kon­zern ist sehr sol­vent“, sagt Ger­rit Hei­ne­mann, Han­dels­ex­per­te der Hoch­schu­le Nie­der­rhein. „Die Über­nah­me durch Hud­son’s Bay Com­pa­ny hat al­ler­dings be­wirkt, dass Kauf­hof im­mer we­ni­ger selbst ent­schei­den kann.“

So hät­ten sich wahr­schein­lich auch die Zah­lungs­zie­le seit der Über­nah­me ver­än­dert: „Lie­fe­ran­ten müs­sen für ge­wöhn­lich 60 Ta­ge auf die Be­zah­lung war­ten“, sagt Hei­ne­mann. „Durch die­se Fris­so­der-Stirb-Tak­tik könn­ten mit­tel­stän­di­sche Lie­fe­ran­ten Pro­ble­me be­kom­men, denn sie sind auf Kauf­hof an­ge­wie­sen.“

Ga­le­ria Kauf­hof teil­te auf An­fra­ge mit: „Von Zeit zu Zeit über­prü­fen die Kre­dit­ver­si­che­rer ih­re Ri­si­ko­la­ge und pas­sen die­se an die Markt­ge­ge­ben­hei­ten an. Un­se­re Lie­fe­ran­ten kön­nen bei ih­ren Ge­schäf­ten mit uns sehr be­ru­higt sein.“Der Grund: Dem Mut­ter­kon­zern Hud­son’s Bay Com­pa­ny ste­he ein glo­ba­les Kre­dit­vo­lu­men von 2,25 Mil­li­ar­den Dol­lar zur Ver­fü­gung.

FO­TO: DPA

Die Wa­ren­haus­ket­te Ga­le­ria Kauf­hof steckt in Schwie­rig­kei­ten.

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