Der Glad­ba­cher „Müll“-Sa­lon

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON DA­NIE­LA GEFGEN

Es gibt Or­te in Mön­chen­glad­bach, die der durch­schnitt­li­che Bür­ger wahr­schein­lich nie ken­nen­ler­nen wird. Da­zu zählt wahr­schein­lich auch die Mags be­zie­hungs­wei­se GEM – ob­wohl die The­men Müll und Sau­ber­keit den Men­schen täg­lich be­geg­nen. Aber wie sieht es hin­ter den Mau­ern des Ent­sor­gungs­un­ter­neh­mens aus, und was ge­nau zählt zu sei­nen Auf­ga­ben?

Das ge­nau soll­te beim Glad­ba­cher Sa­lon in der Kan­ti­ne des Un­ter­neh­mens ge­klärt wer­den. „Wir möch­ten Lo­ca­ti­ons vor­stel­len, zu de­nen der Bür­ger sonst nicht hin­kommt“, er­klärt Hel­ga M. Hou­ben, ei­ne der drei Sa­lo­niè­ren, das Prin­zip des Glad­ba­cher Sa­lons. So gab es bei­spiels­wei­se schon ei­nen Kar­ne­vals-Sa­lon im Zeug­haus und ei­nen Spiel-Sa­lon bei dem Spie­le-Ent­wick­ler „Mü­cke Spie­le“.

Die Auf­ga­ben von Un­ter­neh­mens Mags und GEM sind viel um­fang­rei­cher, als man glaubt. „Auf der Stra­ße se­hen Sie uns nur in Müll­fahr­zeu­gen an Ih­nen vor­bei­fah­ren. Heu­te Abend kön­nen Sie se­hen, was al­les da­hin­ter steckt“, er­öff­net Ga­b­rie­le Teu­fel, Ge­schäfts­füh­re­rin der GEM, den Abend.

Ab­fall­samm­lung, Stra­ßen­rei­ni­gung, Win­ter­dienst, Ent­fer­nung wil­der Müll­ab­la­ge­run­gen, Sperr­müll­ab­ho­lung, Grün­bün­del­ab­fuhr und Tan­nen­bau­m­ab­ho­lung – das sind ei­ni­ge der Auf­ga­ben des Be­trie­bes. „Wir sind je­den Tag auf der Stra­ße, stän­dig ma­chen wir sau­ber, räu­men auf. Aber trotz­dem hat man im­mer den Ein­druck, dass un­se­re Stadt ein­fach nicht sau­be­rer wird“, sagt Pres­se­spre­che­rin An­ne Pe­ters-Dre­sen. Al­so be­auf­trag­te die GEM ei­ne Stu­die bei der Hoch­schu­le Nie­der­rhein. Ziel war es her­aus­zu­fin­den, wie der Ein­druck von Schmutz und Un­auf­ge­räum­t­heit ent­steht.

Das Er­geb­nis der For­schung war für die GEM hoch­in­ter­es­sant und wert­voll. Laut der Stu­die gibt es ei­ne ge­fühl­te Sau­ber­keit im öf­fent­li­chen Raum, die sich auf drei Sicht-Ebe­nen be­zieht. Ver­schmut­zun­gen wer­den dem­nach be­son­ders auf Bö­den, an Ge­gen­stän­den und Im­mo­bi­li­en wahr­ge­nom­men. Da­zu zäh­len Graf­fi­ti an Haus­wän­den, Geh­weg­be­schä­di­gun­gen oder auch un­mo­der­ne Müll­ton­nen. Die GEM ent­wi­ckel­te ba­sie­rend auf die­sen Er­kennt­nis­sen de­tail­lier­te Maß­nah­men zur Stei­ge­rung der ge­fühl­ten Sau­ber­keit: De­fek­te Stra­ßen­la­ter­nen soll­ten er­neu­ert, Wu­che­run­gen in Park­an­la­gen um­ge­stal­tet, Pla­ka­te or­dent­li­cher an­ge­bracht wer­den.

Auf vie­le die­ser Be­rei­che konn­te die GEM al­lei­ne je­doch nicht ein­wir­ken. Al­so wur­de das Un­ter­neh­men Mags (Mön­chen­glad­ba­cher Ab­fall-, Grün und Stra­ßen­be­trieb) ge­grün­det, und die GEM wur­de zu „Mags GEM“. Das neu auf­ge­stell­te Un­ter­neh­men hat­te nun die Mög­lich­keit, mehr Auf­ga­ben ab­zu­de­cken, da­mit die Stadt sau­be­rer wird. So wur­den an Haupt­ver­kehrs­stra­ßen Geh­we­ge be­gra­digt und Ver­wu­che­run­gen ent­fernt so­wie un­nö­ti­ge Grün­ab­schnit­te asphal­tiert, da­mit sie auf­ge­räum­ter wir­ken.

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