Glad­bach und die Schweiz tei­len sich Bo­rus­sen-Iko­ne Gün­ter Net­zer

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON KARS­TEN KELLERMANN

Gün­ter Net­zer nimmt es ge­wohnt prag­ma­tisch. „Am 1. Au­gust kom­men wir aus dem Ur­laub zu­rück. Haupt­sa­che, ich muss kei­ne Re­de hal­ten“, sag­te er der Schwei­zer Zei­tung „Blick“. Net­zer sag­te die­se Sät­ze mit Blick auf den Na­tio­nal­fei­er­tag der Schweiz, der mor­gen ist. Es ist auch SEIN Na­tio­nal­fei­er­tag – denn, das kam nun her­aus, die Bo­rus­senI­ko­ne ist seit 2015 Schwei­zer. „Ich

Gün­ter Net­zer ha­be län­ger in der Schweiz ge­lebt als in Deutsch­land. Mei­ne Toch­ter ist hier groß ge­wor­den und spricht Schwei­zer­deutsch“, sag­te er nun der „Welt­wo­che“. „Die­ses Land hat et­was Über­ra­gen­des. Je­der, der hier leben darf, ist pri­vi­le­giert“, ließ er wis­sen, und sprach von „wir Schwei­zer Bür­ger“.

1977 be­en­de­te er bei Gras­shop­per Zü­rich sei­ne Kar­rie­re, war da­nach Ma­na­ger beim Ham­bur­ger SV. 1986 zog er mit sei­ner Frau El­vi­ra nach Zü­rich. Und 30 Jah­re spä­ter wur­de er Eid­ge­nos­se. „Blick“ju­belt: „Jetzt sind wir Fuß­ball-Welt­meis­ter!“Oh je, das wird Net­zer nicht gern le­sen. Denn weil er 1974 beim Tur­nier in Deutsch­land kaum spiel­te, nur beim 0:1 ge­gen die DDR, fühlt er sich nicht als Welt-Cham­pi­on. Da­für aber als „zu­ge­reis­ter, ver­in­ner­lich­ter und in­te­grier­ter Schwei­zer“.

Da die Schweiz beim neu­zeit­li­chen Auf­schwung der Glad­ba­cher seit 2011 ei­ne au­ßer­or­dent­li­che Rol­le (Trai­ner Lu­ci­en Fav­re, di­ver­se Spie­ler) ge­spielt hat, passt es wohl, dass sich Mön­chen­glad­bach und die Schweiz nun die Fuß­ball-Legende Net­zer qua­si tei­len. Net­zer hat nun zwar den rot-wei­ßen Pass der Eid­ge­nos­sen, doch er ist und bleibt Glad­ba­cher. Er wur­de hier ge­bo­ren, lern­te beim FC das Fuß­ball­spie­len, trug dann bis 1973 mit sei­ner Spiel­kunst, aber auch mit sei­nem An­ders­sein zum My­thos Bo­rus­sia bei.

Ge­ra­de hat ihn das eng­li­sche Ma­ga­zin „FourFourTwo“auf Platz 33 der 100 bes­ten Fuß­bal­ler al­ler Zei­ten ge­wählt. Das macht Bo­rus­sia stolz (Al­lan Si­mon­s­en ist üb­ri­gens die Num­mer 88). Und Glad­bach. Und die Schwei­zer. Net­zer wird es ganz prag­ma­tisch neh­men und sich den­ken: „Haupt­sa­che, ich muss kei­ne Re­de hal­ten.“

Je­der, der hier

leben darf, ist pri­vi­le­giert“

über die Schweiz

ARCHIVFOTO: ANDRE­AS ENDERMANN

Gün­ter Net­zer ist seit 2015 Schwei­zer.

FO­TO: DPA

Ei­ne Über­mit­tag-Be­treu­ung in Ki­tas ist sehr ge­fragt.

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