Wa­schen, Le­gen und Föh­nen für die Deut­sche Kin­der­krebs­hil­fe

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON DA­NIE­LA GEFGEN

Manch­mal be­darf es nur ei­nes Kamms und ei­ner Sche­re, um Gu­tes zu tun. Die­ser Über­zeu­gung war Gaf­ur Göv (24) schon als Lehr­ling. „Ich bin im­mer früh mor­gens nach Neuss zur Ar­beit ge­fah­ren. Da ha­be ich die Ob­dach­lo­sen ge­se­hen und woll­te ih­nen ir­gend­wie hel­fen.“Er muss­te nicht lan­ge über­le­gen und be­gann, kos­ten­los Haa­re zu schnei­den. Vier Jah­re lang un­ter­stütz­te er die Men­schen, für die so ei­ne schein­bar all­täg­li­che Di­enst­leis­tung ei­nen wah­ren Lu­xus dar­stell­te.

Mitt­ler­wei­le ist der jun­ge Fri­seur Chef ei­nes ei­ge­nen Sa­lons. Trotz­dem fin­det er wei­ter­hin die Zeit, sich für den gu­ten Zweck zu en­ga­gie­ren. Die­ses Jahr woll­te Göv et­was an­de­res ma­chen und ent­schied sich recht schnell für die Un­ter­stüt­zung von Kin­dern, die an Krebs lei­den. Des­we­gen konn­ten sich am Sams­tag die Be­su­cher von Mön­chen­glad­bachs Ein­kaufs­mei­le ei­nen gan­zen Tag lang ih­re Haa­re für ei­nen gu­ten Zweck schnei­den las­sen.

Ge­gen ei­ne Spen­de für die Deut­sche Kin­der­krebs­hil­fe bo­ten drei jun­ge Fri­seur­sa­lons ih­re Di­ens­te auf dem Al­ter Markt an. Die Ein­rich­tung war zu­erst sehr über­rascht von dem am­bi­tio­nier­ten Vor­ha­ben. „Sie frag­ten uns: ,Ihr wollt wirk­lich den gan­zen Tag Haa­re schnei­den und das gan­ze Geld spen­den?’“, er­in­nert sich Göv an das ers­te Te­le­fo­nat. „Sie wa­ren dann aber von un­se­rer Idee schnell be­geis­tert und ha­ben un­se­re Ak­ti­on auf ih­rer Face­book-Sei­te an­ge­kün­digt.“

Die Kin­der­krebs­hil­fe hat­te er al­so schon mal über­zeugt. Aber was sag­te die Stadt da­zu? „Mei­ne zwei Kol­le­gen mein­ten, dass wir das nie durch­be­kom­men wür­den“, er­zählt Göv. Von die­ser Ver­mu­tung hat er sich aber nicht ver­un­si­chern las­sen und kon­tak­tier­te die ent­spre­chen- den Stel­len. Schnell war die Ge­neh­mi­gung für sein Vor­ha­ben er­teilt. „Die Zu­sam­men­ar­beit mit der Stadt war wirk­lich pro­blem­los“, freut sich Göv.

Für den ei­gen­wil­li­gen Fri­seur­meis­ter ist das En­de des En­ga­ge­ments noch lan­ge nicht er­reicht. Sein nächs­tes am­bi­tio­nier­tes Vor­ha­ben: „Wir wol­len ei­nen Welt­re­kord auf­stel­len. Wir möch­ten durch Eu­ro­pa rei­sen und in den Städ­ten ge­gen ei­ne Spen­de für die Kin­der­krebs­hil­fe Haa­re schnei­den.“Den An­trag für ei­nen Ein­trag in das „Guin­ness­buch der Re­kor­de“ha­be er be­reits ge­stellt.

FO­TO (2): CHRIS­TI­AN LIN­GEN

Die Grenz­land­schä­fe­rei brach­te Bor­der-Col­lies und Scha­fe mit. Auf dem Sand­platz de­mons­trier­ten die Schä­fer ihr Hand­werk.

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