Rat­haus-Ein­bruch: Tat­ver­däch­ti­ge er­mit­telt

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KRUSCHEL ERKLÄRT’S - VON CARS­TEN SOMMERFELD

Zwei Jü­che­ner sol­len vor ei­nem Jahr ins Bür­ger­bü­ro ein­ge­drun­gen sein. Die Po­li­zei er­mit­telt we­gen wei­te­rer Straf­ta­ten.

JÜ­CHEN Ein Paar aus Jü­chen wird von der Po­li­zei ver­däch­tigt, im Ju­li ver­gan­ge­nen Jah­res in das Rat­haus ein­ge­drun­gen zu sein. Die Er­mitt­ler ver­mu­ten, dass noch wei­te­re Straf­ta­ten auf das Kon­to der bei­den ge­hen. Die Er­mitt­lun­gen der Kri­mi­nal­po­li­zei dau­ern an.

Ir­gend­wann am zwei­ten Ju­li-Wo­che­n­en­de 2016 hat­te am Rat­haus Glas ge­klirrt. Mit ei­nem Pflas­ter­stein hat­ten Ein­bre­cher ei­ne Schei­be am Bür­ger­bü­ro ein­ge­wor­fen. Drin­nen öff­ne­ten sie mit Ge­walt ei­nen Schrank. Ih­re Beu­te be­stand aus Schrank­schlüs­seln und, wie Ge­mein­de­spre­cher Jür­gen Wolf er­klärt, meh­re­ren Kas­set­ten mit Geld. Die Po­li­zei si­cher­te Spu­ren.

Ein Jahr da­nach scheint Licht ins Dun­kel zu kom­men: „Um­fang­rei­che Er­mitt­lun­gen der Po­li­zei führ­ten nun auf die Fähr­te ei­nes tat­ver­däch­ti­gen Paa­res, 22 und 34 Jah­re alt, aus Jü­chen“, teil­te die Po­li­zei ges­tern mit. Bei ei­ner Woh­nungs­durch­su­chung stell­ten die Be­am­ten Schlüs­sel si­cher, die aus je­nem Ein­bruch stam­men. Ein Ge­ständ­nis liegt der Po­li­zei laut Spre­che­rin Da­nie­la Däs­sel aber nicht vor. Wie die Ord­nungs­hü­ter auf das Paar als Tat­ver­däch­ti­ge ka­men, woll­ten die Er­mitt­ler ges­tern nicht sa­gen.

Wohl aber, dass das Paar noch für wei­te­re Ta­ten in Be­tracht kom­me. So stell­ten die Fahn­der Die­bes­gut si­cher, das aus ei­nem Woh­nungs­ein­bruch in Mön­chen­glad­bachGie­sen­kir­chen eben­falls im Ju­li ver­gan­ge­nen Jah­res stamm­te. Zu­dem stell­ten die Er­mitt­ler drei Fahr­rä­der si­cher, die im Fe­bru­ar und Mai die­ses Jah­res im Raum Jü­chen und Gre­ven­broich ge­stoh­len wor­den wa­ren – so­wie ein Han­dy, das aus ei­nem Au­to in Jü­chen ent­wen­det wor­den war.

Au­ßer­dem prüft die Po­li­zei, ob das Paar für den Dieb­stahl ei­nes Opel Mok­ka im De­zem­ber 2015 in Hil­den in Be­tracht kommt. Dort hat­ten Tä­ter aus dem Spind ei­nes Spaß­ba­des die Au­to­schlüs­sel ent- wen­det. Die Ge­län­de­li­mou­si­ne tauch­te spä­ter, im März 2016, wie­der auf, der Wa­gen wur­de aus­ge­brannt süd­lich von Aschaf­fen­burg in Bay­ern si­cher­ge­stellt. Da­bei wur­de auch ei­ne DNA-Spur ge­si­chert. Ein DNA-Ab­gleich mit der Da­ten­bank des Lan­des­kri­mi­nal­am­tes NRW er­gab nun ei­ne Über­ein­stim­mung mit dem der Po­li­zei be­reits be­kann­ten 34-Jäh­ri­gen aus Jü­chen. Das Paar be­fin­det sich auf frei­em Fuß, laut Po­li­zei lie­gen kei­ne aus­rei­chen­den Haft­grün­de vor.

Die Jü­che­ner Ge­mein­de­ver­wal­tung ist nach dem Ein­bruch 2016 ak­tiv ge­wor­den. „Wir ha­ben im Bür­ger­bü­ro an­ge­wie­sen, dass al­le Schlüs­sel in ei­nem zu­sätz­li­chen Tre­sor auf­be­wahrt wer­den“, be­rich­tet Ge­mein­de­spre­cher Jür­gen Wolf. „Au­ßer­dem wer­den Bar­geld­kas­sen in ei­nem Tre­sor ge­la­gert.“Im Rah­men ei­ner Sa­nie­rung sei ein Teil der Fens­ter ge­gen neue mit hö­he­rer Ein­bruchs­schutz­klas­se aus­ge­tauscht wor­den, die üb­ri­gen wür­den mit zu­sätz­li­chem Ein­bruchs­schutz ver­se­hen. Auch Kel­ler­schäch­te wur­den ge­si­chert. Zwar ver­hin­der­ten die Maß­nah­men nicht ei­nen wei­te­ren Rat­haus-Ein­bruch durch ein Fens­ter am zwei­ten Ju­li­Wo­chen­en­de die­ses Jah­res, doch den Tä­tern fiel laut Jür­gen Wolf nur ein „ganz ge­rin­ger Geld­be­trag“in die Hän­de. Die wei­te­re Beu­te: Bat­te­ri­en, Kleb­stoff und Brief­um­schlä­ge.

FO­TO: L. BERNS

Udo Mi­chels von der Ge­mein­de­ver­wal­tung am Fens­ter, durch das die Ein­bre­cher ins Rat­haus ein­dran­gen. Die Po­li­zei konn­te mitt­ler­wei­le zwei Tat­ver­däch­ti­ge aus Jü­chen er­mit­teln. Ein Ge­ständ­nis liegt aber nicht vor.

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