Lan­ger bleibt der Vor­zei­ge-Gol­fer

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - SPORT - VON AN­GE­LA BERN

Der 59-Jäh­ri­ge ge­winnt sein zehn­tes Ma­jor-Tur­nier auf der Ü50-Tour.

CAR­DIFF/KÖLN (sid) Auf­ge­ben war kei­ne Op­ti­on, na­tür­lich nicht. Ei­ne fieb­ri­ge Kehl­kopf­ent­zün­dung? Egal. Ein klas­si­scher Fehl­start in das Tur­nier? Kein Pro­blem. Bei den Bri­tish Open in Car­diff ge­wann Bern­hard Lan­ger trotz wid­rigs­ter Um­stän­de sein zehn­tes Ma­jor-Tur­nier auf der Se­ni­or Tour für Spie­ler über 50 und qua­li­fi­zier­te sich da­mit für die „rich­ti­ge“Bri­tish Open 2018 im schot­ti­schen Car­nous­tie.

Lan­ger wird dann 60 Jah­re alt sein, mehr als dop­pelt so alt wie vie­le sei­ner Kon­kur­ren­ten. Den­noch bleibt der vier­fa­che Fa­mi­li­en­va­ter das Ge­sicht des deut­schen Golf­sports, die­sen Rang ha­ben ihm Mar­tin Kay­mer und Co. in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht mal an­nä­hernd strei­tig ma­chen kön­nen. „Ich ge­be ein­fach nie auf“, sag­te der tief­gläu­bi­ge Lan­ger nach sei­nem drit­ten Er­folg bei der Bri­tish Se­ni­or Open – ein Kunst­stück, das vor ihm nur Ga­ry Play­er (Süd­afri­ka) und Tom Wat­son (USA) ge­lun­gen war.

Und da­bei hat­te es in Car­diff al­les an­de­re als viel­ver­spre­chend für Lan­ger be­gon­nen. We­gen der Kehl- kopf­ent­zün­dung zu Wo­chen­be­ginn war er nicht im Voll­be­sitz sei­ner Kräf­te, zu­dem schlug er den al­ler­ers­ten Ball vom Tee mit ei­nem enor­men Links­drall in ein Dor­nen­ge­strüpp: „Von dort war er ab­so­lut un­spiel­bar. Ich kann al­so mit Fug und Recht be­haup­ten, dass die­ses Tur­nier für mich we­sent­lich bes­ser ge­en­det als be­gon­nen hat.“

Trotz sei­ner reich­hal­ti­gen Tro­phä­en­samm­lung sind Sie­ge und Ti­tel für den zwei­ma­li­gen Mas­ters-Ge­win­ner Bern­hard Lan­ger nach wie vor et­was ganz Be­son­de­res. „Un­glaub­lich, dass ich die­se wun­der- schö­ne Tro­phäe schon wie­der in den Hän­den hal­te“, sag­te er in Car­diff, wo er sich in ei­nem lan­ge Zeit of­fe­nen Wett­streit mit 280 Schlä­gen vor dem Ame­ri­ka­ner Co­rey Pa­vin (283) durch­setz­te.

Mit sei­nem Sieg mach­te der 59Jäh­ri­ge er­neut Kas­se. Lan­ger strich ein Preis­geld in Hö­he von um­ge­rech­net rund 263.000 Eu­ro ein, da­mit liegt er in der Jah­res­wer­tung um den Charles Schwab Cup, den er zu­letzt drei Jah­re in Fol­ge ge­wann, mit ei­nem Ver­dienst von mehr als zwei Mil­lio­nen Dol­lar (rund 1,7 Mil­li­on Eu­ro) klar in Füh­rung. Lan­ger hat schon jetzt im sechs­ten Jahr in Fol­ge die Mar­ke von ei­ner Mil­li­on Dol­lar Preis­geld über­trof­fen.

Es ist die gro­ße Lie­be zum Spiel, die den Gol­fer Bern­hard Lan­ger jung hält – und es ist „die­ser al­te Sports­geist, das, was ich tue, im­mer so gut wie mög­lich zu tun“. Ge­nau des­halb hat er auch das Reiten nach ei­nem ein­zi­gen Ver­such auf­ge­ge­ben. Das Pferd, auf dem Lan­ger saß, hat­te sich über­legt, nach ei­nem Ki­lo­me­ter in den Stall zu­rück­zu­keh­ren: „Und zwar im vol­len Ga­lopp. Da ha­be ich mir ge­schwo­ren: Das machst du nicht noch ein­mal.“

FO­TO: DPA

Bern­hard Lan­ger mit der Tro­phäe der Bri­tish Open.

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