Fuß­ball­fan be­strei­tet Be­lei­di­gung

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

Das Amts­ge­richt hat­te den Mön­chen­glad­ba­cher we­gen Be­lei­di­gung zu ei­ner Geld­stra­fe von 1200 Eu­ro ver­ur­teilt. Da­mit war der An­ge­klag­te nicht ein­ver­stan­den. Des­halb muss­te sich der 30-Jäh­ri­ge ges­tern in der Be­ru­fungs­in­stanz vor der 6. Straf­kam­mer er­neut ver­ant­wor­ten. „Ich ha­be den Po­li­zei­be­am­ten am 20. Fe­bru­ar ver­gan­ge­nen Jah­res nicht be­lei­digt“, ver­tei­dig­te sich der An­ge­klag­te. Doch die Po­li­zei­be­am­ten, die vom Ge­richt als Zeu­gen ge­la­den wor­den wa­ren, sa­hen den Fall ganz an­ders.

„An dem Tag wa­ren wir ge­gen Spie­len­de – Bo­rus­sia ge­gen den 1. EC Köln – in Mön­chen­glad­bach im Ein­satz. Es war viel los. Wir wa­ren mit Blau­licht und Mar­tins­horn un­ter­wegs und ka­men nur im Schritt­tem­po vor­wärts“, er­in­ner­te sich ein 26-jähriger Po­li­zei­be­am­ter. Dann ha­be ein Fuß­ball­fan in sze­ne­ty­pi­scher Klei­dung ne­ben dem Po­li­zei­wa­gen ge­stan­den und plötz­lich ge­gen die Fahr­zeug­tür ge­schla­gen. „Mach die Schei­ße aus, du Hu­ren­sohn“, ha­be der Mann plötz­lich ge­ru­fen. Doch das Po­li­zei­fahr­zeug muss­te wei­ter fah­ren. Spä­ter kam das Fahr­zeug zu­rück. „Das ist doch der von eben“, rie­fen die Po­li­zei­be­am­ten. Sie kon­trol­lier­ten den 30Jäh­ri­gen und zeig­ten ihn we­gen Be­lei­di­gung an. Zwei der Be­am­ten wa­ren sich vor Ge­richt völ­lig si­cher: „Der An­ge­klag­te war an der Schei­be des Po­li­zei­wa­gens, trug die ty­pi­sche grün­wei­ße Müt­ze und rief die be­lei­di­gen­den Wor­te“. Am Ge­sicht ha­be man den Mann ein­deu­tig wie­der­er­kannt, ob­wohl es ge­gen 18 Uhr und schon dun­kel war. Kol­le­gen der Po- li­zei­be­am­ten hat­ten den An­ge­klag­ten eben­falls un­mit­tel­bar ne­ben dem Po­li­zei­wa­gen ge­se­hen, konn­ten sich aber nicht al­le an die Be­lei­di­gung er­in­nern.

Auch den Schlag ge­gen die Schei­be des Fahr­zeugs hat­ten Zeu­gen mit­be­kom­men. Doch der An­ge­klag­te blieb da­bei. Er sei das nicht ge­we­sen. Der Ver­tei­di­ger zeig­te im Ge­richts­saal ein Foto sei­nes Man­dan­ten – oh­ne die Müt­ze. Die kön­ne man ja auch mit ei­nem Griff in ei­ner Ta­sche ver­schwin­den las­sen, kam da­zu der Hin­weis vom Rich­ter­tisch. Schließ­lich for­der­te der Ver­tei­di­ger ei­nen Sach­ver­stän­di­gen, der sa­gen soll, ob man ge­gen 18 Uhr im Fe­bru­ar aus zehn bis 15 Me­tern Ent­fer­nung ei­nen Mann wie­der­er­ken­nen kön­ne. Da­nach wur­de die Ver­hand­lung ab­ge­bro­chen. Neu­er Ter­min von Amts we­gen.

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