Spre­chen­de Bus­hal­te­stel­le

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES -

Die NEW hat aus di­ver­sen Vor­schlä­gen des ihr vor­lie­gen­den, ex­ter­nen Gut­ach­tens zur Ver­bes­se­rung ih­rer Di­enst­leis­tungs- und Kun­den­freund­lich­keits-Qua­li­tät in­ner­halb des von ihr be­trie­be­nen Li­ni­en­bus­ver­kehrs die stra­ßen­bau­li­chen Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge (Um­bau Bus­hal­te­stel­len, Spre­chen­de Bus­hal­te­stel­len), öf­fent­lich­keits­wirk­sam, als „So­fort­maß­nah­men“zur „Bar­rie­re­frei­heit“prio­ri­siert. Der Pa­ra­dig­men­wech­sel der vor­ran­gi­gen Zie­le des durch den Stadt­rat (als Auf­trag­ge­ber) be­auf­trag­ten und kon­trol­lier­ten Kon­zerns wä­ren je­doch ex­ter­ne, zer­ti­fi­zier­te Bus­fah­rer-Schu­lun­gen zu kun­den- und dienst­leis­tungs­ori­en­tier­ten, „spre­chen­den“Fah­rern ge­we­sen. Die wün­schens­wer­te, gut­ach­ter­lich un­ter­leg­te De­fi­ni­ti­on „ge­schul­tes Per­so­nal“ent­schei­det je­doch maß­geb­lich über die Qua­li­tät und Fahr­gast-Si­cher­heit in­ner­halb der öf­fent­li­chen Auf­ga­be des ört­li­chen Nah­ver­kehrs. Die Dis­kus­si­on über an­ge­mes­se­ne Di­enst­be­klei­dung der Fah­rer oder über die (Ein­nah­men brin­gen­de) Wer­bung auf den NEW- Bus­sen ist in die­ser Prio­ri­tä­ten-Ab­wä­gung mar­gi­nal. Die De­fi­ni­ti­on „mo­bi­li­täts­ein­ge­schränkt“um­fasst üb­ri­gens nicht nur die durch die NEW sta­tis­tisch er­fass­ten, au­gen­schein­li­chen Be­hin­der­ten (mit Aus­weis), son­dern al­le äl­te­ren, vom Be­we­gungs­ab­lauf her, „zu lang­sa­men“, mehr­fach (Ge­büh­ren, Steu­ern, Ent­gel­te) zah­len­den Se­nio­renFahr­gäs­ten, die dem ver­schärf­ten („Pri­mat der Pünkt­lich­keit“) NEWBus-Tem­po stand­hal­ten. Jür­gen Brei­der­hoff Beck­ra­ther Str. 11 Initia­ti­ve mo­bi­li­täts­ein­ge­schränk­ter NEW-Fahr­gäs­te Wenn ich die­se Art von klein­ka­rier­ter Be­vor­mun­dung zur Kennt­nis neh­me, kommt mir gleich der von mei­ner rhei­ni­schen Groß­mut­ter – Jahr­gang 1881 – kol­por­tier­te Aus­ruf ei­nes be­engt le­ben­den Ber­li­ner Hin­ter­hof­kin­des vor mehr als hun­dert Jah­ren in den Sinn, der da lau­te­te: „Mut­ta, schmeiß mal zwee Blu­men­pöt­te run­ter, Lie­schen sitzt so jern ins Jrü­ne.“Die­se Sehn­sucht nach et­was Grü­nem be­fällt ei­nen, wenn man sich auf der baum- und busch­lo­sen, aber auf­wen­dig an­ge­leg­ten Kul­tur­stein­wüs­te des Rhe­ydter Markt­plat­zes be­wegt. Der Ver­zicht auf die an­ge­spro­che­nen Blu­men­kü­bel an der Au­ßen­gas­tro­no­mie des Rhe­ydter Rats­kel­lers wä­re ei­ne un­nö­ti­ge Ver­beu­gung vor ei­ner men­schen­feind­li­chen „Gestal­tungs­richt­li­nie“, wel­cher of­fen­bar ein­fa­che nor­ma­le mensch­li­che Be­dürf­nis­se un­ter­ge­ord­net wer­den sol­len. Ich dan­ke aus­drück­lich dem Gas­tro­no­men des Rats­kel­lers für sei­ne Initia­ti­ve und ru­fe zur Nach­ah­mung an an­de­rer Stel­le auf. Ru­dolf Wald­mann Fa­sa­nen­stra­ße 23

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