Bo­rus­si­as nächs­tes High­light in Rom

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON GE­ORG AMEND

Der Be­such im Va­ti­kan ges­tern bei Papst Fran­zis­kus brach­te et­li­che Bil­der und Be­kun­dun­gen in den so­zia­len Por­ta­len der Spie­ler. Die Kurz­rei­se dien­te aber auch ein we­nig der Mann­schafts­fin­dung – nebst Song von Mat­thi­as Gin­ter.

Rom steht bei Bo­rus­sia durch­aus für her­aus­ra­gen­de Mo­men­te der Ver­eins­his­to­rie: 1977 stand sie in der „Ewi­gen Stadt“im ein­zi­gen End­spiel des Eu­ro­pa­po­kals der Lan­des­meis­ter (1:3 ge­gen den FC Li­ver­pool), 2013 ging es dort in der Eu­ro­pa-Le­ague ge­gen La­zio, wo­hin rund 10.000 Fans das Team be­glei­te­ten. An­ders als nach der da­ma­li­gen 0:2Nie­der­la­ge war die Ge­fühls­welt der Bo­rus­sen ges­tern ei­ne hoch­zu­frie­de­ne, ja fast schon be­seel­te. Denn im Va­ti­kan tra­fen sie Papst Fran­zis­kus zu ei­ner Pri­vat­au­di­enz, und ne­ben ei­nem Ro­sen­kranz als Ge­schenk für je­den Spie­ler gab es auch ei­nen Hand­schlag mit dem Ober­haupt der Ka­tho­li­schen Kir­che. Das be­weg­te, wie die zahl­rei­chen Pos­tings der Bo­rus­sen in den so­zia­len Netz­wer­ken zeig­ten.

Vor al­lem für Vin­cen­zo Grifo war es et­was ganz Be­son­de­res, den Hei­li­gen Va­ter im Va­ti­kan zu tref­fen. Bo­rus­si­as ers­ter und bis da­to ein­zi­ger Ita­lie­ner lud ein Fo­to auf dem Por­tal „Ins­ta­gram“hoch, das ihn zeigt, wie er Fran­zis­kus die Hän­de küsst. Da­zu schrieb der Mit­tel­feld­spie­ler in Deutsch und Ita­lie­nisch: „Dan­ke für die­sen schö­nen und für mich wich­ti­gen Mo­ment.“

In­nen­ver­tei­di­ger Jan­nik Ves­ter­gaard wähl­te für sei­nen Bei­trag auf dem­sel­ben Por­tal die Ein­lei­tung „When in Ro­me . . .“– ob er sich da­mit auf ei­nen gleich­na­mi­gen Lie­bes­film aus dem Jahre 2010 be­zog, ist nicht über­lie­fert. Der Dä­ne setz­te hin­ter das Fo­to mit dem Hän­de­druck des Paps­tes in je­dem Fall noch ei­nen „Hash­tag“mit dem eng­li­schen Wort „hum­bled“, was so viel wie „de­mü­tig“be­deu­tet.

Deut­lich lo­cke­rer, aber si­cher nicht re­spekt­lo­ser ging Welt­meis­ter Chris­toph Kra­mer mit dem Be­such um: „wun­der­schö­ner­stuhl“lau­te­te der be­glei­ten­de „Hash­tag“zu sei­nem Bild auf „Ins­ta­gram“. Erns­ter füg­te der Mit­tel­feld­mann bei Ra­dio Va­ti­kan hin­zu: „Der Papst ist die be­kann­tes­te Per­son auf der Welt. Wenn man al­le Leu­te be­fra­gen wür­de, wür­de fast je­der Mensch auf der Welt den Papst ken­nen. Die Ge­le­gen­heit, ihn zu tref­fen, ha­ben nur ganz we­ni­ge. Des­we­gen war das ein be­son­de­rer und tol­ler Mo­ment.“

Papst Fran­zis­kus wie­der­um er­mun­ter­te die Bo­rus­sen, wei­ter­hin „Ath­le­ten des Gu­ten und des Frie­dens“zu sein, und lob­te aus­drück­lich, dass sie Fa­mi­li­en­sinn und ein Herz für be­nach­tei­lig­te Ju­gend­li­che hät­ten.

Die Kurz­rei­se nach Rom nutz­te Bo­rus­si­as Tross aber nicht nur für den Be­such beim Papst, son­dern auch für Kul­tur und Team-Buil­ding. Nach der Lan­dung am Di­ens­tag gab es bei fast 40 Grad Au­ßen­tem­pe­ra­tur ei­ne Füh­rung durch den Va­ti­kan in­klu­si­ve Pe­ters­dom, am Abend folg­te ein ge­mein­sa­mes Es­sen. Das gab Zu­gang Mat­thi­as Gin­ter die Ge­le­gen­heit für sei­nen Ein­stand, der tra­di­tio­nell mit ei­nem selbst ge­sun­ge­nen Lied be­gan­gen wird: Der Ver­tei­di­ger ent­schied sich für „He­ro“von En­ri­que Igle­si­as. Da der Nach- na­me des ei­gent­li­chen Sän­gers zu deutsch „Kir­chen“be­deu­tet, war es ein durch­aus pas­send ge­wähl­ter Song. In Erinnerung blei­ben dürf­te den Bo­rus­sen ver­mut­lich aber we­ni­ger Gin­ters In­ter­pre­ta­ti­on als die Au­di­enz beim Hei­li­gen Va­ter tags dar­auf. Durch die­se hat der Klub wie­der ei­nen her­aus­ra­gen­den Mo­ment in Rom mehr in der Chro­nik.

FO­TOS: DPA (2), INS­TA­GRAM (2)

Grup­pen­bild: Bo­rus­si­as De­le­ga­ti­on ges­tern zu Gast bei Papst Fran­zis­kus im Va­ti­kan.

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