Wel­len, Whis­ky, wei­ter Blick

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - MEDIEN - VON KLAUS BRAEUER

Ei­ne Reportage über den Chiem­gau und Chiem­see be­glei­tet die Men­schen, die dort le­ben und ar­bei­ten.

BER­LIN (dpa) War­um in die Fer­ne schwei­fen? Sieh, das Gu­te liegt so nah – heißt es frei nach Jo­hann Wolf­gang von Goe­the. Das will nun auch ei­ne Reportage über den Chiem­gau mit dem Ti­tel „Wel­len, Whis­ky und wei­ter Blick“zei­gen, die heu­te Abend auf 3Sat läuft.

Der Chiem­see ist der größ­te See in Bay­ern. Der be­kann­tes­te und größ­te Ort am See heißt Pri­en, und von dort aus ge­langt man mit dem Schiff so­wohl zur Frau­en­in­sel mit dem Klos­ter Frau­en­wörth als auch zur Her­ren­in­sel mit dem be­rühm­ten Schloss Her­ren­chiem­see. Die klei­ne Kraut­in­sel ist un­be­wohnt.

Au­tor Ni­co­lai Piecho­ta be­zeich­net den Chiem­see als ei­nen Ort „zum Träu­men und Ent­schleu­ni­gen“, wäh­rend er ma­le­ri­sche Bil­der des Sees zeigt, der kurz nach Son­nen­auf­gang im Mor­gen­licht ei­nes Früh­lings­ta­ges glit­zert. Er be­glei­tet die Fi­scher Tho­mas und Flo­ri­an Lex hin­aus auf das ru­hi­ge Was­ser. Die bei­den Ex­per­ten klä­ren über die Fisch­be­stän­de im Chiem­see auf. Die Fi­scher­fa­mi­lie lebt mit 300 an­de­ren Men­schen auf der Frau­en­in­sel. Sohn Tas­si­lo hat dem Stu­di­um in Mün­chen den Rü­cken ge­kehrt. Er ar­bei­tet nun im tra­di­ti­ons­rei­chen Fa­mi­li­en­be­trieb mit, den es seit 1857 gibt, und kann von sei­nem Groß­va­ter ler­nen, was es be­deu­tet, den Fisch­be­stand zu schüt­zen.

Wei­ter geht’s ins Hin­ter­land. Auf ih­rer Dandl-Alm bei Ruh­pol­ding ist die Bäue­rin Scar­let be­rühmt für ih­ren Kai­ser­schmar­ren, den sie stets frisch zu­be­rei­tet. Oli­ver Lan­ge in Gr­a­ben­stätt brennt der­weil Whis­ky – von sei­nem Wirts­haus­bier und der Bren­ne­rei kann er ganz gut le­ben. Auch Pe­ter Bau­mann in Ho­hen­aschau kann das: Er stellt Blech­blas­in­stru­men­te her – und möch­te un­be­dingt al­les al­lein ma­chen, wo­durch er re­gel­mä­ßig auf ei­ne 70St­un­den-Wo­che kommt. Da­für ent­ste­hen gu­te Freund­schaf­ten mit sei- nen Kun­den, mit de­nen er dann schon mal ge­mein­sam spielt.

So kann der Zu­schau­er gut nach­voll­zie­hen, wie gern die Men­schen im süd­lichs­ten Teil Bay­erns ar­bei­ten und of­fen­bar ih­ren ganz ei­ge­nen Le­bens­rhyth­mus ge­fun­den ha­ben – zu­min­dest die, die im Film vor­ge­stellt wer­den. Sie wir­ken sehr ent­spannt und lie­ben das, was sie tun.

FO­TO: DPA

Se­gel­boo­te lie­gen vor der Frau­en­in­sel im Chiem­see vor An­ker. Die Ge­mein­de Chiem­see, zu der die In­seln Her­ren­chiem­see, Frau­en­chiem­see und Kraut­in­sel ge­hö­ren, ist der be­völ­ke­rungs­ärms­te Land­strich Bay­erns.

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