ANA­LY­SE

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - STIMME DES WESTENS -

Das Ver­hält­nis zwi­schen den USA und Russ­land ist schlech­ter denn je. Ei­nen neu­en Kal­ten Krieg wer­den die Strei­tig­kei­ten nicht aus­lö­sen – Mos­kau und Washington aber wis­sen den Zwist für sich zu nut­zen.

und die „bri­san­tes“Ma­te­ri­al über Hil­la­ry Cl­in­ton an­ge­bo­ten hat­ten.

Dies al­les sind Din­ge, die das Ver­hält­nis auf Dau­er be­las­ten wer­den. Sie wer­den das Ver­trau­en in die Po­li­ti­ker nicht stär­ken. Doch sie wer­den kei­nen Kal­ten Krieg be­feu­ern, al­len­falls die Be­zie­hun­gen ver­schlech­tern. Seit dem Fall des Ei­ser­nen Vor­hangs in Eu­ro­pa, seit dem Zer­fall des Kom­mu­nis­mus sind die ideo­lo­gi­schen Ge­gen­sät­ze nicht län­ger auf der Ta­ges­ord­nung. In der jun­gen glo­ba­li­sier­ten Welt, an­ge­sichts von Ver­net­zung und von nur ge­mein­sam zu lö­sen­den Pro­ble­men wie in­ter­na­tio­na­lem Ter­ro­ris­mus und Kli­ma­schutz reift (nicht un­be­dingt bei Do­nald Trump) die Er­kennt­nis der ge­gen­sei­ti­gen Ab­hän­gig­keit. Das ist im Üb­ri­gen auch der An­satz, den Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) ver­folgt, wenn er die USA warnt, ih­re jüngs­te Sank­ti­ons­po­li­tik ge­gen­über Mos­kau zu be­nut­zen, um wirt­schaft­lich oder in­dus­trie­po­li­tisch Trumps Vor­ga­be des „Ame­ri­ca first“ego­is­tisch um­set­zen zu wol­len.

An­ge­sichts der Zu­spit­zung der Kri­se zwi­schen den Is­rae­lis und den Pa­läs­ti­nen­sern, dem nach wie vor un­ge­lös­ten Sy­ri­en-Kon­flikt, dem im­mer noch nicht ge­klär­ten Um­gang mit dem Mul­lah-Re­gime im Iran und der sich ver­schär­fen­den La­ge um Nord­ko­rea, das nach Atom­waf­fen strebt, sind die USA und Russ­land zur Zu­sam­men­ar­beit ge­ra­de­zu ver­pflich­tet. Und nicht zu ver­ges­sen: Chi­na steht in War­te­stel­lung. Pe­king wür­de gern in ab­seh­ba­rer Zeit als Glo­bal Play­er auf­tre­ten, vor al­lem wenn sich die USA auf welt­po­li­ti­scher Büh­ne zu­rück­hal­ten.

Das trifft im Üb­ri­gen auch auf die EU zu. An­ge­sichts von Flücht­lings­strö­men aus dem Na­hen Os­ten und Afri­ka muss die EU hand­lungs­fä­hi­ger und -ent­schlos­se­ner wer­den. Das wie­der­um geht nur mit ei­ner funk­tio­nie­ren­den Part­ner­schaft mit den USA. Der Trum­pLeit­satz „Ame­ri­ca first“ist falsch. Die EU und die USA müs­sen mit­hel­fen, dass es an­de­ren gut geht, dann wird es bei­den nicht schlecht ge­hen. Das ist aber der Ge­gen­satz von Denk­ka­te­go­ri­en ei­nes Kal­ten Krie­ges, der auf Do­mi­nanz be­ruht.

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