Klei­nen­broich spielt jetzt auf Kun­st­ra­sen

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - WIRTSCHAFT - VON CHRIS­TI­AN KANDZORRA FO­TO: IL­G­NER

Der neue Platz ist er­öff­net – und der Wunsch der Fuß­bal­ler er­füllt. Der SC Teu­to­nia muss nun ei­nen Kre­dit ab­be­zah­len.

KLEI­NEN­BROICH Für den Sport­club Teu­to­nia Klei­nen­broich ist das Spiel auf der Asche end­lich Ge­schich­te: Mit der Er­öff­nung des na­gel­neu­en Kun­st­ra­sen­plat­zes be­gann jetzt nach 20 Wo­chen Bau­zeit ge­wis­ser­ma­ßen ein neu­es Zeit­al­ter für die 400 Fuß­bal­ler, die sich das künst­li­che Grün jah­re­lang ge­wünscht hat­ten. Letzt­end­lich war es die Flücht­lings­wel­le, die den SC ei­ner­seits mit Blick auf die In­te­gra­ti­on aus­län­di­scher Spie­ler vor ei­ne Her­aus­for­de­rung stell­te, den Fuß­bal­lern an­de­rer­seits aber auch die ein­ma­li­ge Chan­ce bot, das Pro­jekt „Kun­st­ra­sen“doch noch in An­griff neh­men zu kön­nen. Denn: Das En­ga­ge­ment in Sa­chen In­te­gra­ti­on hat­te es dem Ver­ein er­mög­licht, sich für ein För­der­pro­gramm des Lan­des an­zu­mel­den, das schließ­lich ei­ne saf­ti­ge Fi­nanz­sprit­ze für das Bau­pro­jekt gab.

Al­ler­dings hat­te sich der Ver­ein sehr schnell ent­schei­den müs­sen, mit rund 130.000 Eu­ro ei­nen nicht un­er­heb­li­chen Geld­be­trag bei­zu­steu­ern. „Wir ha­ben uns rich­tig ent­schie­den“, be­ton­te Ver­eins­chef Ull­rich Stum­pen bei der Er­öff­nung des Kun­st­ra­sen­plat­zes. „Die vie­le Ar­beit der ver­gan­ge­nen Mo­na­te hat sich ge­lohnt.“Stum­pen er­klär­te pflicht­be­wusst, dass die Flücht­lings­hil­fe nicht nur ein Ali­bi für den neu­en Platz ge­we­sen sei, son­dern dass der Ver­ein bei der In­te­gra­ti­on am Ball blei­ben wer­de. „Bei uns trai­nie­ren et­wa 40 Flücht­lin­ge, sie­ben spie­len so­gar mit Päs­sen in den ein­zel­nen Mann­schaf­ten, zwei sind bei uns als Trai­ner ak­tiv“, sagt er.

Bür­ger­meis­ter Marc Ven­ten stell­te bei der Er­öff­nung aber auch fest, von wel­cher Be­deu­tung Kun­st­ra­sen­plät­ze in­zwi­schen für die Ver­ei­ne sind. Vie­le SC-Spie­ler wa­ren in der Ver­gan­gen­heit in an­de­re Ve­rei- ne mit sol­chen Plät­zen ge­wech­selt. Der Ver­wal­tungs­chef be­ton­te: „Was hier in Klei­nen­broich ent­stan­den ist, kann sich mehr als se­hen las­sen.“Ven­ten sag­te, dass die Stadt als Stär­kungs­pakt­kom­mu­ne den Bau des 7280 Qua­drat­me­ter gro­ßen Kun­st­ra­sen­plat­zes aus ei­ge­nem Haus­halt nicht hät­te fi­nan­zie­ren kön­nen und wür­dig­te die Hil­fe des Lan­des: „Oh­ne die wä­re das Pro­jekt nicht mög­lich ge­we­sen.“

NRW-Fi­nanz­mi­nis­ter Lutz Lie­nen­käm­per, in des­sen Wahl­kreis auch Kor­schen­broich liegt, merk­te bei der Er­öff­nungs­fei­er am Klub­heim fair an, dass die rot-grü­ne Vor­gän­ger­re­gie­rung den An­trag be­wil­ligt hat­te. Der CDU-Po­li­ti­ker sag­te: „Das Geld ist sehr gut in die Ju­gend- ar­beit in­ves­tiert.“Mit ei­nem An­teil von 70 Pro­zent an den Bau­kos­ten in Hö­he von 700.000 Eu­ro trägt das Land den größ­ten Teil, dann kom­men der SC mit 20 und die Stadt mit zehn Pro­zent. Der SC Teu­to­nia muss­te für den Kun­st­ra­sen­platz ei­nen Kre­dit auf­neh­men, der in 15 Jah­ren ab­be­zahlt sein soll. Da­für hat der Ver­ein sei­ne Mit­glieds­bei­trä­ge um 20 für Ju­nio­ren und 30 Eu­ro jähr­lich für Se­nio­ren er­höht.

Das ers­te Spiel auf dem neu­en Platz, das noch am Abend des Er­öff­nungs­ta­ges statt­fand, en­de­te mit 3:3 und da­mit mit ei­nem Un­ent­schie­den. An­ge­tre­ten wa­ren die ers­te Ju­nio­ren-Mann­schaft des SC Teu­to­nia und die der Sport­freun­de aus dem be­nach­bar­ten Vorst. Im­mer­hin: Kein Spie­ler muss­te sich über stau­bi­ge Asche är­gern.

Fei­er­li­che Frei­ga­be des Kun­st­ra­sens (v.l.): Vor­sit­zen­der Ul­li Stum­pen, Bür­ger­meis­ter Marc Ven­ten, Pas­tor Pe­ter Gro­te­paß, NRW-Mi­nis­ter Lutz Lie­nen­käm­per und die Kin­der Fe­lix und Sla­ven zer­schnei­den ge­mein­sam die Ab­sperr­scher­pe.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.