Chil­len am Grü­ne­wald­platz

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALE KULTUR - VON AN­GE­LA WILMS-ADRIANS

Der Ver­ein „Wald­haus 12“und die Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner lu­den erst­ma­lig zum „WAlt­stadt­fes­ti­val“ein. Es gab viel Mu­sik, Work­shops, Ku­chen und Herz­haf­tes, ent­spann­te Fröh­lich­keit und zu­dem bes­te Lau­ne.

Die seit dem „Lich­ter­fest“über der Wald­hau­se­ner Stra­ße bau­meln­den Lam­pen­schir­me aus Omas Ju­gend­ta­gen schau­kel­ten be­däch­tig im Wind und schie­nen der bunt ge­misch­ten Ge­sell­schaft an der Kul­tur­kü­che freund­lich zu­zu­ni­cken. Denn hier tum­mel­ten sich zum ers­ten „WAlt­stadt­fes­ti­val“Jung und Alt, An­woh­ner und Stu­den­ten, um bei Live-Mu­sik zu ent­span­nen und zu

„Teil­wei­se war es schon auf­rei­bend, doch jetzt, wo das Er­geb­nis steht, ist es ein tol­ler Thrill“

Mi­t­or­ga­ni­sa­tor Hen­ri Skib­be plau­dern. Vor der Kul­tur­kü­che tra­ten die Sin­ger-Song­wri­ter „Max Kon­stan­ty“und „On Ano­ther Pla­net“auf. Von „Herr Mie­se­pe­ters“gab es Akus­tik/Punk. „Kul­tur­kram“und „Werks­kel­ler“lock­ten der­weil mit Work­shops, wäh­rend die Kul­tur­kü­che, „Initia­ti­ve Alt­stadt“und das mo­bi­le „Ca­fé Sau­va­ge“für leib­li­che Stär­kung sorg­ten. Zur Fort­set­zung mit Rock und Blues so­wie der an­schlie­ßen­den Af­ter-Show-Par­ty ging es spä­ter ins „Pro­jekt 42“.

Ein­ge­la­den hat­ten der Ver­ein „Wald­haus 12“und die Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner. Fe­der­füh­rend or­ga­ni­siert hat­ten das Fes­ti­val die Stu­den­ten Hen­ri Skib­be und Paul Schmo­r­an­zer wäh­rend ih­res Pra­xis­se­mes­ters beim „Wald­haus 12“. „Teil­wei­se war es schon auf­rei­bend, doch jetzt, wo das Er­geb­nis steht, ist es ein tol­ler Thrill“, bi­lan­zier­te Hen­ri Skib­be (22), Stu­dent der Kul­tur­päd­ago­gik an der Hoch­schu­le Nie­der­rhein, an­ge­sichts der gu­ten Stim­mung.

Ei­ni­ge jun­ge Leu­te sa­ßen un­be­küm­mert auf den Pflas­ter­stei­nen, um den Mu­si­kern nah zu sein und ein­fach nur zu chil­len, al­so ent­span­nen. Die fest in­stal­lier­te Ban­k­rei­he war im­mer gut be­setzt. Hier hat­te auch SPD-Po­li­ti­ker Rein­hold Schif­fers mit Ehe­frau und ei­nem En­kel ei­nen Platz ge­fun­den, um ver­gnügt die Bli­cke schwei­fen zu las­sen: „Die Re­so­nanz auf das Fes­ti­val zeigt, dass das Le­ben lang­sam in die Alt­stadt zu­rück­ge­kehrt ist. Die­ser Abend ist auch ein schö­nes Bei­spiel da­für, wie die Hoch­schul­ent­wick­lung mit der Stadt­ent­wick­lung zu­sam­men- hängt“, stell­te Schif­fers er­freut fest. Eben­so ge­noss Ste­fan Dahl­manns, FDP-Kan­di­dat für die Bun­des­tags­wahl, die At­mo­sphä­re. Er mag Live­Mu­sik und sag­te: „In Mön­chen­glad­bach ist doch im­mer ir­gend­wo et­was los.“

„Die At­mo­sphä­re ist su­per, die Leu­te sind ent­spannt, und Ste­fan ist so­wie­so toll“, schwärm­ten Ma­rie An­ge­rer (21) und Ka­tha­ri­na Görlitz von „Kul­tur­kram“, wäh­rend sie dem Sin­ger-Song­wri­ter „On Ano­ther pla­net“lausch­ten. Der heißt mit bür­ger­li­chem Na­men Ste­fan Neu­ge­bau­er, ist ge­bür­ti­ger Mön­chen­glad- ba­cher, lebt jetzt in Köln und ver­packt in sei­ne Lie­der klei­ne Epi­so­den. Nun staun­te Neu­ge­bau­er, was klei­ne Ver­ei­ne und jun­ge Leu­te ge­mein­sam er­mög­licht hat­ten. „Frü­her hat Mön­chen­glad­bach für ei­ne Mu­sik­sze­ne und Le­ben­dig­keit ge­stan­den. Es ist schön, dass die Stadt da­hin zu­rück­kehrt“, lob­te er an­er­ken­nend.

Die Wie­der­ent­de­ckung von Far­be und Le­ben­dig­keit hat­ten sich auch die jun­gen Leu­te der „Werks­bank“auf die Fah­ne ge­schrie­ben. Da­für hat­ten sie ei­ne Stell­wand mit Häu­ser­sil­hou­et­te auf­ge­stellt. Al­le wa­ren ein­ge­la­den, auf das schlich­te Grau mit ei­ner Spritz­pis­to­le far­bi­ge Punk­te zu setz­ten.

Da­zu ver­riet Max Meyer den sym­bo­li­schen Hin­ter­ge­dan­ken: „Es gibt ei­ne klei­ne Ge­schich­te zu die­ser Wand. Die war ur­sprüng­lich von der Bun­des­wehr. Wir aber ha­ben dar­aus ei­ne krea­ti­ve Schieß­sta­ti­on ge­macht, um ein Fes­ti­val-Pla­kat zu ge­stal­ten, an dem je­der mit­wir­ken kann. Die Stadt­sil­hou­et­te soll bun­ter wer­den – nicht nur in Ei­cken, son­dern über­all in Mön­chen­glad­bach – und eben auch auf der Wald­hau­se­ner Stra­ße.“

RP-FO­TO: DET­LEF IL­G­NER

Live-Mu­sik auf dem Grü­ne­wald­platz war ei­ner der An­lauf­punkt des „WAlt­stadt­fes­ti­vals“: Es fei­er­te am Freita­ba­bend Pre­mie­re.

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