Ober­gä­rig: „Wa­cken kann ein­pa­cken“

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALE KULTUR - VON CHRIS­TI­AN LIN­GEN

Ges­tern Mor­gen spiel­te Ober­gä­rig beim NEW-Mu­sik­som­mer Hits der 60er und 70er Jah­re. 4500 Fans ka­men in den Bun­ten Gar­ten.

Wohl in kei­nen an­de­ren Jahr­zehn­ten gab es so vie­le so gu­te Mu­si­ker wie in den 60er und 70er Jah­ren. Die Beat­les, die Sto­nes und Bob Dy­lan, der Meis­ter per­sön­lich, re­gier­ten die Sze­ne und sorg­ten bei ih­ren Jün­gern für dau­er­haf­ten Aus­nah­me­zu­stand auf dem Plat­ten­spie­ler. Es war die gol­de­ne Ära der Mu­sik. Beim NEW-Mu­sik­som­mer leb­te sie ges­tern Mor­gen wie­der auf. Die sechs Jungs von Ober­gä­rig stan­den in der Kon­zert­mu­schel hin­ter der Kai­serF­ried­rich-Hal­le und rund 4500 Fans hand­ge­mach­ter Mu­sik da­vor.

„Heu­te ha­ben wir den Be­su­che­re­kord für die­ses Jahr ge­bro­chen“, war sich Frank Nie­ßen, Mo­de­ra­tor und ei­ner der Köp­fe hin­ter der or­ga­ni­sie­ren­den Agen­tur „mehr pepp“, si­cher. Was Mön­chen­glad­bachs Ol­die­kö­ni­ge da auf die Büh­ne brach­ten, war Mu­sik­ge­nuss vom feins­ten. Nach „Can’t buy me lo­ve“von den Beat­les und „Hang on Sloo­py“von The McCoys war das ers­te Paar Drum­sticks am En­de. Klaus Im­kamp hat­te sie ka­putt­ge­spielt. Mit „Un­chain my he­art“, das die meis­ten Zu­hö­rer wohl von Joe Co­cker ken­nen, aber ei­gent­lich von Ray Charles stammt, ging es wei­ter und „Twist & Shout“und das „Hou­se of the Ri­sing Sun“sorg­ten für ein Ge­fühl, das die Mu­si­ker mit „I Feel Fi­ne“auf den Punkt brach­ten.

„Wa­cken kann ein­pa­cken!“rief Sän­ger Her­bert Cont­zen dem Pu­bli­kum zu und ern­te­te da­für ei­nen wah­ren Ju­bel­sturm. In dem 33 Stü­cke um­fas­sen­den Set gab es kei­nen Mo­ment, in dem man sich hät­te er­ho­len kön­nen. Zu gut war das, was da ge­bo­ten wur­de. Den Schwer­punkt leg­te Ober­gä­rig auf die Beat­les und die Sto­nes. Na klar, auf wen denn sonst? „Hon­ky Tonk Wo­man“und „Start Me Up“avan­cier­ten zu Hö­he­punk­ten, die am En­de des Mu­sik­som­mers in Er­in­ne­rung blei­ben wer­den.

Ein we­nig durch fiel le­dig­lich „Ano­ther Brick In The Wall“. Oh­ne die 23 Stim­men von Kin­dern der Lon­do­ner Is­ling­ton Gre­en School wirkt das Stück eben nur halb so schön und ge­hört da­mit zu Wer­ken, die nie­mand per­fekt co­vern kann. Be­ein­dru­ckend war das Gi­tar­ren­quar­tett zu „Apa­che“von The Sha­dows, nach dem Ober­gä­rig zu „Rock and Roll Mu­sic“von Chuck Ber­ry so rich­tig Gas ga­ben. Spä­tes­tens zu „All Right Now“er­reich­te die Rei­se in die 60er und 70er Jah­re ih­ren Hö­he­punkt, ehe sich die sechs Mu­si­ker mit Zu­ga­ben ver­ab­schie­de­ten.

Bei den Kon­zer­ten des Mu­sik­som­mers geht es auch um den gu­ten Zweck. Ges­tern ka­men 4300,81 Eu­ro und 30 Zlo­ty für die Glad­ba­cher Ta­fel zu­sam­men. Da­mit ka­men in die­sem Jahr bei den Kon­zer­ten schon über 12.000 Eu­ro zu­sam­men.

RP-FO­TO: DET­LEF IL­G­NER

Ober­gä­rig spiel­ten ges­tern ein Kon­zert, bei dem 33 Songs aus den 60ern und 70ern auf dem Set stan­den. 4500 Fans hör­ten zu.

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