Eier-Es­ser müs­sen genau hin­schau­en

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KRUSCHEL ERKLÄRT’S - VON LI­SA KREUZMANN UND RUTH WIEDNER-RUNO

Auch wer sei­ne Eier di­rekt beim Bau­ern kauft, muss die Her­kunft hin­ter­fra­gen.

Der jüngs­te Le­bens­mit­tel­skan­dal hat bei den Ver­brau­chern Ve­r­un­si­che­rung aus­ge­löst. Das Schäd­lings­be­kämp­fungs­mit­tel Fi­pro­nil war zu­erst in Ei­ern aus Bel­gi­en und den Nie­der­lan­den nach­ge­wie­sen wor­den. Auch in ei­ni­gen deut­schen Le­ge­hen­nen-Be­trie­ben wur­de Fi­pro­nil fest­ge­stellt.

Die Su­che nach un­be­las­te­ten Ei­ern führt vie­le Kun­den nun zu den Bau­ern der Re­gi­on. Aber auch wer sei­ne Eier di­rekt beim Land­wirt kauft, muss genau hin­schau­en, wie das Bei­spiel vom Glad­ba­cher Sy­der­hof zeigt.

Am Eier-Au­to­ma­ten von Land­wirt He­ri­bert Fran­ken in Kot­hau­sen war kurz vor dem Wo­che­n­en­de be­son­ders viel los – vom Eier-Skan­dal kön­nen die Di­rekt­ver­mark­ter pro­fi­tie­ren. Sa­bi­ne und Micha­el Ko­chen wa­ren am Frei­tag zum ers­ten Mal dort, denn im Su­per­markt woll­ten sie ih­re Eier lie­ber nicht kau­fen. „Wir hat­ten schon län­ger vor, un­se­re Eier di­rekt beim Bau­ern zu kau­fen“, sagt die 47-Jäh­ri­ge. Auch Ger­trud Pay hat den Eier-Skan­dal zum An­lass ge­nom­men, beim hie­si­gen Bau­ern zu kau­fen.

Was die Kun­den nicht wis­sen kön­nen: Der Sy­der­hof von Land­wirt He­ri­bert Fran­ken hält gar kei­ne Hüh­ner. Dar­über in­for­miert wird der Kun­de am Au­to­ma­ten aber nicht. Mit „Fri­sche vom Sy­der­hof“wirbt der Land­wirt auf sei­ner Eier­und Kar­tof­fel­box. Stellt auf An­fra­ge aber klar: „Von uns kom­men nur die Kar­tof­feln.“Die ver­meint­lich fri­schen Eier vom Glad­ba­cher Sy­der­hof kom­men ei­gent­lich aus Nie­der­sach­sen. Kennt­lich ge­macht wur­de das am Au­to­ma­ten aber nicht. Die Her­kunft der Eier kön­ne der Kun­de mit­tels Stem­pel­code nach­voll­zie­hen, sagt Fran­ken. Ei­ne Pro­duk­tent­täu­schung se­he er dar­in nicht. „Wir ste­hen mit dem Be­trieb in Kon­takt und kön­nen ver­si­chern, dass die Eier un­be­denk­lich sind.“

Wolf­gang Wap­pen­schmidt von der Kreis­bau­ern­schaft ist sich si­cher: Das Gift im Hüh­ner­stall wird den Markt lang­fris­tig ins Un­gleich­ge­wicht brin­gen. „Die Su­per­markt­ket­ten kau­fen jetzt ver­stärkt Eier aus der Re­gi­on auf.“In Kor­schen­broich sei die La­ge noch ru­hig, sagt Land­wirt Jo­han­nes Er­kes, der täg­lich mit dem Eier-Wa­gen un­ter­wegs ist. Der Wei­den­hof hält 1000 Hüh­ner. „Wir ma­chen den Job seit 60 Jah­ren, da ge­nie­ßen wir das Ver­trau­en un­se­rer Kun­den.“

RP-FO­TO:KLIK

Ger­trud Pay (73) aus Rhein­dah­len kauft an die­sem Tag zum ers­ten Mal ih­re Eier am Eier-Au­to­ma­ten vom Sy­der­hof. „Die sol­len sehr gut sein“, sagt sie.

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