Au­to­fah­re­rin schleift Mann nach Un­fall mit

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - REISE&ERHOLUNG - VON GA­BI PE­TERS

Nach ei­nem Streit hing ein 27-Jäh­ri­ger an ei­nem fah­ren­den Au­to und wur­de so 100 Me­ter über die Bruck­ne­ral­lee ge­zo­gen. Er wur­de schwer ver­letzt. An­ge­fan­gen hat­te es mit ei­nem leich­ten Un­fall.

Es be­gann mit ei­nem leich­ten Remp­ler und en­de­te in ei­ner fol­gen­schwe­ren Aus­ein­an­der­set­zung, die schließ­lich zwei Ver­letz­te for­der­te. Am Mon­tag­abend kam es ge­gen 23 Uhr auf der Bruck­ne­ral­lee zu ei­nem Zu­sam­men­stoß von ei­nem Peu­geot und ei­nem BMW. Zu­nächst spra­chen die bei­den be­tei­lig­ten Fah­rer, ein 27-jäh­ri­ger Mön­chen­glad­ba­cher und ei­ne 48 Jah­re al­te Nie­der­län­de­rin, am ge­öff­ne­ten Au­to­fens­ter des Peu­geots der Frau mit­ein­an­der. Aus bis­lang un­be­kann­ten Grün­den fuhr die Frau dann aber plötz­lich los. Der Mann hielt sich an dem Fahr­zeug fest. Er wur­de über 100 Me­ter bis zum Kreis­ver­kehr Brei­te Stra­ße mit­ge­schleift. Hier ramm­te der Peu­geot die Mau­er des Kreis­ver­kehrs, schoss über die In­sel und blieb in der Me­tall­bü­ge­l­ein­fas­sung hän­gen. Das Au­to war an­schlie­ßend nicht mehr fahr­be­reit.

Der Mön­chen­glad­ba­cher er­litt meh­re­re Frak­tu­ren an den Bei­nen. Er wur­de in ein Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert. Wie Po­li­zei­spre­che­rin Cor­ne­lia We­ber ges­tern sag­te, muss­te der Mann ope­riert wer­den, war zu­nächst noch nicht ver­neh­mungs­fä­hig. Le­bens­ge­fahr ha­be aber nicht be­stan­den. Die Nie­der­län­de­rin wur­de leicht ver­letzt und nach am­bu­lan­ter Be­hand­lung zur Po­li­zei­wa­che in Rhe­ydt ge­bracht. Die Er­mitt­lun­gen zum Ge­sche­hen und zur Ur­sa­che dau­ern an. Sie war nach den po­li­zei­li­chen Maß­nah­men zu- nächst ent­las­sen wor­den und zu­rück in die Hei­mat ge­reist. Auch sie muss noch ver­nom­men wer­den. Des­halb ist noch nicht ge­klärt, ob die Nie­der­län­de­rin nach dem Un­fall los­fuhr, weil sie ein­fach flüch­ten woll­te, oder ob sie sich von dem BMW-Fah­rer be­droht fühl­te, weil er sie mög­li­cher­wei­se be­schimpf­te oder nö­tig­te.

Die Po­li­zei er­mit­telt jetzt we­gen ei­ner gan­zen Rei­he von Ver­stö­ßen. Da­zu zäh­len un­ter an­de­rem: ge­fähr­li­cher Ein­griff in den Stra­ßen­ver­kehr, Ge­fähr­dung des Stra­ßen­ver­kehrs durch grob ver­kehrs­wid­ri­ges und rück­sichts­lo­ses Ver­hal­ten, ge­fähr­li­che Kör­per­ver­let­zung, ver­such­tes un­er­laub­tes Ent­fer­nen vom Un­fall­ort so­wie Nö­ti­gung.

Ges­tern wa­ren die Un­fall­spu­ren und Mar­kie­run­gen auf der Bruck­ne­ral­lee und im Kreis­ver­kehr noch gut zu se­hen. Da­bei wur­de auch deut­lich, dass der Un­fall­wa­gen be­reits auf dem Weg zum Kreis­ver­kehr die Me­tall­bü­gel am Stra­ßen­rand mehr­fach ge­streift hat­te. War­um? Auch das muss noch ge­klärt wer­den.

We­ger der De­lik­te Fah­rer­flucht, ge­fähr­li­che Kör­per­ver­let­zung, ge­fähr­li­cher Ein­griff in den Stra­ßen­ver­kehr und Nö­ti­gung er­mit­tel­te die Po­li­zei auch nach ei­nem Un­fall auf der St­ein­metz­stra­ße im Ju­ni die­ses Jah­res. Auch dort war es zu­nächst zu ei­nem Auf­fahr­un­fall ge­kom­men. Statt sich um den Scha­den zu küm­mern, ent­fern­te sich der Ver­ur­sa­cher. Dem Un­fall­geg­ner (30) ge­lang es je­doch, den Ford-Ga­la­xy-Fah­rer im dich­ten Ver­kehr zu Fuß ein­zu­ho­len. Er si­gna­li­sier­te dem Fah­rer, dass er ste­hen­blei­ben sol­le. Der be­schleu­nig­te je­doch und fuhr den 30Jäh­ri­gen an, der in­fol­ge­des­sen über die Mo­tor­hau­be stürz­te. Da­nach war der Fah­rer, in des­sen Au­to min­des­tens noch ei­ne Frau und ein Kind ge­ses­sen ha­ben sol­len, ein­fach wei­ter­ge­fah­ren.

FO­TOS: PO­LI­ZEI/TITZ

So sah der Peu­geot der Nie­der­län­de­rin aus, als er auf der Kreis­ver­keh­r­in­sel zum Ste­hen kam. Der mit­ge­schleif­te Fah­rer soll vor­her los­ge­las­sen ha­ben. Die Spu­ren des Un­falls und die Mar­kie­run­gen für die Un­fall­auf­nah­me wa­ren ges­tern noch gut zu se­hen.

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