Ei­ne Über­do­sis Höf­lich­keit

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - REISE&ERHOLUNG -

Ich lie­be Ver­kehrs­re­geln. Je­de Klei­nig­keit ist auf Stra­ßen, Bür­ger­stei­gen und Rad­we­gen ge­nau vor­ge­schrie­ben, je­der Fah­rer und Fuß­gän­ger weiß, was er zu tun hat. Hin­zu kommt ei­ne gu­te Por­ti­on Rück­sicht – schon flutscht es auf den Stra­ßen. Manch­mal aber über­trei­ben es die Leu­te mit ih­rer Höf­lich­keit. Im­mer häu­fi­ger kommt es beim Ab­bie­gen zu sto­cken­dem Ver­kehr. Sze­ne: Ich möch­te mit dem Au­to links ab­bie­gen. Die Fuß­gän­ger ha­ben Vor­fahrt – blei­ben aber ste­hen, star­ren mich an und fuch­teln mit den Ar­men. Was denn nun? Hin­ter mir hupt ein Au­to. Ich re­cke den Kopf durchs Fens­ter und fra­ge nach. „Wir möch­ten Sie durch­las­sen“, sagt der Herr. „Aber Sie ha­ben Vor­fahrt“, sa­ge ich, das Hu­pen über­tö­nend. „Egal, fah­ren Sie.“Nach ei­ni­gem Hin und Her ge­be ich ge­nervt Gas. Ein Fehl­schlag. Denn nach 20 Me­tern wer­de ich von ei­nem Mo­tor­rad-Po­li­zis­ten an die Sei­te di­ri­giert und er­hal­te ei­nen Rüf­fel für 25 Eu­ro. Grund: Vor­fahrt miss­ach­tet. lod

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