An­griff im Bus: Ak­te des Schlä­gers geht jetzt zur Staats­an­walt­schaft

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON GA­BI PE­TERS

Über Face­book wur­de der Tat­ver­däch­ti­ge iden­ti­fi­ziert. Dem Mann auf Be­wäh­rung, der zu­letzt in Köln ver­ur­teilt wur­de, droht nun ein wei­te­res Ver­fah­ren.

Bei der Po­li­zei ist der Fall aus­er­mit­telt. Jetzt lie­gen die Ak­ten bei der Staats­an­walt­schaft. Dem 28-Jäh­ri­gen, der am 6. Ju­li am Bis­marck­platz ei­nen Bus­fah­rer ge­schla­gen und ver­letzt ha­ben soll, droht nun ein Ver­fah­ren we­gen Kör­per­ver­let­zung. Für Schlag­zei­len sorg­te der Fall auch, weil der ge­schla­ge­ne Bus­fah­rer sei­nen An­grei­fer fo­to­gra­fiert und noch am sel­ben Tag die Bil­der auf sei­ner Face­book­sei­te ver­öf­fent­licht hat­te. In Win­des­ei­le war der pri­va­te Fahn­dungs­auf­ruf 10.000-fach ge­teilt wor­den. Am En­de hat­te je­mand ein Pro­fil ent­deckt, das auf den Ge­such­ten pass­te, wel­cher sei­ner­seits auf Face­book über den Bus­fah­rer schimpf­te, weil der ihn fo­to­gra­fiert hat­te und die­ser Um­stand nun sei­ne Be­wäh­rung ge­fähr­de.

Zwi­schen­zeit­lich hat der Bus­fah­rer auch bei der Po­li­zei den mut­maß­li­chen Schlä­ger iden­ti­fi­ziert. Da der 28-Jäh­ri­ge ein­schlä­gig be­kannt ist, konn­ten dem Op­fer Fo­tos vor­ge­legt wer­den. Mehr als ein hal­bes Dut­zend Mal soll der Tat­ver­däch­ti­ge schon ver­ur­teilt wor­den sein. Zu­letzt stand er in Köln vor dem Amts­ge­richt. Die Vor­wür­fe ge­gen ihn:

Wolf­gang Schorn Schwarz­fah­ren und Be­lei­di­gung. Un­ter an­de­rem soll er je­man­dem über Whats­app „Du däm­li­cher Hu­ren­sohn“und ähn­li­che Be­schimp­fun­gen ge­schickt ha­ben. Weil der 28-Jäh­ri­ge nicht zum Pro­zess er­schien, wur­de ein Straf­be­fehl aus­ge­spro­chen. Er wur­de zu ei­ner Ge­samt­geld­stra­fe von 90 Ta­ges­sät­zen zu je zehn Eu­ro ver­ur­teilt.

Sei­ne Be­wäh­rung wur­de nicht wi­der­ru­fen. Das Ge­richt ha­be es wohl als nicht ge­recht­fer­tigt an­ge­se­hen, ihn an­ge­sichts der neu­en Vor­wür­fe ins Ge­fäng­nis zu schi­cken, sagt Wolf­gang Schorn, Spre­cher des Köl­ner Amts­ge­rich­tes.

Das könn­te die­ses Mal an­ders aus­se­hen. Denn in Mön­chen­glad­bach geht es nicht um Be­lei­di­gung und Er­schlei­chen von Leis­tun­gen, son­dern um Kör­per­ver­let­zung. Der Bus­fah­rer hat­te nach dem An­griff in ei­nem Kran­ken­haus am­bu­lant be­han­delt wer­den müs­sen.

Laut Zeu­gen­aus­sa­gen war der 28Jäh­ri­ge am 6. Ju­li am Bis­marck­platz in ei­nen Bus ge­stie­gen. Weil er kei­nen gül­ti­gen Fahr­aus­weis da­bei hat­te und auch nicht be­zah­len woll­te, hat­te ihn der Fah­rer aus dem Bus ge­wie­sen. Dar­auf­hin soll der Mann den Fah­rer be­lei­digt ha­ben. Als die­ser die 110 wähl­te, schlug der jun­ge Mann zwei­mal auf den Bus­fah­rer ein.

„Zum Pro­zess er­schien der 28-Jäh­ri­ge nicht“

Spre­cher des Köl­ner Amts­ge­richts

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