Un­ge­wöhn­li­cher Be­su­cher

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR -

Wer in ei­ner Dach­ge­schoss­woh­nung lebt, weiß den Durch­zug in den küh­le­ren Abend­stun­den zu schät­zen. Da kann man die auf­ge­wärm­ten Räu­me mal so rich­tig durch­pus­ten las­sen. Durch die ge­öff­ne­ten Fens­ter kommt nicht nur fri­sche Luft, son­dern manch­mal auch ein un­ge­be­te­ner Gast, Spin­nen, Mot­ten oder Mü­cken.

Der jüngs­te Gast war da schon ein we­nig grö­ßer ge­ra­ten. Zu spä­ter St­un­de flat­ter­te es plötz­lich zwi­schen den Zim­mern hin und her. Von der Kü­che durch die Die­le ins Wohn­zim­mer und wie­der zu­rück. Nach dem ers­ten Schreck die Er­kennt­nis: Es ist nicht Dra­cu­la, son­dern ei­ne Fle­der­maus. An­ge­lockt vom Licht war sie durchs halb of­fe­ne Kü­chen­fens­ter hin­ein­ge­flo­gen und fand nicht mehr hin­aus.

Um nicht die gan­ze Nacht mit ei­ner Fle­der­maus als Un­ter­mie­ter ver­brin­gen zu müs­sen, war gu­ter Rat teu­er. Licht aus­schal­ten? Ein­fan­gen? Kei­ne gu­ten Ide­en. Al­so Fens­ter ganz auf­ma­chen und dar­auf ver­trau­en, dass das Tier dann hin­aus fin­det. Das Ex­pe­ri­ment ist ge­lun­gen, das flie­gen­de Tier wie­der drau­ßen. Und die freu­di­ge Er­kennt­nis: Die Fle­der­maus hat bei ih­rem Streif­flug aber auch wirk­lich gar nichts um­ge­wor­fen. Trotz­dem: Jetzt blei­ben die Fens­ter erst mal auf kipp. Bes­ser ist bes­ser. jün

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