Pro­zess: Dro­gen­schmugg­ler mit 25 Ki­lo­gramm Ha­schisch ge­schnappt

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

We­gen Ein­fuhr von Dro­gen und Han­dels mit Be­täu­bungs­mit­te muss­te sich ges­tern ein 45-Jäh­ri­ger, der sich zu­letzt oh­ne fes­ten Wohn­sitz in Deutsch­land auf­hielt, vor der Ers­ten Gro­ßen Straf­kam­mer des Land­ge­richts­ver­ant­wor­ten. Am 5. März war der Ma­rok­ka­ner vom Zoll auf der Au­to­bahn A 52 in Elm­pt an­ge­hal­ten und kon­trol­liert wor­den. Rausch­gift­hun­de hat­ten den Zoll­be­am­ten ge­hol­fen, das Dro­gen­ver­steck in der Sei­ten­ver­klei­dung des Fahr­zeugs zu fin­den. Hier ent­deck­ten die Be­am­ten 25 Ki­lo Ha­schisch, die ei­nen Ver­kehrs­wert von ei­ner Vier­tel­mil­li­on Eu­ro ha­ben sol­len.

Ja, ließ der 45-Jäh­ri­ge sei­nen Ver­tei­di­ger er­klä­ren und durch ei­ne Dol­met­sche­rin über­set­zen, er sei da­mals mit den Dro­gen über die hol­län­disch-deut­sche Gren­ze ge­fah­ren. Dass es sich um 25 Ki­lo han­del­te, ha­be er nicht ge­wusst. Dass es aber kei­ne klei­ne Men­ge war, ha­be er schon ge­ahnt. Er ha­be sich da­mals ein Fahr­zeug von ei­nem Be­kann­ten ge­lie­hen und sei nach Ro­er­mond ge­fah­ren. Dort ha­be er ei­ner Frau die Au­to­schlüs­sel ge­ge­ben und das Au­to über­las­sen. Nach an­dert­halb St­un­den soll­te er wie­der­kom­men, was er tat. An der A 52 war die Schmug­gel­fahrt nach dem Hun­de­ein­satz zu En­de.

Das al­les ha­be er nicht frei­wil­lig ge­tan, ver­tei­dig­te sich der An­ge­klag­te und be­rich­te­te, wie er da­zu von Un­be­kann­ten er­presst wur­de. Ein Be­kann­ter ha­be im ver­gan­ge­nen Jahr, als des­sen Ehe schei­ter­te, für kur­ze Zeit bei ihm ge­wohnt und sei dann wie­der ver­schwun­den. Da­nach sei­en „frem­de Ty­pen“bei ihm auf­ge­taucht. „Dein Be­kann­ter hat uns be­stoh­len. Sag uns des­sen Adres­se, sonst pas­siert dir was“, hät­ten sie den An­ge­klag­ten ge­sagt. Doch der Be­kann­te war nicht auf­find­bar. Und die Be­dro­hun­gen durch die Un­be­kann­ten

An­ge­klag­ter hör­ten nicht auf. Der 45-Jäh­ri­ge soll­te die Adres­se be­sor­gen oder die Schul­den des ver­schwun­de­nen Be­kann­ten ab­ar­bei­ten. Sonst wür­den sie dem zwölf­jäh­ri­gen Sohn des An­ge­klag­ten ei­ne Nie­re her­aus­schnei­den. „Und mein Sohn ist für mich al­les“, be­teu­er­te der An­ge­klag­te. Aus Angst ha­be er sei­nen Job auf­ge­ge­ben und stän­dig den Auf­ent­halts­ort ge­wech­selt. Doch die Er­pres­ser ga­ben nicht auf. Sie er­kun­dig­ten sich bei Ver­wand­ten nach dem An­ge­klag­ten und ver­lang­ten ihr Geld. Sie konn­ten bis­her nicht er­mit­telt wer­den.

Am En­de for­der­te die Staats­an­wäl­tin für den Dro­gen­schmugg­ler ei­ne Frei­heits­stra­fe von fünf Jah­ren und acht Mo­na­ten. Doch das Ge­richt nahm dem mit ei­ner Vor­stra­fe be­las­te­ten An­ge­klag­ten die Er­pres­ser­sto­ry ab. Die Ers­te Straf­kam­mer ver­ur­teil­te ihn we­gen Ein­fuhr von Dro­gen und Bei­hil­fe zum Han­del mit Be­täu­bungs­mit­teln in nicht ge­rin­ger Men­ge zu ei­ner Haft­stra­fe von vier Jah­ren. Al­ler­dings wur­de der Haft­be­fehl für den 45-Jäh­ri­gen oh­ne fes­ten Wohn­sitz auf­recht er­hal­ten.

„Sie droh­ten, mei­nem Sohn ei­ne Nie­re her­aus

zu­schnei­den“

in sei­ner Aus­sa­ge

FO­TOS (3): HORST­MANN

We­spen mö­gen’s süß: Des­halb rät der Na­tur­schutz­bund Na­bu, im Frei­en Es­sens­res­te zü­gig weg­zu­räu­men und Nah­rungs­mit­tel ab­zu­de­cken. Auch sol­le man nicht di­rekt aus der Fla­sche, son­dern mit dem Stroh­halm trin­ken.

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