Rat­haus-Flucht­trep­pe wird viel teu­rer als ge­plant

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON CARS­TEN SOMMERFELD

Für rund 105.000 Eu­ro wird ein von der Bau­auf­sicht ge­for­der­ter zwei­ter Flucht- und Ret­tungs­weg ge­baut.

JÜCHEN Am Rat­haus lau­fen Bau­ar­bei­ten. An der süd­li­chen Ge­bäu­de­sei­te wird ei­ne Stahl­au­ßen­trep­pe als zwei­ter Flucht- und Ret­tungs­weg er­rich­tet. Da­mit setzt die Ge­mein­de For­de­run­gen der Bau­auf­sicht beim Rhein-Kreis Neuss um. Rund 105.000 Eu­ro kos­tet die Trep­pe. Da­mit muss die Ge­mein­de viel tie­fer in die Ta­sche grei­fen als ge­plant. Ur­sprüng­li­che Schät­zun­gen wa­ren von rund 60.000 Eu­ro aus­ge­gan­gen.

Im Zu­sam­men­hang mit dem Um­bau des Rat­hau­ses vor zwei bis drei Jah­ren soll­te auch der Brand­schutz ver­bes­sert wer­den. Laut Ge­mein­de reich­ten der Bau­auf­sicht die Vor­schlä­ge von zwei Brand­schutz­gut­ach­ten nicht aus. Für Bür­ger­meis­ter Ha­rald Zil­li­kens war es, wie er da­mals er­klär­te, „un­ver­ständ­lich“, dass der Kreis die Ex­per­ten-Vor­schlä­ge nicht ak­zep­tiert ha­be. Ge­mein­de und Bau­auf­sicht fan­den schließ­lich, wie es beim Kreis hieß, „ei­ne gu­te Lö­sung“. Zu der ge­hör­te der zu­sätz­li­che Ret­tungs­weg, so sol­len im Brand­fall Mit­ar­bei­ter und Be­su­cher schnel­ler nach drau­ßen kom­men. Oh­ne die­sen zu­sätz­li­chen Weg hät­ten sich laut Zil­li­kens in der obe­ren Eta­ge samt Be­su­chern nicht mehr als 40 Men­schen auf­hal­ten dür­fen. In den Gut­ach­ten war, wie Ge­mein­de­spre­cher Nor­bert Wolf sagt, die­ser zu­sätz­li­che Flucht­weg nicht ge­for­dert wor­den.

2015 wur­den die Rat­haus-Flu­re be­reits mit Brand­mel­de­an­la­gen aus­ge­rüs­tet und die Te­le­fon­an­la­ge mit Alarm-Durch­sa­ge ver­se­hen. Für das teu­ers­te Pro­jekt, die Trep­pe, konn­te sich die Ge­mein­de mehr Zeit las­sen. Für die Über­gangs­zeit bis zur Fer­tig­stel­lung war ein „Son­der­ein­satz­plan“der Feu­er­wehr er­stellt wor­den. Mit den Jah­ren ex­plo­dier­ten je­doch die er­war­te­ten Kos­ten um 75 Pro­zent. Die ers­te Kos­ten­schät­zung lag bei 60.000 Eu­ro. Für das Haus­halts­jahr 2017 hat­te die Ge­mein­de 85.000 Eu­ro ein­ge­plant. Aber auch die rei­chen nicht, der Rat muss­te ei­ne über­plan­mä­ßi­ge Ausgabe ge­neh­mi­gen. „Der Kreis hat­te aus Er­fah­rung ver­gleich­ba­rer Bau­maß­nah­men Mit­te 2017 ei­ne neue Kos­ten­be­rech­nung vor­ge­legt. Die­se ging von Ge­samt­kos­ten in Hö­he von 105.000 Eu­ro aus“, sagt Wolf. Grün­de für die Ver­teue­rung: „Nach ei­ner Bo­den­grund­un­ter­su­chung wur­de fest­ge­stellt, dass ei­ne an­de­re Grün­dung er­for­der­lich ist“, sagt Wolf. Zu­dem sei­en Ma­te­ri­al­kos­ten „er­heb­lich ge­stie­gen“. Au­ßer­dem sei­en Hand­wer­ker zur­zeit aus­ge­las­tet, das „schlägt sich dies in Form von Preis­an­stie­gen nie­der“.

Nun wird ge­baut. Ei­ni­ge Fens­ter wur­den durch Flucht­tü­ren er­setzt. An­fang Au­gust wur­de mit Fun­da­men­tar­bei­ten be­gon­nen. Im Sep­tem­ber soll die Stahl­trep­pe – die nur als Flucht­weg und nicht dem all­ge­mei­nen Pu­bli­kums­ver­kehr dient – er­rich­tet wer­den. Die Fer­tig­stel­lung ist für Ok­to­ber ge­plant.

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