Ge­ne­ra­ti­ons­wech­sel beim Lied­ber­ger Jä­ger­zug Edel­weiß

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - LOKALES - VON DA­NIE­LA GEFGEN

LIEDBERG Der Jä­ger­zug Edel­weiß aus Liedberg fei­ert die­ses Jahr sein sieb­zig­jäh­ri­ges Be­ste­hen. Zeit­gleich wird heu­te auf ei­nem Hof mit­ten in Liedberg aber auch Ab­schied ge­fei­ert, ein end­gül­ti­ger Rück­zug aus dem ak­ti­ven Ver­eins­le­ben. Es ist ein Ab­schied der vier noch üb­rig ge­blie­be­nen Mit­glie­der, die ih­rem Zug über meh­re­re Jahr­zehn­te mit viel En­ga­ge­ment, Lei­den­schaft und Herz­blut an­ge­hört ha­ben. Das ist ei­ne un­glaub­lich lan­ge Zeit und trotz­dem gibt es tat­säch­lich noch ei­nen Lied­ber­ger, der den Jä­ger­zug im Jah­re 1947 mit ge­grün­det hat.

Au­gust Schu­ma­cher (86) fällt es schwer, sich nach all der Zeit an die ge­nau­en Um­stän­de der Grün­dung zu er­in­nern. „Es ge­hör­te zum Dorf­le­ben ein­fach da­zu, dass man in ei­nem Ver­ein war“, er­zählt er. „Man kann­te sich aus den Sport­ver­ei­nen, dort lern­ten sich die jun­gen Leu­te über­wie­gend ken­nen.“Im Grün­dungs­jahr soll­te die ers­te Kir­mes nach dem Krieg statt­fin­den, da­her hat­ten ein paar jun­ge Män­ner die Idee, ei­nen Jä­ger­zug zu grün­den. Au­gust Schu­ma­cher war von An­fang an Flü­gel­leut­nant, nach 58 Jah­ren wur­de er zum Haupt­mann er­nannt. Der ehe­ma­li­ge Dach­de­cker­meis­ter ist kein Mann, der ger­ne über sich sel­ber er­zählt. Das über­nimmt sein Zug­ka­me­rad Wil­ly Schel­len für ihn, der seit 46 Jah­ren zum Jä­ger­zug ge­hört: „Er hört das jetzt nicht ger­ne, aber Au­gust ist je­mand, der die Zu­stim­mung wirk­lich al­ler Lied­ber­ger hat. Er ist ei­ne her­aus­ra­gen­de Per­sön­lich­keit in un­se­rem Dorf.“Au­gust Schu­ma­cher kom­men­tiert das mit ei­nem lei­sen „lass gut sein“, was ihn noch sym­phy­ti­scher macht und ei­nen ver­ste­hen lässt, wes­halb er so be­liebt ist.

Be­reits im Jahr 2007 ver­schwand der Jä­ger­zug Edel­weiß aus der Öf­fent­lich­keit. Heinz Blan­ken­stein (82), Wil­ly Schel­len (76), Au­gust Schu­ma­cher und Leo Eh­len (80) wa­ren seit­dem als „Die ehe­ma­li­gen Kö­ni­ge“nur noch als Thron-Gäs­te auf den Schüt­zen­fes­ten prä­sent, und un­ter­stüt­zen so den Ver­eins­vor­stand der St.-Se­bas­tia­nus-Schüt­zen­bru­der­schaft.

Heu­te geht al­so ein Stück Lied­ber­ger Ge­schich­te in Ren­te. Und trotz­dem wird sie wei­ter­ge­hen, denn seit ge­nau zehn Jah­ren gibt es den jun­gen Jä­ger­zug Edel­weiß. Jens On­kel­bach (25) und Mar­kus Fon­gern (25) sind von An­fang an da­bei: „Wir sind in Liedberg auf­ge­wach­sen und ha­ben das Ver­eins­le­ben be­reits als Kin­der ken­nen­ge­lernt“, er­zäh­len bei­de. „Für uns war es klar, dass wir ei­nen Jä­ger­zug grün­den woll­ten.“Heinz Blan­ken­stein, seit 65 Jah­ren da­bei, und Au­gust Schu­ma­cher kann­ten ei­ni­ge der jun­gen Män­ner und schnell war die Idee ge­bo­ren, sie zu Nach­fol­gern des al­ten Zu­ges zu ma­chen. Heu­te wer­den die In­si­gni­en des Jä­ger­zu­ges an die jun­gen Nach­fol­ger über­ge­ben.

FO­TO: L. BERNS

Heu­te er­folgt die of­fi­zi­el­le Wach­über­ga­be von (v.l.) Wil­ly Schel­len, Heinz Blan­ken­stein, Jens On­kel­bach, Mar­kus Fon­gern und Au­gust Schu­ma­cher.

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