Viel Far­be, abs­trak­te Dru­cke und ei­gen­wil­li­ge Col­la­gen

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - SPORT - VON RU­DOLF BARNHOLT

Ur­su­la Pri­cking und Eva Dör­re zei­gen ih­re Kunst bis zum 3. Sep­tem­ber in der Kor­schen­broi­cher Nie­der­rhein-Kli­nik.

KOR­SCHEN­BROICH Ur­su­la Pri­cking aus Mon­heim stellt jetzt zum zwei­ten Mal in der Nie­der­rhein-Kli­nik aus. Eben­falls mit da­bei – und das zum ers­ten Mal: Eva Dör­re aus Düs­sel­dorf. Die bei­den Frau­en hat­ten ge­mein­sam die Freie Aka­de­mie für Ma­le­rei in Reis­holz be­sucht. Ge­mein­sam­kei­ten in Be­zug auf ih­re Bil­der wer­den je­doch erst auf den zwei­ten Blick deut­lich.

Ur­su­la Pri­cking ist 64 Jah­re alt und hat­te als Me­di­zi­nisch-tech­ni­sche An­ge­stell­te ge­ar­bei­tet. Mit Ma­le­rei be­schäf­tigt sie sich seit et­wa neun Jah­ren. Eher die Aus­nah­me für ei­ne Hob­by­künst­le­rin: Ge­gen­ständ­li­che Ma­le­rei und lieb­li­che Mo­ti­ve sind nicht ihr Ding, wa­ren es nie. Sie malt abs­trakt, kom­po­niert ih­re Bil­der mit den „Zu­ta­ten“Farb­flä­chen und Li­ni­en, er­zeugt so ei­ne Span­nung, die der Be­trach­ter nach­voll­zie­hen kann. „Dass ich oft hö­re, das kann ich auch, ist für mich okay. Aber al­les, was ein­fach aus­sieht, ist schwer“, sagt Ur­su­la Pri­cking, die auch Schü­le­rin der Es­se­ner Kunst­schu­le Mu­se­brink ist. Die Far­be trägt sie aus ei­nem Bauch­ge­fühl her­aus auf. Ih­re Bil­der sind nie wirk­lich bunt. Im Ge­gen­teil. Manch­mal be­gnügt sie sich mit Schwarz, Weiß und Grau­tö­nen. Geo­me­tri­sche Flä­chen, or­ga­ni­sche For­men und im­mer wie­der Li­ni­en er­ge­ben ein ge­lun­ge­nes Gan­zes: Die Kom­po­si­tio­nen wir­ken stim­mig und aus­ge­wo­gen. Und auch wenn die 64-Jäh­ri­ge seit ei­ni­ger Zeit mit Ei-Tem­pe­ra-Far­ben malt wie einst die Al­ten Meis­ter, alt­meis­ter­lich sind ih­re Bil­der nicht. In der Nie­der­rhein-Kli­nik zeigt sie üb­ri­gens auch Mo­no­ty­pi­en und Col­la­gen. Zu se­hen sind un­ter an­de­rem Still­le­ben, wie sie re­du­zier­ter kaum hät­ten sein kön­nen.

Eva Dör­re ist 62 Jah­re alt. Sie lebt in Düs­sel­dorf und ar­bei­tet als Er­zie­he­rin in ei­ner Ein­rich­tung der Le- bens­hil­fe in Neuss. Auch sie hat sich im Lau­fe der letz­ten Jah­re in­ten­siv schu­len las­sen, hat Mal­ur­lau­be un­ter an­de­rem im Tri­er und Augs­burg so­wie im Sau­er­land und am Bo­den­see ab­sol­viert. Sie ist jetzt mit Klein­for­ma­ten in der Nie­der­rhein-Kli­nik ver­tre­ten.

Rhyth­mus­ge­ber beim Ma­len sind oft klas­si­sche Mu­sik und Ge­räu­sche. Eva Dör­re zeigt abs­trak­te Dru­cke und Wachs­ar­bei­ten. In ih­re Misch­tech­ni­ken greift sie ger­ne mit Farb­stif­ten ein. Die Wachs­ar­bei­ten sind mehr­schich­tig, manch­mal so­gar ge­näht und nicht im­mer kon­gru­ent.

Die Aus­stel­lung im Foy­er der Kor­schen­broi­cher Nie­der­rhein-Kli­nik an der Re­gen­ten­stra­ße 22 ist noch ein­schließ­lich bis zum 3. Sep­tem­ber, täg­lich von 9 bis 20 Uhr zu se­hen. Ein­tritt frei.

FO­TO: JÖRG KNAP­PE

Sie stel­len im Foy­er der Kor­schen­broi­cher Nie­der­rhein-Kli­nik aus (von links): die Künst­le­rin­nen Ur­su­la Pri­cking und Eva Dör­re.

FO­TO: G. TILLMANNS

Joa­chim Schrö­der ist die gu­te See­le des Ni­ko­laus­klos­ters.

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