Bei ex­tre­mer Ver­wahr­lo­sung der Woh­nung ist ei­ne Vor­war­nung ent­behr­lich.

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - RÄTSEL -

( tmn) Ei­ne er­heb­lich ver­wahr­los­te Woh­nung kann ei­ne Kün­di­gung recht­fer­ti­gen. Fehlt dem Mie­ter zu­dem die nö­ti­ge Ein­sicht, ist ei­ne vor­he­ri­ge Ab­mah­nung nicht nö­tig. Denn in ei­nem sol­chen Fall ist die Ver­tra­ge­grund­la­ge zwi­schen den Par­tei­en er­heb­lich er­schüt­tert, be­fand das Land­ge­richt Berlin (Az.:67 S 8/17).

In dem ver­han­del­ten Fall war die Woh­nung ei­ner Mie­te­rin flä­chen­de­ckend voll­ge- stellt. Das Bad ließ sich nicht mehr be­tre­ten, von ei­ner Be­nut­zung ganz zu schwei­gen. Auch war die Woh­nung von Rat­ten be­fal­len, die schon die Tü­ren an­ge­knab­bert hat­ten und ih­ren Kot in der Woh­nung ver­teilt hat­ten. Nach ei­nem Was­ser­scha­den konn­te die Ver­mie­te­rin den Zu­stand do­ku­men­tie­ren und kün­dig­te dar­auf­hin frist­los.

Das Amts­ge­richt wies die Kla­ge ab. Vor dem Land­ge­richt hat­te die Ver­mie­te­rin aber Er­folg: Die Woh­nung sei in ei­nem ex­tre­men Zu­stand, be­fan­den die Rich­ter. Be­son­ders schwer ins Ge­wicht fal­le die Ver­nach­läs­si­gung des Ba­de­zim­mers mit dem Rat­ten­kot. Es sei­en schon Sub­stanz­schä­den ein­ge­tre­ten. Zu­dem ha­be da­mit ge­rech­net wer­den müs­sen, dass sich die Si­tua­ti­on wei­ter ver­schlim­mert. Da­her sei in die­sem Fall ei­ne Ab­mah­nung aus­nahms­wei­se ent­behr­lich.

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