Dar­um par­ken Miet­wa­gen an der Kal­den­kir­che­ner Stra­ße

Rheinische Post Moenchengladbach-Land - - KULTUR - VON JAN SCH­NETT­LER

Wer über die Kal­den­kir­che­ner Stra­ße in die Stadt ein­fährt oder sie auf sel­bem We­ge ver­lässt, dem wird es nicht ent­gan­gen sein: Seit meh­re­ren Wo­chen parkt am Stra­ßen­rand re­gel­mä­ßig ei­ne gan­ze Fahr­zeug­ko­lon­ne ei­nes Miet­wa­gen­an­bie­ters, vor­nehm­lich stadt­ein­wärts. Ge­nau dort, wo im­mer wie­der mal über län­ge­re Zeit Wer­be­an­hän­ger oder mit Wer­bung be­kleb­te Fahr­zeu­ge stan­den und zum Är­ger­nis wur­den.

Der Aspekt des Wer­bens sei aber mit­nich­ten der Hin­ter­grund da­für, dass man die Fahr­zeu­ge an der Kal­den­kir­che­ner Stra­ße ab­stel­le, heißt es bei der Au­to­ver­mie­tung Arndt, die ih­ren Sitz beim Au­to­haus Wald­hau­sen & Bür­kel hat – und dort nicht ge­nug Ab­stell­flä­chen hat. „Wir wol­len aber den An­woh­nern nicht die Park­plät­ze an der Ho­hen­zol­lern­stra­ße weg­neh­men“, sagt ein ArndtSpre­cher auf An­fra­ge. Des­halb par­ke man lie­ber et­was ent­fernt an der Kal­den­kir­che­ner Stra­ße – und dort, so­weit mög­lich, auch noch auf der Wald­sei­te, nicht auf der Sei­te mit den Wohn­häu­sern. Be­schwer­den bei der Stadt ha­be es bis­her auch nicht ge­ge­ben, sagt ihr Spre­cher Dirk Rüt­ten – de fac­to par­ken auf den Sei­ten­strei­fen in dem Be­reich auch nur in den sel­tens­ten Fäl­len An­woh­ner, Be­su­cher oder Spa­zier­gän­ger. Im ei­ge­nen Park-Spiel­raum ein­ge­schränkt füh­len kön­ne sich al­so ei­gent­lich nie­mand.

Ei­ne Son­der­nut­zungs­er­laub­nis der Stra­ßen­bau­be­hör­de zum Ab­stel­len der Miet­wa­gen wür­de es auch nur dann be­nö­ti­gen, wenn die Fahr­zeu­ge oder An­hän­ger zu ge­werb­li­chen Wer­be­zwe­cken ab­ge­stellt wer­den und die Re­kla­me den al­lei­ni­gen oder über­wie­gen­den Zweck bil­det. „Par­ken im öf­fent­li­chen Stra­ßen­raum wird all­ge­mein nicht als Son­der­nut­zung, son­dern als Aus­übung des ,Ge­mein­ge­brauchs’ an­ge­se­hen“, sagt Rüt­ten. „Auch dann, wenn da­durch die Un­ter­brin­gung in ei­ner Ga­ra­ge er­setzt wird und die Stra­ße als Er­satz für den feh­len­den Park­platz zweck­ent­frem­det scheint.“

Und die „Park­kral­le“, die an ei­nem der ab­ge­stell­ten Trans­por­ter an­ge­bracht ist? Die ist nicht et­wa vom Ord­nungs­amt, son­dern von Arndt selbst. „Das ist ein Kühl­wa­gen. Die wer­den sonst ger­ne mal ge­klaut“, sagt der Spre­cher.

FO­TO: JAN SCH­NETT­LER

Zahl­rei­che Fahr­zeu­ge des Miet­wa­gen­an­bie­ters par­ken

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