Grü­ner Ener­gie­mi­nis­ter in Kiel rügt Krafts Atom­kurs

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON DETLEV HÜWEL

DÜS­SEL­DORF Der schles­wig-hol­stei­ni­sche Ener­gie­mi­nis­ter Ro­bert Ha­beck (Grü­ne), der auch stell­ver­tre­ten­der Re­gie­rungs­chef ist, hat die NRW-Re­gie­rung von Han­ne­lo­re Kraft (SPD) scharf an­ge­grif­fen. Hin­ter­grund ist der Vor­stoß meh­re­rer Bun­des­län­der, mor­gen im Bun­des­rat ei­nen An­trag ein­zu­brin­gen, wo­nach die Fi­nan­zie­rung der Ener­gie­wen­de im Fall von In­sol­ven­zen über die Rück­stel­lun­gen der Atom­kon­zer­ne ge­währ­leis­tet wer­den soll. Es geht der­zeit um min­des­tens 35 Mil­li­ar­den Eu­ro.

NRW will die­sen Vor­stoß der­zeit aber nicht un­ter­stüt­zen. Da­für sei „die Di­men­si­on zu groß“, und au­ßer­dem ge­be es Prüf­be­darf, so die NRW-Lan­des­ver­tre­tung in Ber­lin. Ha­beck spricht da­ge­gen von ei­nem „rü­den Foul“. Ge­gen­über der Süd­deut­schen Zei­tung sag­te er, die NRW-Sei­te ha­be dem Vor­stoß, der von Schles­wig-Hol­stein, Rhein­lan­dP­falz und Hes­sen un­ter­stützt wird, „in Aus­schüs­sen selbst zu­ge­stimmt“. Jetzt auf ein­mal ha­be NRW ei­ne Mehr­heit für die Ab­set­zung die­ses Ta­ges­ord­nungs­punk­tes or­ga­ni­siert. Dies sei ei­ne „ab­so­lu­te Blut­grät­sche“. Der­glei­chen ha­be es noch nicht ge­ge­ben: „Dass die Staats­kanz­lei in Düs­sel­dorf so will­fäh­rig den Wün­schen der Atom­ener­gie nach­gibt, ist echt krass.“

Die Lan­des­ver­tre­tung wi­der­spricht al­ler­dings der Be­haup­tung, NRW ha­be sich in al­len Aus­schüs­sen da­für aus­ge­spro­chen. „Das ist nicht der Fall“; es ge­be un­ter­schied­li­che Mei­nun­gen, hieß es. Un­ter Fe­der­füh­rung von Kraft wol­len die SPDLän­der heu­te in der Lan­des­ver­tre­tung die Hal­tung für die mor­gi­ge Bun­des­rats­sit­zung fest­le­gen. Es wird da­mit ge­rech­net, dass NRW an sei­ner ab­war­ten­den Po­si­ti­on fest­hält.

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