Rhe­ydter Wo­chen­markt kehrt nach Hau­se zu­rück

Nach zwei Jah­ren fand der Wo­chen­markt in Rhe­ydt ges­tern erst­mals wie­der auf dem rund­er­neu­er­ten Markt­platz statt. Die meis­ten freut’s, nur das Pflas­ter be­rei­tet ei­ni­gen Be­su­chern Pro­ble­me.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON AN­GE­LA RIETDORF

Ein strah­lend schö­ner Herbst­tag wä­re na­tür­lich an­ge­mes­se­ner ge­we­sen für die Rück­kehr des Rhe­ydter Mark­tes auf den Platz, der ihm sei­nen Na­men ver­dankt. Aber trotz al­ler Piaz­za-An­mu­tung des neu ge­stal­te­ten Markt­plat­zes liegt Rhe­ydt in Deutsch­land und da reg­net es nun mal im Herbst hin und wie­der. Un­ter ei­nem grau­en Him­mel er­stre­cken sich des­halb die Rei­hen der Markt­stän­de erst­mals seit zwei Jah­ren wie­der zwi­schen Haupt­kir­che und Rat­haus. Der Stim­mung auf dem Markt tut das ei­gent­lich kei­nen Ab­bruch: Die Markt­be­schi­cker sind ge­las­sen, die Rhe­ydter Bür­ger neu­gie­rig. Das Pflas­ter al­ler­dings birgt Kon­flikt­po­ten­zi­al.

Man­fred Brend­gens ge­hört zum Ur­ge­stein der Rhe­ydter Markt­be­schi­cker. Seit 35 Jah­ren ist er mit sei­nen Wild- und Ge­flü­gel­spe­zia­li­tä­ten auf dem Wo­chen­markt. „Es muss sich al­les noch ein biss­chen ein­spie­len“, sagt er zum Auf­bau und lobt gleich­zei­tig die Markt­meis­ter. „Sie sind im­mer an­sprech­bar und sehr hilfs­be­reit.“Kom­plett be­geis­tert vom Markt­platz ist Ger­trud Knup­pertz. Sie weist von ih­rem Blu­men­stand aus auf die be­nach­bar­ten Markt­ter­ras­sen. „Bei schö­nem Wetter sit­zen hier vie­le Leu­te“, sagt sie. „Es ist ei­ne wun­der­ba­re Ku­lis­se mit der Haupt­kir­che und dem Rat­haus. Mir ge­fällt es oh­ne je­des Wenn und Aber.“

Auch Kun­din Syl­via Wol­cott ist sehr an­ge­tan von der Rück­kehr des Mark­tes auf sei­nen an­ge­stamm­ten Platz. „Ich fin­de es sehr schön“, sagt sie und ver­staut ihr Ge­mü­se in der Fahr­rad­t­a­sche. „Der Platz hat At­mo­sphä­re.“Ein Stück­chen ent­fernt hat Leo Am­rath sei­nen Ge­mü­se­stand. Er ist ein we­nig ver­hal­te­ner in sei­ner Ein­schät­zung. Das na­he­ge­le-

„Ich fin­de es sehr schön. Der Platz hat

At­mo­sphä­re“

Syl­via Wol­cott

Kun­din ge­ne sa­nier­te Park­haus sei ein Plus­punkt. Und sonst? „Wenn die Leu­te den Markt an­neh­men, wird es auch gut. Es sieht schön aus hier, aber die äl­te­ren Leu­te mit Rol­la­tor ha­ben Schwie­rig­kei­ten mit dem Pflas­ter“, meint er. Und das scheint in der Tat ein Pro­blem zu sein. Mar­got Lan­ge schiebt ih­ren Rol­la­tor über den Markt. „Ich ha­be mich auf den Markt­platz ge­freut“, sagt die 82-jäh­ri­ge Rhe­ydte­rin. „Aber das Pflas­ter ist ei­ne Ka­ta­stro­phe.“Es sei sehr holp­rig und sie müs­se sich des­halb sehr stark auf­stüt­zen. „Wenn ich dann nach Hau­se kom­me, tun mir die Ober­ar­me rich­tig weh.“Die Markt­be­schi­cker se­hen, was das Pflas­ter an­geht, noch an­de­re Pro­ble­me. „Es stellt sich die Fra­ge, ob der Platz im Win­ter vom Schnee zu räu­men ist“, sagt Man­fred Brend­gens. Und Leo Am­rath ver­mu­tet, dass schon die nor­ma­le Rei­ni­gung des Pflas­ters pro­ble­ma­tisch wer­den kön­ne.

Die Rück­kehr des Mark­tes auf den Markt­platz hat zu ei­ner neu­en An­ord­nung der Stän­de ge­führt. Die Käu­fer müs­sen ein we­nig su­chen, um ih­re Lieb­lings­stän­de wie­der­zu­fin­den: den Bä­cker, die Mit­tel­meer­spe­zia­li­tä­ten oder den Fisch­stand. Aber ob­wohl es ab elf Uhr reg­net, ist der Markt gut be­sucht. „Es gibt vie­le Neu­gie­ri­ge, die ein­fach se­hen wol­len, wie der Markt jetzt aus­sieht“, sagt Su­san­ne Brend­gens. Und wie eh und je nut­zen die Kun­den die Ge­le­gen­heit zu ei­nem klei­nen Schwätz­chen mit Be­kann­ten oder dem ver­trau­ten Händ­ler.

Die At­mo­sphä­re ist fa­mi­li­är, man kennt und un­ter­hält sich. Im Hin­ter­grund plät­schert der neue Brun­nen und von der Haupt­kir­che her schlägt es Mit­tag. Der Markt­platz trägt sei­nen Na­men wie­der zu Recht.

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