Grü­ne den­ken an Ein­satz der Bun­des­wehr ge­gen Is­la­mis­ten

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

BER­LIN (may-) An­ge­sichts dro­hen­der Mas­sa­ker an Kur­den in Nord­sy­ri­en ha­ben die Grü­nen die Bun­des­re­gie­rung da­zu auf­ge­for­dert, ein ro­bus­tes Man­dat für ei­nen UN-Mi­li­tär­ein­satz ge­gen is­la­mis­ti­sche Ter­ro­ris­ten an­zu­stre­ben und not­falls auch deut­sche Sol­da­ten ge­gen die Ter­ror­mi­liz „Is­la­mi­scher Staat“(IS) kämp­fen zu las­sen. Au­ßen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er (SPD) und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) lehn­ten das An­sin­nen strikt ab. Das las­se sich leicht for­dern, wenn man wis­se, dass ein sol­ches UN-Man­dat nicht zu­stan­de kom­men wer­de.

Im Fal­le ei­nes sol­chen Man­dats müs­se Deutsch­land „ge­ge­be­nen­falls be­reit sein, sich mit der Bun­des­wehr an ei­nem Ein­satz zu be­tei­li­gen“, hat­te Grü­nen-Frak­ti­ons­che­fin Ka­trin Gö­ring-Eckardt er­klärt. SPD-Au­ßen­ex­per­te Nils An­nen sah die­sen Vor­stoß als „Aus­druck ei­ner ge­wis­sen Hilf­lo­sig­keit an­ge­sichts der Bil­der aus Kobane“. Es ha­be aber nie­mand Deutsch­land um ei­ne Mi­li­tär­in­ter­ven­ti­on ge­be­ten. „Ich hal­te es für völ­lig ab­we­gig, dass Deutsch­land Trup­pen nach Sy­ri­en schickt“, stell­te er im Ge­spräch mit un­se­rer Zei­tung klar.

„Deutsch­land kann ein UN-Man­dat un­ter­stüt­zen, zum Bei­spiel durch lo­gis­ti­sche Hil­fe“, sag­te Uni­ons-Au­ßen­ex­per­te Phil­ipp Miß­fel­der. Al­ler­dings sei an­de­res vor­dring­li­cher: „Oh­ne Ein­bin­dung der re­gio­na­len Kräf­te wie der Tür­kei und Sau­di-Ara­bi­en wird es nicht funk­tio­nie­ren“, hob der CDU-Po­li­ti­ker her­vor.

Die Tür­kei lehnt trotz wach­sen­den Drucks der Na­to-Part­ner ei­ne In­ter­ven­ti­on ge­gen den „Is­la­mi­schen Staat“aber wei­ter ab. So­gar Mel­dun­gen über ei­ne Ei­ni­gung zur Nut­zung tür­ki­scher Mi­li­tär­ba­sen für An­griffs­flü­ge ge­gen den IS de­men­tier­te An­ka­ra wie­der. „Es ent­steht der Ein­druck, dass die Be­kämp­fung der PKK für die Tür­kei hö­he­re Prio­ri­tät hat als die Be­kämp­fung des ,Is­la­mi­schen Staa­tes’“, mein­te der SPDPo­li­ti­ker An­nen. Da­mit dro­he der Frie­dens­pro­zess mit der kur­di­schen Ar­bei­ter­par­tei PKK dau­er­haft be­schä­digt, wenn nicht be­en­det zu wer­den. Das wer­de ver­hee­ren­de Fol­gen nicht nur für die Tür­kei ha­ben.

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